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WhatsApp in Brasilien für 48 Stunden gesperrt

WhatsApp ist in Brasilien für 48 Stunden gesperrt worden.
WhatsApp ist in Brasilien für 48 Stunden gesperrt worden. (©TURN ON 2015)

Wer mit Freunden oder Verwandten in Brasilien per WhatsApp in diesen Tagen einen Plausch halten will, dürfte Pech haben. Ein Gericht in São Paulo hat den beliebten Messenger für 48 Stunden landesweit gesperrt. Angeblicher Grund: fehlende Zusammenarbeit mit dem Gericht.

Was und wer genau hinter dem 48-stündigen Stopp von WhatsApp in Brasilien stecken und warum der Messenger blockiert wurde, teilten die Richter nicht mit. Die Blockade durch die brasilianischen Provider begann um 0 Uhr Ortszeit am Donnerstag, was 3 Uhr deutscher Zeit entspricht, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters.

WhatsApp blockiert – wegen Konkurrenz mit Telefonfirmen?

Die Sperrung von WhatsApp in Brasilien kommt zu einer Zeit, in der die brasilianischen Telefonanbieter versuchen, das Wachstum des Chat-Anbieters zu stoppen. Besonders durch die Möglichkeit, mit WhatsApp auch zu telefonieren, sehen sich die Telefonfirmen in ihrem Kerngeschäft behindert.

WhatsApp ist in Brasilien die beliebteste App und wird von 93 Prozent der User von TechTudo verwendet, einer sehr populären Technik-Webseite. WhatsApp selber gab die Zahl der Nutzer im größten südamerikanischen Land im April mit 45 Millionen an – zwei Monate zuvor waren es noch 38 Millionen. WhatsApp-Eigentümer Facebook gab zu der Angelegenheit keinen Kommentar ab. WhatsApp-Chef Jan Koum erklärte hingegen: "Wir sind über die kurzsichtige Entscheidung des Gerichts sehr enttäuscht. Mit WhatsApp wurde ein Kommunikationsweg blockiert, auf den viele Brasilianer sich verlassen, und es macht uns traurig zu sehen, dass Brasilien sich vom Rest der Welt isoliert."

Meinung des Autors
Was auch immer der Grund für die Sperre von WhatsApp in Brasilien ist – an dem Fall wird wieder einmal ein ganz neuer Konflikt deutlich: Weltumspannende Unternehmen wie etwa WhatsApp, Facebook oder auch der Taxi-Service Uber kommen in Konflikt mit lokalen Behörden und Unternehmen. Facebook geriet wegen seines laxen Umgangs mit Hasskommentaren in die Kritik und Uber bedroht mit seinen rabiaten Methoden die lokalen Taxi-Unternehmen. Allen diesen Firmen ist gemein, dass sie sich um lokale Gesetze und Gepflogenheiten oft wenig scheren. Der Service, den sie anbieten, ist bei den Nutzern meist extrem beliebt, woraus die jeweiligen Unternehmen gerne ableiten, sich ausschließlich an die eigenen Regeln halten zu müssen. Dass WhatsApp in Brasilien gesperrt wurde, dürfte ein Hinweis sein, dass sich die lokalen Behörden weltweit dieses Verhalten immer seltener bieten lassen wollen.
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