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6 Tipps für Kamera- und Smartphone-Akkus bei Kälte

Bei Kälte reagieren Akkus von Kamera und Smartphone empfindlich.
Bei Kälte reagieren Akkus von Kamera und Smartphone empfindlich. (©Picture Alliance/ Tetra Images/ Bildagentur-online 2015)

Die kalte Jahreszeit steht vor der Tür. Vor allem für Akkus von Smartphones oder Kameras ist Kälte jedoch kein guter Begleiter, da deren Leistungsfähigkeit bei niedrigen Temperaturen erstaunlich sinkt. Wir verraten Dir, was Du beachten solltest, um auch im Winter keine Akku-Probleme zu bekommen.

Smartphones und Kompaktkameras sind unsere ständigen Begleiter. Dabei vergessen wir gern, dass es sich um hochkomplexe technische Geräte handelt, die meist in ultraschlanke Gehäuse gepresst werden. Diese reagieren nicht nur empfindlich auf Stürze, sondern kommen auch mit Nässe und Kälte nicht so gut klar.

Vor allem die Lithium-Ionen-Akkus in Smartphones und Kameras reagieren auf Kälte nicht so gut und leisten sich bei niedrigen Temperaturen Schwächen, die sonst nicht vorkommen. Dabei ist es auch egal, ob es sich um Einsteiger-Geräte oder um absolute High-End-Devices handelt – die Akku-Technik ist grundsätzlich die Gleiche: Die Elektronen wandern vom Plus- zum Minuspol. Bei zunehmender Kälte vergrößert sich jedoch der elektrische Widerstand im Akku und die Wanderung wird schwieriger.

1. Akku-Leistung bei Kälte optimieren

Als Ergebnis dieser Entwicklung hält der Akku eines Smartphones oder einer Kompaktkamera bei Kälte nicht mehr so lange durch wie bei wärmeren Temperaturen. Bereits unter 10 Grad Celsius sinkt die Leistungsfähigkeit teilweise dramatisch ab. Deshalb solltest Du die Geräte bei längeren Winterspaziergängen möglichst nah am Körper zu tragen und sie in dicke Jackentaschen einpacken. Innentaschen einer Jacke bieten dabei deutlich mehr Wärme als Außentaschen. Schlechter aufgehoben sind die Geräte bei winterlichen Temperaturen in Handtasche oder Rucksack – zumindest dann, wenn Du länger im Freien unterwegs bist. Auch ein parkendes Auto ist bei Minusgraden kein guter Ort für Smartphone oder Kamera. Im Inneren des Fahrzeugs herrschen nämlich schnell die gleichen Temperaturen wie draußen.

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Smartphones sollten bei Kälte gut eingepackt werden. (©Picture Alliance/ Andrea Warnecke 2015)

2. Überflüssige Funktionen abschalten

Damit der Akku trotz Kälte lange durchhält, empfiehlt es sich, überflüssige Funktionen abzuschalten, um dadurch den Stromverbrauch zu reduzieren. Bist Du beispielsweise auf einem Skiausflug, dann wirst Du höchstwahrscheinlich ohnehin keinen WiFi-Empfang haben, weshalb Du diese Funktion auch gleich ganz ausschalten kannst. Auch der Blitz an der Kamera kann bei guten Lichtverhältnissen abgeschaltet werden. Kameras sollten, wenn sie gerade nicht für ein Foto benötigt werden, zwischenzeitlich sogar ganz ausgeschaltet werden.

3. Ersatzakkus warm transportieren

Wer längere Zeit mit der Kamera im Freien unterwegs ist, hat oft Ersatzakkus dabei. Diese sollten möglichst warm eingepackt werden, damit sie beim Einlegen in das Gehäuse noch keine eisigen Temperaturen haben. Ansonsten droht, wie schon beschrieben, ein erheblicher Leistungsverlust.

4. Akkus vor hoher Luftfeuchtigkeit schützen

Wenn Du Smartphones, Kameras oder Akkus in einem dicken Mantel nahe am Körper trägst, dann herrscht dort oft eine hohe Luftfeuchtigkeit. Diese ist schädlich für die Elektronik. Solltest Du länger draußen unterwegs sein, ist es deshalb zu empfehlen, die Geräte in Plastikfolie einzupacken. Das verringert die Bildung von Kondenswasser am Gerät.

5. Temperaturschwankungen vermeiden

Auch Temperaturschwankungen sind für Akku und Technik prinzipiell nicht gut. Diese fördern die Korrosion der empfindlichen Bauteile. Im Winter besteht noch eine weitere Gefahr: Besonders wenn die Geräte großer Kälte ausgesetzt waren, solltest Du diese nicht direkt auf die Heizung legen, um sie wieder aufzutauen. Durch schnelles Auftauen kann sich im Inneren des Gehäuses Kondenswasser bilden, was wiederum Kurzschlüsse verursachen kann. Bei Kameras kommt hinzu, dass Kondenswasser auch in die Kameralinse eindringen kann. Am besten ist es daher, Smartphones und Kameras bei großer Kälte auszuschalten, diese langsam aufzutauen und erst bei Zimmertemperatur wieder in Betrieb zu nehmen.

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Nach dem Außeneinsatz sollten die Geräte aufgewärmt werden. (©Picture Alliance/ Tetra Images/ Bildagentur-online 2015)

6. Erst Aufwärmen dann Aufladen

Auch beim Aufladen des Akkus solltest Du darauf achten, dass dieser nicht zu kalt ist. Wenn die Batterie unterkühlt ist, lädt diese sich nämlich nicht vollständig auf, im schlimmsten Fall kann der Akku sogar dauerhaften Schaden nehmen. Deshalb sollte das Gerät am besten erst bei Zimmertemperatur wieder an die Steckdose kommen.

Zusammenfassung

  1. Generell sollten Smartphones und Kompaktkameras bei Kälte warmgehalten werden, weil sonst die Leistung deutlich sinkt
  2. Das Abschalten überflüssiger Funktionen verlängert die Lebensdauer des Batteriespeichers
  3. Ersatzakkus vom Kameras sollten möglichst warm transportiert werden, damit sie ihre volle Leistung abrufen können
  4. Zusätzlich vor dem Kälteschutz, sollten Geräte und Akkus auch vor zu hoher Luftfeuchtigkeit geschützt werden
  5. Auch schnelle Temperaturschwankungen sind nicht gut, da sich beim schnellen Aufwärmen Kondenswasser in den Bauteilen bilden kann
  6. Unterkühlte Akkus sollten erst nach dem Aufwärmen wieder aufgeladen werden, da sie sonst Schaden nehmen können
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