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AMD oder Intel: Was ist besser für mich?

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Welcher Prozessor darf hier Platz nehmen?

Sind Prozessoren von Intel oder von AMD besser? Zwar ist das allgemein schwierig zu beantworten, aber die aktuellen Chips der beiden Hersteller haben verschiedene Nachteile und Vorzüge. Hier erfährst Du, welche das sind – und für wen sich Intel oder AMD besser eignet.

Intel und AMD produzieren beide Prozessoren für PCs und Notebooks. Davon abgesehen bieten die Unternehmen noch andere Produkte an, zum Beispiel Chipsätze für Mainboards. Die Technik der Spielekonsolen PlayStation 4 und Xbox One S/X stammt von AMD und dieser Hersteller entwickelt auch Prozessor und Grafikeinheit für die kommenden Konsolen PlayStation 5 und Xbox Scarlett.

Intel baut im Gegensatz zu AMD noch keine Grafikkarten oder Konsolentechnik. Die Frage, welcher der Chiphersteller zu bevorzugen ist, stellt sich insgesamt also fast nur im Bereich der PC- und Notebook-Prozessoren.

Laptops mit AMD-Chips: Selten, aber starke interne Grafik

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Die leistungsfähigsten Laptop-Chips wie der Intel Core i7-9750H im Razer Blade 15 Advanced (2019) stammen alle von Intel.

Im Laptop-Bereich dominiert klar Intel, hier gibt es aber auch einige Modelle mit AMD-Prozessoren und solche, bei denen AMD-Chips alternativ zu Intel-Chips angeboten werden. Normalerweise sind AMD-Prozessoren in eher günstigen Notebooks verbaut, auch ist bei alternativen Modellen das AMD-Pendant in der Regel das preiswertere.

Es gibt aber auch einige High-End-Laptops mit AMD-Chip. So wird das HP EliteBook 745 in einer Konfiguration für über 1700 Euro mit dem Ryzen 7 3700U angeboten. Günstige Gaming-Laptops wie bestimme Modelle von Asus TUF Gaming sowie das Acer Aspire Nitro 5 kombinieren die Hersteller auch manchmal mit AMD-Chips. Das Nitro 5 mit dem Ryzen 7 2700U hatte im Test von Notebookcheck beispielsweise einen guten Eindruck hinterlassen.

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Das Lenovo ThinkPad T495 setzt auf einen AMD Ryzen Pro 3500U.

Auch einige Lenovo ThinkPads gibt es mit AMD-Chip und diese sind in der Regel günstiger als ihre Intel-Pendants. NBC empfiehlt das ThinkPad T495 mit dem Ryzen 5 Pro 3500U gegenüber dem Intel-Modell, während das Fachmagazin auch das ThinkPad E595 für eine konstante und hohe CPU-Leistung lobt, an die Intel nicht ganz heranreiche. Beim ThinkPad E485 war das noch anders, hier wurde der AMD-Prozessor ausgebremst und das Intel-Modell wusste mehr zu überzeugen.

Eine allgemeine Empfehlung für Intel- oder AMD-Modelle lässt sich bei Notebooks schwer aussprechen, hier kommt es stets auf das konkrete Gerät und den Einsatzzweck an. Allerdings gibt es drei generelle Unterschiede, die für manche entscheidend sein können: Erstens ist die Leistung der mit den mobilen Ryzen-Chips verbundenen Vega-Grafik deutlich höher als die von in Intel-Chips integrierte Grafik. Teils reicht sie für die flüssige Darstellung weniger anspruchsvoller oder älterer 3D-Spiele aus und FreeSync wird unterstützt. Zweitens: Der Preis vergleichbarer AMD-Chips ist niedriger. Dafür stammen, drittens, die stärksten mobilen Prozessoren, etwa in High-End-Gaming-Laptops und Workstations, ausschließlich von Intel.

Desktop-PCs: AMD holt zu Intel auf

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Die schnellsten Gaming-Chips macht Intel, aber AMDs Alternativen sind günstiger.

Im Bereich der Desktop-Prozessoren sind Intel und AMD ähnlich bedeutende Konkurrenten. Dabei haben zumindest die aktuellen Chips der Ryzen-3000- und der neunten Intel-Core-Generation unterschiedliche Schwerpunkte. Kurz gesagt eignen sich die Intel-Chips tendenziell etwas besser für Gamer und die AMD-Chips für produktives Arbeiten – vor allem in der Oberklasse. Hier lohnt es sich aber, näher hinzusehen, denn aufgrund des Preis-/Leistungsverhältnisses kann sich auch ein AMD-Chip am besten zum Gaming eignen und je nach Anwendung (zum Beispiel Photoshop) auch einmal ein Intel-Chip für Programme.

