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Abofalle: Was tun bei Zusatz-Gebühren auf der Handy-Rechnung

In die Abofalle getappt? Wir verraten Dir, was Du tun kannst.
In die Abofalle getappt? Wir verraten Dir, was Du tun kannst. (©Thinkstock/iStockphoto/seb_ra 2017)

Wer mit seinem Mobilfunkvertrag in eine Abofalle getappt ist, muss nicht verzweifeln. Es gibt mehrere Mittel und Wege, um gegen die zusätzlichen Gebühren auf der Handy-Rechnung vorzugehen.

Vielleicht warst Du auch schon einmal mit unbekannten Kosten auf der Mobilfunk-Rechnung konfrontiert. Schuld sind häufig sogenannte Abofallen, also kostenpflichtige Dienste die versehentlich beim Surfen im Internet gebucht werden und die dann als neue Posten auf der Rechnung des Netzbetreibers auftauchen und automatisch vom Konto abgebucht werden. Zum Glück kannst Du Dich gegen solche unseriösen Geschäftsmodelle zur Wehr setzten. Wir verraten Dir wie.

Wie funktioniert eine Abofalle?

Abofallen gibt es schon viel länger als Smartphones, Handys oder das Internet. Früher wurden diese den Leuten oft per Telefon aufgeschwatzt oder in Form von unseriösen Haustürgeschäften verkauft. Das mobile Internet macht es Abzockern aber deutlich leichter, Kunden zu ködern. Öffnest Du auf Deinem Smartphone über das mobile Internet nämlich versehentlich eine Website, auf der eine Abofalle versteckt ist, läuft im Hintergrund automatisch ein Prozess ab, bei dem Deine Mobilfunknummer an den Anbieter übermittelt werden kann. Dieser kann seine Zahlungsaufforderung dann direkt an Deinen Mobilfunkanbieter senden, sodass diese dann auf der Rechnung landen und das Geld automatisch mit von Deinem Konto abgebucht wird. Die gleiche Masche nutzen einige unseriöse Apps.

Drittanbietersperre einrichten

Damit Du gar nicht erst in eine Abofalle tappen kannst, solltest Du von vornherein eine sogenannte Drittanbieter-Sperre für Deinen Mobilfunkvertrag einrichten lassen. Diese Sperre verhindert, dass unseriöse Anbieter ungefragt eigene Dienste auf Deine Mobilfunkrechnung setzen können. Die Drittanbietersperre muss Dir jeder Mobilfunkanbieter auf Nachfrage kostenlos einrichten. Wende Dich dazu am besten an den Kundenservice Deines Anbieters.

Was, wenn die Falle schon zugeschnappt hat?

Etwas schwieriger wird es, wenn Du schon in die Abofalle getappt bist. Aber keine Sorge, denn in den vielen Fällen kannst Du aus dieser wieder entkommen. Oftmals basieren diese zwielichtigen nämlich nicht auf gültigen Verträgen. Ein gültiger Vertrag laut Gesetz erst dann zustande, wenn sich beide Parteien über den Vertragsinhalt und den -Preis geeinigt haben. Wenn Du jedoch nicht ausreichend über die Kosten informiert wurdest, handelt es sich auch nicht um einen gültigen Vertrag.

 Bei einer Abofalle solltest Du den Vertrag schriftlich anfechten. fullscreen
Bei einer Abofalle solltest Du den Vertrag schriftlich anfechten. (©Thinkstock/Siri Stafford 2017)

Den Vertrag anfechten

In so einem Fall kannst Du den Vertrag nachträglich anfechten. Dazu musst Du zunächst einmal herausfinden, mit welchem Anbieter das Abo besteht. Oft ist das gar nicht so leicht, da insbesondere unseriöse Unternehmen ihre Spuren häufig verwischen und die Rechnung über eine Abrechnungsfirma erstellen lassen. Diese Abrechnungsfirma wird trotzdem Deine erste Anlaufstelle sein, um die Identität des Abo-Anbieters festzustellen.

Die Anfechtung solltest Du am besten sofort per E-Mail oder Fax versenden und später unbedingt noch einmal per Brief als Einschreiben mit Rückschein. In der Anfechtung musst Du darlegen, warum aus Deiner Sicht kein gültiger Vertrag zustande gekommen ist. Ein Musterschreiben dafür findest Du bei der Verbraucherzentrale.

Das Widerrufsrecht nutzen

Grundsätzlich steht Dir zudem bei jedem Vertrag, den Du über Telefon und Internet abschließt, ein Widerrufsrecht von 14 Tagen zu. In diesem Zeitraum kannst Du den Vertragsabschluss schriftlich beim Vertragspartner widerrufen. Sollte eine Abofalle also erst seit Kurzem bestehen, kannst Du Deinen Vertrag in schriftlicher Form ohne Angabe von Gründen in dieser Frist widerrufen. Auch hier solltest Du allerdings unbedingt darauf achten, dass Du den Widerruf per Einschreiben verschickst.

Die Frist von 14 Tagen gilt allerdings nur, wenn der Anbieter Dich nach Vertragsabschluss über Dein Widerrufsrecht aufgeklärt hat. Ansonsten verlängert sich die Frist automatisch auf zwölf Monate und 14 Tage.

Zusammenfassung

  1. Abofallen versuchen meist, mit zwielichtigen Mitteln Geld über die Mobilfunkrechnung einzutreiben
  2. Eine Drittanbietersperre beim Netzbetreiber verhindert, dass andere Anbieter Abbuchungen über die Handy-Rechnung vornehmen können
  3. Wenn Du unwissentlich in eine Abofalle getappt bist, solltest Du den vermeintlichen Vertrag formell anfechten
  4. Eventuell kannst Du auch von Deinem gesetzlichen Widerrufsrecht Gebrauch machen, sofern die Frist dafür noch nicht verstrichen ist
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