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3D-Fotos aufnehmen und ansehen: So geht's

Für 3D-Bilder müssen zwei Fotos vom selben Motiv gemacht werden.
Für 3D-Bilder müssen zwei Fotos vom selben Motiv gemacht werden. (©CC: Flickr/Krissa Corbett Cavouras 2015)

Im Kino erzeugen 3D-Filme das Gefühl, mitten in der Handlung zu sitzen. Mit der dritten Dimension, der Tiefe, imitiert der Film unser natürliches Sehverhalten und wirkt dadurch besonders realistisch. Aber nicht nur Filme können diesen Effekt kreieren, auch spezielle Objektive für Fotokameras. Möchtest Du 3D-Fotos aufnehmen, musst Du allerdings einige Dinge beachten, damit diese auch gelingen.

Um 3D-Aufnahmen zu machen, benötigst Du ein mit den entsprechenden technischen Features ausgerüstetes Kameraobjektiv. Zur Auswahl stehen hier Objektive mit 3D-Optiken wie das Lumix G 12,5mm F12-Objektiv von Panasonic, das Loreo 3D Makro für Nikon oder Canon und das NX Lens 45 mm F1.8 von Samsung. Unter den neuen Kompaktkameras ist zurzeit die Panasonic Lumix DMC-TZ35 3D-fähig.

So entsteht der Eindruck von räumlicher Tiefe

Alle 3D-Kameras bedienen sich einer ähnlichen Technik wie das menschliche Gehirn, um einen Tiefeneindruck zu erzeugen. Räumliche Tiefe entsteht durch einen leicht versetzten Blickwinkel, den das Gehirn zu einem dreidimensionalen Bild zusammensetzt. Die Sinneseindrücke liefern ihm die Augen. Da das rechte und das linke Auge einige Zentimeter voneinander entfernt liegen, sehen sie die Umwelt aus leicht unterschiedlichen Perspektiven und liefern dem Gehirn verschiedene Bilder. Diese verarbeitet das Gehirn, indem es die beiden Bilder zu einem einzigen dreidimensionalen Bild zusammensetzt.

Aus dem Kino, von Instagram und Internetseiten sind wir zweidimensionale, flächig wirkende Bilder gewohnt. Bildet ein Foto jedoch auch die dritte Dimension, also die Tiefe, ab, wirkt es besonders wirklichkeitsgetreu. Schließlich sind wir die räumliche Wahrnehmung durch unser natürliches Sehverhalten gewohnt. Durch das Simulieren der natürlichen visuellen Sinneseindrücke üben Fotografien, die mit einer 3D-Technik aufgenommen wurden, eine besonders intensive Wirkung auf den Betrachter aus. Doch nicht jede Kamera erzielt diesen Effekt mit denselben technischen Mitteln.

3D-Technik bei Kameras

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Für einige Kameras gibt es spezielle 3D-Objektive. (©CC: Flickr/Daniel Hoherd 2015)

Ebenso wie das menschliche Auge benötigt die Kamera Daten aus zwei verschiedenen Blickwinkeln, um diese in dreidimensionale Bilder umzuwandeln. Das erreicht sie mit zwei unterschiedlichen Techniken: Entweder versorgen zwei optische Systeme den Sensor mit leicht versetzten Bildern oder zwei im Objektiv integrierte LCD-Panels sorgen dafür, dass die aufgenommenen Bilder etwas versetzt auf den Sensor treffen.

Kompaktkameras tricksen hingegen bei der Abbildung von räumlichen Fotos. Zwar speichert auch hier die Kamera zwei Bilder derselben Szene ab. Jedoch sind diese nicht minimal versetzt wie bei den Spiegelreflexkameras, sondern bieten lediglich eine unterschiedliche Schärfe. Ein Bild ist scharf aufgenommen, das zweite unscharf. Übereinander gelegt erzielen sie eine dreidimensionale Wirkung für das menschliche Auge.

