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Verhärtete Fronten im Streit zwischen Apple und Spotify

Spotify wirft Apple mit dessen Dienst Apple Music vor, den Wettbewerb zu verzerren.
Spotify wirft Apple mit dessen Dienst Apple Music vor, den Wettbewerb zu verzerren. (©TURN ON 2015)

Die Fronten zwischen Apple und Spotify im aktuellen Streit scheinen verhärtet. Apple hatte das jüngste Update für die Musik-Streaming-App von Spotify in dessen App Store nicht zugelassen und musste sich dafür Wettbewerbsverzerrung von der schwedischen Konkurrenz vorwerfen lassen. Apple hat die Vorwürfe zurückgewiesen.

Apple reagiert jetzt auf die Vorwürfe von Spotify und begründet sein Vorgehen im aktuellen Zwist, berichtet Music Business Worldwide. Das US-Unternehmen hat die neueste Aktualisierung der Spotify-App im App Store nicht zugelassen, da die Anwendung die Richtlinien von Apple verletze – woraufhin Spotify den Kaliforniern Wettbewerbsverzerrung unterstellte. Auf diese Vorwürfe hat Apple jetzt reagiert und eine Antwort gegeben. Konzernanwalt Bruce Sewell rechtfertigt darin das Vorgehen seines Arbeitgebers und verweist auf die Richtlinien des App Store, die für alle Anwender gleich seien.

Spotify-App verstößt gegen Richtlinien des App Store

Konkret geht es im Streit der Musik-Streaming-Platzhirsche um den Punkt 3.1.1. Dort ist klar geregelt, dass Entwickler in ihren Apps keine Buttons, Links oder Anleitungen integrieren dürfen, die auf Zahlungsmethoden außerhalb des App Store verweisen. Genau das hat Spotify im aktuellen Fall aber gemacht. Anstatt seinen Usern zu ermöglichen, das Premium-Modell direkt als In-App-Kauf abzuschließen, verweist die Spotify-App auf einen externen Link – womit Apples Beteiligung von 30 Prozent am Umsatz umgangen wird.

"Sehr enttäuscht über die öffentlichen Angriffe"

Sewell zeigte sich "sehr enttäuscht über die öffentlichen Angriffe" von Spotify und erwartet von den Schweden, dass sie die Angelegenheit wieder geraderücken. "Einfach unfair und unzulässig" sei die Annahme Spotifys, sich den Richtlinien des App Store zu entziehen. Erwartungsgemäß wies Sewell die Anschuldigungen von Spotify zurück, Apple würde seinen eigenen Streaming-Dienst Apple Music gegenüber der Konkurrenz bevorteilen. Spotify müsse sein Angebot aufgrund der anfallenden Umsatzbeteiligung im App Store schließlich anders als Apple kalkulieren, rechtfertigen sich die Schweden.

Ob der Streit der beiden Unternehmen noch eskalieren könnte, bleibt abzuwarten. Dass Spotify mit seinem aktuellen Vormarsch die Richtlinien des App Store verletze, dürfte gemeinhin außer Frage stehen. Ob Spotify vor diesem Hintergrund den Streit eskalieren lassen könnte, erscheint daher nicht allzu wahrscheinlich. Dass Wettbewerbsrechtler die Vermischung zwischen Betriebssystem, App Store und eigenen digitalen Angeboten seit längerer Zeit nicht nur bei Apple kritisch sehen, steht auf einem anderen Blatt.

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