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US-Justizministerium fordert massenhaft Nutzerdaten von Google & Apple

Die Forderung nach mehr als 10.000 Nutzerdaten stößt bei Datenschützern auf Kritik.

Das US-Justizministerium hat Google und Apple aufgefordert, persönliche Informationen von Nutzern einer App für Waffenvisiere herauszugeben – darunter Namen, Telefonnummern und IP-Adressen der Anwender. Das Ministerium will damit Verstößen gegen das Waffenexportgesetz auf den Grund gehen. Das Vorgehen entfacht eine neue Diskussion um den Schutz der Privatsphäre.

Es ist das erste Mal, dass amerikanische Ermittler die Herausgabe von persönlichen Daten aus einer App von Google und Apple verlangen, berichtet Forbes. Das Ministerium fordert mehr als 10.000 Datensätze von Google und Apple. Auch wenn diese Maßnahme einige kriminelle Aktivitäten aufdecken wird, werden dabei auch die Daten von vielen Unschuldigen für die Justizbehörde einsehbar.

Datenschützer kritisieren das Vorgehen der Justizbehörde

Konkret handelt es sich um Nutzerdaten aus der App "Obsidian 4". Mit dieser App können Gewehrvisiere der Firma American Technologies Network Corp. (ATM) kontrolliert werden. Die Anwendung erlaubt es Besitzern, Videos aus der Visiersicht zu speichern und die Zielhilfe zu kalibrieren. Mehr als 10.000 Nutzer haben die App in Googles Play Store heruntergeladen. Wie viele iPhone-Nutzer die Anwendung besitzen, ist unbekannt.

Datenschützer verurteilen das Vorgehen des Justizministeriums aufs Schärfste. Edin Omanovic, Chef von Privacy International's State Surveillance, kritisiert, dass solche Forderungen auf einem konkreten Verdacht basieren und spezifiziert sein müssten.

Weder Google noch Apple haben zum jetzigen Zeitpunkt kommentiert, ob sie der Forderung nachkommen werden.

Damit begründet das Ministerium die Forderung nach Nutzerdaten

Momentan untersucht die Justizbehörde mögliche Verstöße gegen das Waffenexportgesetz der USA. Das Zielvisier von ATM sei illegal nach Kanada, in die Niederlande und Hong Kong gelangt. ATM selbst soll mit dem Fall nichts zu tun haben. Durch den Erhalt der Nutzerdaten erhoffen sich die Ermittler, die Visiere im Ausland lokalisieren zu können und durch die Ermittlung der Käufer Informationen zu den illegalen Händlern zu erhalten.

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