Geeignete Motive für 3D-Fotografien

3D-Aufnahmen mit einer guten Raumwirkung sind keine Schnappschüsse. Sie müssen sorgfältig vorbereitet und mit etwas Know-how ausgeführt werden. Dafür solltest Du Deine Kamera auf ein Stativ schrauben. So vermeidest Du Verwacklungen. Diese beeinträchtigen nämlich den 3D-Effekt des Bildes. Daneben sorgen folgende Tipps dafür, dass Dir die 3D-Aufnahme gelingt:

  • Stelle Deine Kamera mindestens in einem Abstand von zwei Metern zu Deinem Motiv auf
  • Meide sowohl Schwarz-Weiß-Motive als auch solche, deren Farben sehr harte Kontraste aufweisen. Beide Farbmodelle verursachen schnell eine unerwünschte Transparenz auf der Fotografie – es entstehen die sogenannten "Geisterbilder"
  • Hochkant aufgenommene Fotos liefern keinen sichtbaren dreidimensionalen Eindruck
  • Extreme Weitwinkel-Fotos gelingen ebenso wenig wie Aufnahmen mit einem Teleobjektiv mit extrem großer Brennweite
  • Je weniger Bewegung im Bild herrscht, desto besser gelingt die Aufnahme, da die Gefahr der Verwacklung geringer ist
  • Wähle eine hohe Blendenzahl, um eine hohe Tiefenschärfe zu erreichen. So vermeidest Du unscharfe Bereiche, die die Qualität der 3D-Aufnahme verschlechtern

Wiedergabe der 3D-Bilder

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Kann der 3D-Fernseher die Fotos nicht wiedergeben, müssen sie konvertiert werden. (©CC: Flickr/sarahluv 2015)

Sind die Bilder im Kasten, möchte sie jeder Fotograf zu Hause vergrößert auf dem Computerbildschirm oder dem Fernseher betrachten. Um die aufgenommenen 3D-Bilder über ein Medium wiederzugeben, gibt es mehrere Möglichkeiten. Besitzt Du einen 3D-tauglichen Fernseher mit HDMI-Anschluss, kannst Du Kamera und Fernseher häufig mit einem HDMI-Kabel miteinander verbinden und die Bilder auf den TV-Bildschirm übertragen.

Streikt Dein TV-Gerät bei der Wiedergabe, musst Du einen anderen Weg wählen, um Dir Deine Bilder auf einem großen Bildschirm anzuschauen. Dieser führt in der Regel über eine Konvertierung des Dateiformates Deiner aufgenommenen Bilder. Speichert die Kamera die Bilder nicht als JPGs, sondern im MPO-Format ab, musst Du diese in ein gängigeres Format wie dem Side by Side 3D-Format umwandeln, bevor Du sie auf den Fernseher streamst. Dieses Format bildet beide aufgenommenen Perspektiven direkt nebeneinander ab und ordnet sie so für die räumliche Wahrnehmung des rechten und des linken Auges.

Für die Umwandlung der MPO-Dateien ins Side by Side-Format kannst Du beispielsweise das windowskompatible Programm StereoPhoto Maker zur Hilfe nehmen oder das mackompatible Programm GraphicConverter.

Zusammenfassung

  • Um 3D-Aufnahmen zu machen, benötigst Du ein mit den entsprechenden technischen Features ausgerüstetes Kameraobjektiv
  • Alle 3D-Kameras bedienen sich einer ähnlichen Technik wie das menschliche Gehirn, um einen Tiefeneindruck zu erzeugen
  • Durch das Simulieren der natürlichen visuellen Sinneseindrücke üben 3D-Fotografien eine besonders intensive Wirkung auf den Betrachter aus
  • Ebenso wie das menschliche Auge benötigt die Kamera Daten aus zwei verschiedenen Blickwinkeln, um diese in dreidimensionale Bilder umzuwandeln
  • Für einen 3D-Effekt versorgen zwei optische Systeme den Sensor mit leicht versetzten Bildern oder zwei im Objektiv integrierte LCD-Panels
  • Kompaktkameras nehmen ein scharfes und ein unscharfes Bild auf. Übereinander gelegt erzielen sie eine dreidimensionale Wirkung
  • Stelle Deine Kamera mindestens in einem Abstand von zwei Metern zu Deinem Motiv auf
  • Meide sowohl Schwarz-Weiß-Motive als auch solche, deren Farben sehr harte Kontraste aufweisen. Beide Farbmodelle verursachen eine unerwünschte Transparenz auf der Fotografie
    hochkant aufgenommene Fotos liefern keinen sichtbaren dreidimensionalen Eindruck
  • Extreme Weitwinkel-Fotos gelingen ebenso wenig wie Aufnahmen mit einem Teleobjektiv mit extrem großer Brennweite
  • Je weniger Bewegung im Bild, desto besser gelingt die Aufnahme
    wähle eine hohe Blendenzahl, um eine hohe Tiefenschärfe zu erreichen
  • Mit einem 3D-tauglichen Fernseher kannst Du Deine Bilder über ein HDMI-Kabel auf den Bildschirm streamen
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