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WhatsApp bald kostenlos für Nutzer, aber Firmen sollen zahlen

WhatsApp wird in den nächsten Wochen sein Abo-Modell aufgeben.
WhatsApp wird in den nächsten Wochen sein Abo-Modell aufgeben. (©TURN ON 2015)

Das beliebte Chat-Programm WhatsApp ist für alle Nutzer bald kostenlos. Wie WhatsApp-Chef Jan Koum auf der DLD-Konferenz in München am Montag sagte, will die Firma auch ihr Geschäftsmodell ändern: Ab sofort sollen Firmen den Service finanzieren.

Whatsapp wird für Nutzer ab sofort keine Jahresgebühr mehr kosten. Das erklärte WhatsApp-Gründer Jan Koum am Montag auf der DLD-Konferenz in München. Bisher konnten Nutzer die App kostenlos herunterladen, nach zwölf Monaten wurde jedoch eine jährliche Abo-Gebühr in Höhe von 0,89 Euro fällig. Zumindest theoretisch – in der Praxis mussten die meisten Nutzer nie etwas bezahlen. Die offizielle Abschaffung der Abo-Gebühr wird auch in einem Blogeintrag erläutert. Finanziert werden soll der Gratis-Service in Zukunft von Firmen, die via WhatsApp in Kontakt mit ihren Kunden treten wollen.

WhatsApp: Geld künftig von Firmenkunden

Geld verdienen will WhatsApp, das seit 2014 zu Facebook gehört, künftig auch mit Sonderdiensten wie etwa Informationen über Flugverspätungen und Kreditkarten-Transaktionen. Wie das im Detail funktionieren soll, konnte Koum in München noch nicht verraten. Dafür ging er jedoch detailliert auf die Rolle des Mutterkonzerns Facebook ein: "Wir sind weiterhin unabhängig und arbeiten hart, wie jedes andere Start-Up", so Koum, der seit dem Verkauf seines Unternehmens mehrfacher Milliardär sein soll. Auch dank Facebook habe sich die Nutzerzahl seit dem Verkauf auf 900 Millionen verdoppelt und man habe Facebook gebraucht, um Sprachtelefonie und künftig auch Videochats zu ermöglichen. Auch wegen des Versprechens, künftig keine Gebühren mehr für WhatsApp kassieren zu wollen, zeigte sich der Firmenchef optimistisch, dass das Wachstum seines Angebotes vor allem auch in Südamerika so rasant weitergeht – trotz mancher Probleme etwa in Brasilien.

Der beliebte Messenger WhatsApp war in den letzten Jahren immer wieder mit Sicherheitsproblemen und Programmfehlern in Verbindung gebracht worden. Koum dementierte auf der DLD in München heftig, dass es in seinem Programm Hintertüren etwa für Geheimdienste gebe. Man habe eine gute Verschlüsselung und werde diese auch weiter einsetzen. Bei den Nutzern ist die App jedenfalls extrem beliebt, auch wegen der mittlerweile einfachen Möglichkeit etwa Daten auf Google Drive zu sichern oder sogar komplette Chats zu speichern.

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