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Viele Macs womöglich schon seit Jahren mit Spyware infiziert

Eine fiese Spyware spionierte seit Jahren unbemerkt auf Macs.
Eine fiese Spyware spionierte seit Jahren unbemerkt auf Macs. (©Pixabay 2016)

Eine besonders gruselige Spyware hat offenbar seit Jahren Tausende Mac-Rechner ausspioniert. Dass die Software namens Fruitfly so lange unentdeckt bleiben konnte, führen Sicherheitsforscher auch auf die mangelnde Sensibilisierung vieler Mac-Nutzer zurück.

Macs gelten gemeinhin als vergleichsweise sichere Computer, wenn es um Viren und Malware geht. Kein Wunder, konzentrieren sich die meisten professionellen Hacker doch lieber auf die großen Windows-Rechnernetzwerke, die weltweit von Unternehmen und Behörden genutzt werden. Doch wirklich in Sicherheit wiegen sollten sich auch Apple-Nutzer nicht, wie der nun bekannt gewordene Fall der Spyware Fruitfly zeigt.

Laut Mashable wurde Fruitfly zum ersten Mal im Januar 2017 entdeckt und reportet. Doch erst jetzt scheint dank der Recherche von Patrick Wardle, einem Sicherheitsforscher des Unternehmens Synack, klar zu sein, worum es sich bei Fruitfly wirklich handelt. Laut Wardle haben wir es mit einer besonders gruseligen Form der Spyware zu tun, die in der Lage ist, Apple-Rechner auf relativ einfachem Wege zu infizieren und diese weitgehend unter Kontrolle zu bringen. So hat der Angreifer mit Fruitfly nicht nur Zugriff auf IP-Adresse, Rechnername und Standort des infizierten Computers, sondern kann auch Webcam, Mikrofon und Maus steuern und Zugriff auf das Dateisystem erhalten.

Spyware seit Jahren unbemerkt im Einsatz

Besonders gruselig: Anscheinend dient die Spyware einem Angreifer dazu, ganz gezielt die Computer von ausgewählten Privatpersonen zu infizieren und auszuspionieren – möglicherweise um "perverse Neigungen" zu befriedigen, wie der Sicherheitsforscher vermutet. Wardle glaubt, dass auf diese Weise schon mehrere Tausend Macs infiziert sein könnten und das die Spyware seit mindestens fünf, vielleicht sogar zehn Jahren unbemerkt eingesetzt wird.

Haben Macs ein Sicherheitsproblem?

Auf die Frage, warum es der Spyware so lange gelingen konnte, unbemerkt zu bleiben, räumt der Experte dann auch mit dem Sicherheits-Selbstverständnis vieler Mac-Nutzer auf. Laut Wardle sei die Sicherheitssoftware von MacOS einfach nicht besonders gut. Sie sei zwar durchaus in der Lage, bekannte Viren und Malware zu erkennen, jedoch so gut wie wirkungslos, wenn es um neue Bedrohungen geht. Seiner Meinung nach seien Macs mittlerweile sogar leichter zu hacken als aktuelle Windows-Rechner. Hinzu käme die mangelnde Sensibilisierung vieler Mac-Nutzer für Sicherheitsrisiken aus dem Internet.

Wirkliche Entwarnung gibt es in Bezug auf Fruitfly leider auch nicht. Zwar hatte Apple nach dem ersten Bekanntwerden der Spyware im Januar einen Sicherheitspatch veröffentlicht, doch soll eine neue Variante des Virus mittlerweile in der Lage sein, auch diesen zu umgehen. Für Mac-Nutzer bleibt deshalb nur der Ratschlag, in Zukunft die Augen selbst ein wenig offener zu halten und sich nicht zu sehr auf die Sicherheitsversprechen der Software-Entwickler zu verlassen.

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