Meinung

Windows 10 Mobile: Seht her, Samsung & LG – so wird’s gemacht

Microsoft macht bei seinen Updates vieles richtig.
Microsoft macht bei seinen Updates vieles richtig. (©Microsoft 2016)

Samsung, Sony, LG und Co. dürfen sich gerne die eine oder andere Scheibe bei Microsoft abschneiden. Mit seinem Betriebssystem-Update auf Windows 10 Mobile zeigt der Konzern den meisten Smartphone-Herstellern, wie es geht.

Lange hat es gedauert, bis Microsoft das Upgrade der älteren Lumia-Smartphones auf Windows 10 Mobile endlich ausgerollt hat. Seit Donnerstag läuft die Maschine allerdings auf Hochtouren. Gleich eine ganze Palette von Smartphones erhält dabei das Update. Unter diesen finden sich auch ältere Modelle wie das Lumia 532 und Low-End-Geräte wie das Lumia 435. Ausgespielt wird das Update direkt von Microsoft und ohne Umweg über die Mobilfunkbetreiber.

Nischenhersteller zeigt, wie es geht

Damit demonstriert der Nischenhersteller Microsoft – denn nichts anderes als Nische ist Windows im Smartphone-Bereich mittlerweile – wie Software-Updates funktionieren können und lässt Branchengrößen wie Samsung, Sony oder LG ziemlich alt aussehen. Die bekommen es nämlich nach wie vor nicht auf die Reihe, Software-Updates für ihre Smartphones zeitnah auszuspielen. Sieht man von High-End-Modellen wie dem Samsung Galaxy S6, dem LG G4 oder dem Sony Xperia Z5 ab, schauen viele Smartphone-User bei den großen Herstellern im Android-Lager nach wie vor in die Röhre.

Ignoranz gegenüber dem Kunden

Warum das so ist: Nun mir fällt als logische Begründung eigentlich nur Ignoranz gegenüber dem Kunden ein. Wer ein günstiges Smartphone kauft, darf eben keine Software-Upgrades erwarten oder aber er muss Monate warten. Das ist umso beschämender, als dass sämtlichen Herstellern im Android-Lager der Großteil der Entwicklungsarbeit von Google abgenommen wird. Sie müssten die neuesten Android-Versionen eigentlich nur noch an ihre jeweiligen Geräte anpassen. Viel zu oft bleibt dieser Schritt allerdings aus.

Schlimmer noch: Selbst wichtige Sicherheitsupdates erreichen viele Smartphones manchmal nicht. Dabei macht es Google den Herstellern gerade in diesem Bereich schon ziemlich leicht und gliedert seit einigen Jahren die wichtigsten Sicherheitsupdates aus den Hauptupdates für Android aus. Selbst Smartphones mit Android 4.4 lassen sich über die separierten Sicherheitspatches sehr sicher halten – zumindest theoretisch. Doch selbst diese kleineren Updates, die keine Änderungen an der Nutzeroberfläche selbst nötig machen, werden von den Herstellern häufig nicht oder nur unzureichend an die Kunden weitergegeben.

Hardware und Software nicht aus einer Hand?

Das Argument, dass Hardware und Software bei vielen Herstellern anders als bei Google, Apple und Microsoft nicht aus einer Hand kommen, lasse ich nicht gelten. Faktisch tun sie das. Würden die Hersteller nämlich einfach die Android-Version von Google nehmen und diese jeweils direkt an die Kunden weiterreichen, dann gäbe es gar kein Problem.  Aber das machen sie eben nicht, sondern sie entwickeln auf Basis von Googles Arbeit ihr ganz eigenes, angepasstes Android. Das ist an sich keine schlechte Sache, denn viele Innovationen kommen ja so erst zustande. aber es kann eben auch keine Entschuldigung dafür sein, dass Updates nicht mehr nachgereicht werden.

Vieles hat sich gebessert

Dabei hat sich mittlerweile schon vieles gebessert. So hat etwa der Stagefright-Schock im vergangenen Sommer viele Smartphone-Hersteller dazu veranlasst, größeren Wert auf die Sicherheitsupdates zu legen. Mit teilweise viel Tamtam hatten Samsung, LG und Co. anschließend angekündigt, nun regelmäßig Patches zu liefern – und sie tun es auch. Doch sollte das nicht sowieso eine Selbstverständlichkeit sein?

Auf jeden Fall dürfen sich die großen Hersteller hier gern an Microsoft ein Beispiel nehmen. Die Redmonder bekommen es nämlich hin, fast eine ganze Modellpalette auf einmal mit Updates zu versorgen und sie lassen auch die Einstiegsklasse nicht zurück. Allein schon wegen solcher Dinge wäre es schade, wenn Windows 10 Mobile keine Chance bekommen würde.

Artikel-Themen

Weitere Artikel zum Thema

close
Bitte Suchbegriff eingeben