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Wie Samsung mit der Gear VR den Massenmarkt erobern will

Das neue VR-Ökosystem von Samsung.
Das neue VR-Ökosystem von Samsung. (©TURN ON 2016)

Samsung möchte Virtual Reality-Brillen wie die Gear VR so schnell wie möglich auf dem Massenmarkt etablieren. Zum Auftakt seiner Roadshow in Köln sprach der Hersteller gar von der "Demokratisierung" der virtuellen Realität. Doch nicht nur die Brille soll eine zentrale Rolle spielen, sondern auch die neue 360 Grad-Kamera Gear 360.

Mark Zuckerberg und die VR-Zombies: Keine zwei Wochen ist das Bild alt, auf dem der Facebook-Chef zu sehen ist, wie er an einer Riege von Journalisten vorbei schreitet, die ihn dank der aufgesetzten Virtual Reality-Brillen nicht sehen können. Aufgenommen wurde es während der Samsung-Pressekonferenz auf dem Mobile World Congress 2016. Bei den VR-Brillen auf dem Bild handelt es sich ausschließlich um Geräte der Marke Samsung Gear VR.

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Mark Zuckerberg auf dem MWC 2016. (©Mark Zuckerberg/Facebook 2016)

VR-Brillen für die Massen

Genau diese Brille sollte auch beim Auftakt der Samsung-Roadshow eine Rolle spielen, dem ich am Mittwoch in Köln beiwohnen durfte. Nicht nur das: Die "Virtuelle Realität" war sogar eines der Hauptthemen bei der Auftaktveranstaltung. Zwar gab es diesmal keine VR-Brillen für Pressevertreter, dafür aber deutliche Worte von Martin Börner, dem Deputy President von Samsung in Deutschland. Gleich mehrfach nahm dieser Bezug auf Zuckerberg und sprach von der virtuellen Realität als einer Innovation, die unser gesamtes digitales Leben verändern könne.

Die Gear VR soll dabei das Gerät sein, mit dem Samsung den jungen Markt gleich von Anfang an dominieren möchte. Dabei sei die UVP von 99 Euro als klares Statement zu verstehen, dass man mit der VR-Brille kein Nischenprodukt anbieten wolle. "Unser Ziel ist der Massenmarkt", stellte Börner klar. Dabei ist das sicherlich leichter gesagt als getan, denn die 99 Euro für die Brille sind ja nur ein Teil der Investitionen, die für das Eintauchen in die virtuelle Realität nötig sind. Um diese nutzen zu können, benötigen Kunden zusätzlich ein High-End-Smartphone vom Typ Galaxy S6 oder Galaxy S7.

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Den Content sollen die Nutzer liefern

Trotzdem sind die Südkoreaner als Smartphone-Marktführer in einer besseren Position als die Konkurrenz von LG, die es auch mit dem neuen LG  G5 und der zugehörigen Virtual Reality-Brille schwer haben dürfte, ähnliche Verkaufszahlen zu erreichen wie Samsung. Den Anspruch auf den Thron im jungen VR-Segment untermauert Samsung zudem mit der neuen Gear 360, einer 360 Grad-Kamera für Rucksack und Handtasche. Das interessante und extrem schicke Gadget nimmt Fotos und Videos im 360 Grad-Radius auf und kann diese über Galaxy S7 und S7 Edge direkt auf YouTube oder Facebook ausspielen – oder eben auf der Gear VR als begehbare Virtual Reality-Fotos oder -Videos.

Die Gear 360 funktioniert kinderleicht

Funktionieren wird die Gear 360 nur mit dem Galaxy S7 und dem kurvigen Schwestermodell Galaxy S7 Edge. Zudem wird die Kamera zum Marktstart wohl mit mehreren Hundert Euro zu Buche schlagen, wie ein Samsung-Produktmanager während der Roadshow andeutete. Noch gibt es allerdings weder Preis noch Release-Datum für das Gadget. Die zugehörige App Gear 360 Manager konnte ich mir hingegen am Mittwoch schon einmal demonstrieren lassen – versehen mit dem Hinweis, dass es sich dabei aktuell noch um eine Entwicklerversion handelt. Sie funktioniert praktisch wie eine ganz normale Kamera-App, nur das dafür die Gear 360 mit dem Smartphone verknüpft sein muss.

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Der Rest ist tatsächlich so kinderleicht wie das Fotografieren mit der integrierten Smartphone-Kamera und deutet schon mal an, wohin der Hase in den kommenden Jahren laufen soll: Hin zu Nutzer-generierten 360 Grad-Bildern und -Videos, die sich in Zukunft massenhaft auf Facebook, Instagram und YouTube finden sollen.

Facebook und Samsung: Im Gleichschritt in die virtuelle Realität

Samsung möchte diese Entwicklung als Hardware-Hersteller fokussieren und spricht schon jetzt vom Aufbau eines kompletten VR-Ökosystems. Martin Börner nannte dies die "Demokratisierung" einer Technologie. Im Endeffekt wurde mir damit auch klar, warum Mark Zuckerberg der absolut passende Gaststar für die MWC-Pressekonferenz von Samsung gewesen war: Facebook und Samsung scheinen in Bezug auf Virtual Reality im Moment absolut die gleiche Vision zu teilen.

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