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8 Jahre Android: Das Betriebssystem im Wandel der Zeit

Android wird 8 Jahre alt und hat schon einiges erlebt.
Android wird 8 Jahre alt und hat schon einiges erlebt. (©CC: Flickr/Rob Bulmahn 2014)

Happy Birthday, Android! Das Betriebssystem erblickte am 21. Oktober 2008 das Licht der Welt und hat nach gerade einmal acht Jahren weltweit schon mehr als 1,5 Milliarden Nutzer. Zu seinem Geburtstag zeigen wir, wie sich das mobile OS im Laufe der Zeit verändert hat.

Gerade einmal acht Jahre ist Android alt. Am 21. Oktober 2008 präsentierte Google seine auf Linux basierende Smartphone-Software offiziell der Öffentlichkeit. Was damals noch niemand ahnte: Innerhalb weniger Jahre sollte Android einen unvergleichlichen Siegeszug antreten und nahezu alle Konkurrenzsysteme vom Markt drängen.

Android 1.0

Nach der ersten Vorstellung 2007 dauerte es knapp ein Jahr, bis tatsächlich das erste Smartphone mit Android das Licht der Welt erblickte. Das T-Mobile G1 erschien im Oktober 2008 in den USA und war eine zu dieser Zeit noch häufiger anzutreffende Kombination aus Tastatur-Handy und Touchscreen-Gerät. Bereits damals gab es in Android ein Feature, dass sich seither alle Konkurrenz-Systeme abgeschaut haben: Das Notification Center. Auch die heute kaum noch wegzudenkenden Widgets wurden schon von Anfang an unterstützt. Was es jedoch noch nicht gab, war der Google Play Store. Damals nannte sich Googles Marktplatz für Apps schlicht Android Store. Das Angebot an Apps war aber eher bescheiden.

Android 1.6 Donut

Das Update Android 1.6 Donut erschien Ende 2009 und brachte vor allem eine entscheidende Neuerung: Erstmals unterstützte Android nun verschiedene Display-Auflösungen und damit auch verschieden große Bildschirme. Bis dahin hatte das Betriebssystem nur Auflösungen von maximal 320 x 480 Pixeln zugelassen. Angesichts der Tatsache, dass Sony 2015 mit dem Xperia Z5 Premium das erste Smartphone mit 4K-Bildschirm und einer Auflösung von 2160 x 3840 Pixeln vorgestellt hat, ist das heute kaum noch vorstellbar.

Android 2.0 Eclair

Kurz nach Donut kam mit Eclair die offizielle zweite Version von Android. Diese gab es damals exklusiv für das neue Motorola Droid. Neu und revolutionär war die Möglichkeit, das Smartphone mit Google Maps als Navigationsgerät zu nutzen. Auch andere Verbesserungen wie ein neuer Webbrowser oder Live-Wallpaper hielten Einzug. Zudem konnten nun mehrere Google-Konten auf einem Smartphone angelegt werden.

Android 2.3 Gingerbread

Als 2011 Gingerbread erschien, hatte Android seinen Siegeszug um die Welt längst angetreten. Zum ersten Mal unterstützte das Betriebssystem eine Frontkamera. Ansonsten waren die Verbesserungen der Version 2.3 eher unspektakulär. Trotzdem erschienen nun mehr Smartphones als je zuvor mit dem Google-Betriebssystem.

Android 3.0 Honeycomb

Honeycomb war die erste Android-Version, die speziell für Tablets entwickelt wurde. Doch auch auf Smartphones sollte diese umfassende Auswirkungen haben. So markierte Android 3.0 quasi den Anfang vom Ende der physischen Home-Buttons. Erstmals wurden alle Bedienelemente direkt auf dem Display eingeblendet. Auch die Action-Bar, also die Menüleiste im oberen Bereich von Apps, wurde mit Honeycomb offiziell eingeführt.