Ein grundsätzlicher Unterschied besteht darin, dass die regulären AMD-Prozessoren der Mittel- und Oberklasse keine integrierte Grafik bieten, während die Intel-Pendants überwiegend eine integrierte Grafik mitbringen. Das bedeutet, dass in AMD-PCs zusätzlich eine Grafikkarte eingebaut werden muss, während Windows und einfache grafische Anwendungen auf Intel-PCs auch ohne dedizierte Grafikkarte laufen.

Ein weiterer Unterschied zwischen den aktuellen Generationen, also Ryzen 3000 und Intel Coffee Lake Refresh: Nur die AMD-Prozessoren unterstützen PCI Express 4.0 und die entsprechenden Mainboards. PCIe 4.0 sorgt für eine schnellere Verbindung zu Prozessor, Grafikkarte, M.2-SSD und mehr. Das macht die Investition in AMD zur Zeit etwas zukunftssicherer, allerdings sind die tatsächlichen Performanceunterschiede der zugehörigen Bauteile im Vergleich zu PCIe 3.0 noch nicht allzu groß. Insbesondere für die meisten Gamer wird sich ein teureres PCIe-4.0-Mainboard mit dem X570-Chipset auf absehbare Zeit nicht unbedingt lohnen.

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Mainboards mit AMD-X570-Chipset wie das MSI MEG X570 ACE unterstützen zwar PCIe 4.0, kosten dafür aber deutlich mehr als beispielsweise B450- oder X470-Mainboards.

Die Leistungsklasse der Prozessoren erkennt man an ihrem Namen. Je größer bei Intel die Zahl nach dem "i" ist, desto leistungsfähiger sind die Chips tendenziell und desto mehr Rechenkerne haben sie. Will heißen: Intel Core i9 ist schneller als der i7 ist schneller als der i5 ist schneller als der i3. Darunter lauern noch einige Pentium- und Celeron-Chips, die aber eher für Unternehmen und reine Office-Anwender eine Rolle spielen.

Bei AMD gilt die Regel: Ryzen 7 ist schneller als Ryzen 5 ist schneller als Ryzen 3. Davon abgesehen gibt es die "APUs" von AMD mit integrierter Grafikkarte, die von AMD A10 bis hinunter zum AMD A4 reichen. Die integrierte Grafikkarte ist hier viel leistungsfähiger als die integrierte Grafik der Intel-Chips, aber sie reicht nicht an aktuelle dedizierte Grafikkarten heran.

Die Prozessoren sind ohne oder im Bundle mit einem Kühler zu haben. Hierzu ist zu sagen, dass die AMD-Kühler in der aktuellen Generation deutlich besser sind als die Intel-Kühler. Bei Intel ist der Erwerb eines gesonderten Kühlers zu empfehlen.

Einsteigerklasse: Ryzen 3200G vs. Intel Core i3-9100F für 90-100 Euro

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Der AMD Ryzen 3200G rechnet langsamer als der Intel Core i3-9100F, aber hat eine integrierte Grafik.

Die beiden Quad-Core-Chips AMD Ryzen 3200G und Intel Core i3-9100F sind eine gute Wahl in der Einstiegsklasse. Bei der Prozessorleistung liegt der Intel-Chip um etwa 10 Prozent vorne, aber der Ryzen bietet – wie üblich für die AMD-Chips mit dem "G" im Namen –  eine recht starke integrierte Grafik, die Vega 8. Zum Beispiel läuft das "Resident Evil 2"-Remake in 720p bei mittleren Settings auf dem Ryzen 3200G mit flüssigen 62 FPS, wie PCGH ermittelt hat. Weniger anspruchsvolle oder ältere Games sind spielbar, aber wer ohnehin eine dedizierte Grafikkarte kaufen möchte, der sollte zum Intel greifen.

Die Intel-Chips wie der i3-9100F mit einem "F" im Namen verzichten auf die integrierte Grafik. Wer den Intel Core i3-9100F kauft, braucht also noch eine Grafikkarte zusätzlich.

Den Ryzen 3200G findet man mit Wraith-Stealth-Kühler für um die 100 Euro, den Intel Core i3-9100F ohne Kühler für etwa 90 Euro.

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Mittelklasse: Ryzen 3600 vs. Intel Core i5-9600K für 200-250 Euro

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Der AMD Ryzen 3600 ist günstiger als der Intel Core i5-9600K.

In der Mittelklasse finden sich Sechskern-Prozessoren, die auch für aktuelle Spiele sehr empfehlenswert sind. Für die relativ geringe Mehrleistung der noch schnelleren Prozessoren zahlt man dann nämlich einen saftigen Aufpreis, der es vielen Zockern nicht wert sein wird. Im Übrigen gilt das noch mehr für den rund 40 Euro betragenden Aufpreis des Ryzen 3600X, der in Spielen und Anwendungen nur ein bis zwei Prozent schneller ist als der Ryzen 3600.

