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7 Router-Technologien wie Supervectoring, MU-MIMO und Co. erklärt

Neuere Router wie die FritzBox 7590 unterstützen WLAN-Technologien wie Supervectoring und MU-MIMO.
Neuere Router wie die FritzBox 7590 unterstützen WLAN-Technologien wie Supervectoring und MU-MIMO. (©AVM 2018)

Router-Hersteller werben mit Features wie "Supervectoring 35b", "MU-MIMO", "Mesh", "Band Steering" und Co. Was damit gemeint ist, wissen aber nicht alle Käufer. Hier erklären wir, was es mit den neueren WLAN- und Router-Technologien auf sich hat.

1. VDSL-Supervectoring 35b: Schnellere Datenübertragung

Vectoring dient dazu, eine schnellere Datenübertragung in schon bestehenden Kupferleitungen zu erreichen. Super-Vectoring ist der Nachfolger und ermöglicht höhere Bandbreiten von theoretisch 300 MBit/s im Download und 50 MBit/s im Upload. Super-Vectoring muss vom Provider in den Verteilerkästen installiert werden und der Router muss die Technologie unterstützen.

2. MU-MIMO: Schnelles WLAN für mehrere Nutzer

Multi-User-MIMO versorgt mehrere Geräte mit schnellem WLAN. (© 2018 AVM)

Wenn ein Single-User-Router (SU-MIMO) zum Einsatz kommt, muss jedes verbundene Gerät warten, bis es mit dem Empfang und Versenden von Daten an der Reihe ist. Lädt also gerade der Sohn ein Spiel herunter, steht dem Vater weniger Bandbreite für das Video-Streaming zur Verfügung. "MU-MIMO" ("Multi-User Multiple-Input, Multiple-Output") hingegen erlaubt die gleichzeitige Kommunikation des Routers mit mehreren Geräten. Der Router verteilt die unterschiedlichen Datenströme je nach Bedarf an die Geräte – aktuelle Router setzen in der Regel bis zu vier Datenströme parallel ein. Ist die Bandbreite insgesamt groß genug, bleibt also genug übrig, damit der Vater seine Lieblingsserie streamen kann.

3. Mesh: WLAN für größere Wohnungen

Was ist, wenn der WLAN-Empfang in bestimmten Teilen des Hauses sehr schlecht ist? Bestimmte Geräte können dann in der Wohnung oder im Haus verteilt und mit dem Router verbunden werden, um mehrere WLAN-Netze zu erzeugen und sie zu einem Netzwerk zusammenzufassen. Das so erzeugte WLAN-Netzwerk nennt man ein "Mesh-Netzwerk" nach dem englischen "Mesh" für "Masche".

Der Zweck eines Mesh-Netzwerks ist die Vergrößerung eines WLAN-Netzes, damit es auch in abgelegenen Bereichen des Hauses oder der Wohnung erreichbar ist. Für die Errichtung eines Mesh-Netzwerks werden in der Regel sogenannte Repeater oder Powerline-Geräte eingesetzt. Die Powerline-Geräte mit WLAN nutzen die Stromleitung für die Datenübertragung.

4. Band Steering: Automatischer Wechsel zwischen 2,4 GHz und 5 GHz

Router mit Band Steering schalten automatisch ins weniger verwendete WLAN-Band um. (© 2018 AVM)

Die meisten WLAN-Router sind heute "dualbandfähig". Das heißt, sie nutzen sowohl das 2,4-GHz- als auch das 5-GHz-Funknetzwerk für die Datenübertragung. Die Router mit Band Steering sind in der Lage, das jeweilige Gerät automatisch mit dem weniger ausgelasteten WLAN-Frequenzband zu verbinden. In der Regel wird dies das 5-GHz-Band sein. So erhält der Nutzer stets genug Bandbreite und kann schneller und stabiler im Internet surfen.

5. Crossband Repeating: Schnelleres WLAN mit Repeatern

Crossband Repeating (oder Cross Band Repeating) bedeutet, dass sowohl Router als auch Repeater auf den 2,4-GHz- und 5-GHz-Bändern miteinander verbunden sind. Beim Sameband Repeating werden Datenpakete hingegen vom Repeater empfangen und dann an das WLAN-Gerät wie ein Smartphone weitergeleitet. Dabei wird die Geschwindigkeit zu Gunsten der vergrößerten Reichweite halbiert. Der Wechsel des Bandes bei der Übertragung vermeidet den Geschwindigkeitsverlust, weil so Senden und Empfangen parallel stattfinden können.

6. Beamforming: Die Antennen für besseren Empfang einstellen

Bei Radios richtet der Nutzer die Antennen so aus, dass er seine Lieblingssender gut empfangen kann. Tatsächlich bringt es auch Vorteile, wenn der Nutzer die Antennen auf seinem Router, falls an der Außenseite vorhanden, in die Richtung seiner Empfangsgeräte ausrichtet. Das ist allerdings nicht mit "Beamforming" gemeint, was vielmehr eine Software-Lösung beschreibt. Beim "Implicit Beamforming" passt der Router die Signalstärke anhand von Datenpaketen selbst an, die bei der Übertragung verloren gehen.

Das neuere "Explicit Beamforming" ist eine Fähigkeit von Routern mit dem WLAN-Standard 802.11ac. Der Router testet eigenständig die Funkbedingungen und stellt seine Antennen für optimales Beamforming ein, indem er Sendeleistung und Sendezeitpunkt der einzelnen Antennen festlegt. Der Benutzer muss die Antennen dafür nicht berühren.

7. VoIP/HD-Telefonie: Telefonieren über das Internet in hoher Qualität

VoIP ist die Zukunft der Telefonie. (© 2018 Getty Images/iStockphoto/scyther5)

"VoIP" bedeutet "Voice over IP" und beschreibt das Telefonieren über das Internet. Das ist bereits die Regel und die Telekom möchte ihre Kunden bis Ende 2018 sogar ausschließlich über VoIP telefonieren lassen, weswegen sie bis dahin alle analogen und ISDN-Anschlüsse abschaltet. VoIP hat einige Vorteile, so funktioniert die Sprachübertragung über das Internet schneller und ist mit einer deutlich besseren akustischen Qualität möglich, die als High-Definition-Telefonie bezeichnet wird. So lassen sich außerdem auch Smartphones für die Telefongespräche Zuhause einsetzen, sofern der Router-Hersteller eine passende App anbietet.

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