Android 4.0 bis 4.3: Ice Cream Sandwich und Jelly Bean

Ice Cream Sandwich und Jelly Bean folgten 2011 und 2012 und erstreckten sich über mehrere Versionen von Android 4.0. Vor allem auf dem Homescreen der Smartphones änderte sich einiges. So war es plötzlich möglich, durch das Übereinanderziehen von Icons neue Ordner anzulegen. Auch NFC-Support für Smartphones wurde dank Android Beam erstmals flächendeckend verfügbar. Ab Version 4.1 Jelly Bean führte Google erstmals seinen Dienst Google Now ein.

Android 4.4 Kitkat

Kitkat markierte 2013 die letzte Stufe von Android 4. Apps konnten nun trotz der Display-Buttons erstmals im Full Screen-Modus ausgeführt werden. Eine weitere Neuerung ist heute kaum noch wegzudenken. So gab es in Android 4.4 erstmals Emojis für die Standard-Tastatur des Smartphones.

Android 5.0 Lollipop

Mit Lollipop setzte Google 2014 auf eine umfassende Design-Änderung von Android. Das sogenannte Material Design fand schnell viele Freunde und ist wohl für die meisten Android-Nutzer heute kaum noch wegzudenken. Zudem begann Google nun, sein Betriebssystem nicht mehr nur für Smartphones, sondern auch für TV-Geräte, Wearables und sogar Autos anzubieten.

Android 6.0 Marshmallow

Android 6.0 wurde Ende September 2015 vorgestellt und gibt dem Nutzer mehr Rechte über seine Apps. So war es endlich möglich, den Programmen eigenständig Rechte einzuräumen oder zu verwehren. Zudem ließen sich Apps direkt und vollständig auf microSD-Karten installieren.

Android 7.0 Nougat

Bei Android 7.0 ging vieles schneller als in den Jahren zuvor. Bereits im Frühjahr 2016 wurden die ersten öffentlichen Beta-Tests zum neuen Betriebssystem gestartet, zu denen sich die Nutzer mit ihren Nexus-Geräten anmelden konnten. Der endgültige Release sollte dann im August 2016 erfolgen. Neu sind vor allem die zahlreichen Multitasking-Features, mit denen das hin- und herspringen zwischen einzelnen Apps so schnell geht wie noch nie. Auch die Energiesparfunktionen von Smartphones und Tablets wurden mit dem Nougat-Update umfangreich überarbeitet.

Android TV

Android TV könnte der nächste große Wurf für Google werden. Im Prinzip stellt das System den Versuch dar, eine umfassende und leicht zu bedienende Smart TV-Plattform auf Geräten unterschiedlichster Hersteller zu etablieren. Lange Zeit hatten Hersteller wie Sony, Panasonic oder Philips vergeblich versucht, eigene Smart TV-Portale zu etablieren. Das Ergebnis war für den Nutzer oft wenig befriedigend und das App-Angebot blieb dünn. Android TV konnte im ersten Jahr bereits eine Reihe von Herstellern gewinnen. Neben Fernsehern Sony, Philips und Sharp produzieren auch Asus, Nvidia und Razer eigene Set-Top-Boxen mit der Plattform. Weitere Partner wurden mit Hisense, TCL, Pace, Technicolor und Sagemcom erst Anfang Oktober 2015 bekannt gegeben. Selbst erste Pay-TV-Anbieter wollen ihre Set-Top-Boxen in Zukunft ab Werk mit Android TV ausstatten.

Android Wear

Auch Wearables und Smartwatches stehen längst im Fokus der Google-Entwickler. Der Markt ist noch relativ klein, doch allein für das Weihnachtsgeschäft 2015 sind mit Huawei Watch und Moto 360 (2015) zwei neue Uhren mit Android Wear erschienen, die dem Betriebssystem dabei helfen könnten viele Nutzer zu erobern. Weitere Hardware-Partner von Google sind Asus und LG. Sogar traditionelle Uhrenbauer scheinen die Software-Plattform mittlerweile für sich zu entdecken und könnten bald eigene Smartwatches auf Android-Basis anbieten.

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