In Games ist der Ryzen 3600 laut PCGH etwa fünf Prozent schneller als der i5-9600K und in Anwendungen rechnet er sogar 20 Prozent schneller. Dabei kostet der Intel 50 Euro mehr. Insofern gewinnt der Ryzen 3600 das Leistungs- und das Preis-/Leistungsduell in der Mittelklasse. Der Intel-Chip könnte etwa dann Sinn ergeben, wenn Du Dir gleich ein passendes Mainboard besorgen möchtest, um irgendwann auf Core i7 oder Core i9 upzugraden.

Der Ryzen 3600 ist mit Wraith-Stealth-Kühler für um die 200 Euro zu haben, der Intel Core i5-9600K ohne Kühler für etwa 250 Euro.

Obere Mittelklasse: Ryzen 3700X vs. Intel Core i7-9700K für 350-400 Euro

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Der AMD Ryzen 3700X ist in Spielen schwächer, aber in Anwendungen stärker als der Intel Core i7-9700K.

Der der oberen Mittelklasse gibt es die besser für die Zukunft gerüsteten Achtkern-Prozessoren Ryzen 3700X und den Intel Core i7-9700K. Jedenfalls besagt eine gängige Theorie, dass immer mehr Spiele für Achtkerner optimiert werden dürften, da PlayStation 5 und Xbox One Scarlett wohl solche Chips spendiert bekommen. Für rechenintensive Anwendungen wie Videobearbeitung sind Prozessoren mit mehr Kernen ohnehin besser geeignet.

In Anwendungen ist der Ryzen 3700X etwa 15 Prozent schneller als der Ryzen 3600 – und satte 30 Prozent schneller als der Intel Core i7-9700K, schreibt PCGH. In Spielen sieht es anders aus, hier ist der Intel Core i7-9700K um die zwei Prozent schneller als der Ryzen 3700X. Dabei kostet der Ryzen 3700X auch noch 50 Euro weniger. So gewinnt der AMD-Chip das Preis-/Leistungsrennen mit Bravour. Laut dem Vergleichstest von Digital Foundry liegt der i7-9700K in Games aber deutlicher vorne, laut Jarrod's Tech sind es im Schnitt 10 Prozent. Das Ergebnis hängt jeweils stark von den getesteten Games und der Testmethode ab. So oder so ist der Ryzen aber günstiger für das Gebotene als der Intel-Prozessor.

Der Ryzen 3700X ist mit Wraith-Prism-Kühler für 350 Euro zu haben, der Intel Core i7-9700K für 400 Euro ohne Kühler.

Oberklasse: Ryzen 3900X vs. Intel Core i9-9900K für 500 Euro

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Der Ryzen 3900X hat mehr Rechenkerne als der Intel Core i9-9900K.

Der 8-Kerner Intel Core i9-9900K ist der zur Zeit beste Prozessor für Computerspiele. Laut PCGH liegt er vier bis fünf Prozent vor dem 12-kernigen Ryzen 9 3900X, bei Anwendungen schlägt allerdings der AMD-Chip den Intel-Wettstreiter um bemerkenswerte 40 Prozent. Das liegt nicht zuletzt an den zusätzlichen Rechenkernen, von denen viele Anwendungen besonders profitieren. Derweil ist der Ryzen 3900X in Games um die vier Prozent schneller als der 3700X und in Anwendungen immerhin 20 Prozent. Der Grund ist, dass Computerspiele Prozessoren mit mehr als vier Kernen noch selten optimal ausnutzen und bei Games vor allem die Taktrate zählt.

Der Ryzen 3900X und der Intel Core i9-9900K kosten um die 500 Euro. Allerdings ist der AMD-Prozessor zur Zeit nicht bei Händlern vorrätig.

Fazit: AMD bietet zur Zeit ein tolles Preis-/Leistungsverhältnis

Mit der Ryzen-3000-Generation hat AMD einen echten Preis-/Leistungsknüller auf den Markt gebracht. Bei der Games-Performance liegen die Intel-Chips teils leicht vorne, aber für einen deftigen Aufpreis. Das Blatt kann sich wieder wenden, aber man kommt zum aktuellen Zeitpunkt kaum umhin, wenigstens in der Mittel- und Oberklasse für Desktop-PCs einen AMD-Chip zu empfehlen.

Bei Notebooks hingegen hängt die Wahl eher vom konkreten Laptop-Modell ab. Als AMD-Vorteil kann hier der starke interne Vega-Grafikchip gelten, sofern keine dedizierte Grafikkarte verbaut ist. Derweil entwickelt Intel in der Oberklasse die deutlich schnelleren Notebook-Prozessoren.

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