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Android Go: Das kann das schlanke Betriebssystem

Android Go ist eine abgespeckte Form von Android 8 Oreo und soll leistungsschwachen Smartphones dennoch zu einer ordentlichen Performance verhelfen. Was das schlanke Google-Betriebssystem ausmacht, haben wir uns genauer angeschaut.

Android Go, auch bekannt als Android Oreo (Go Edition), wurde speziell dafür entwickelt, auch auf leistungsschwächeren Smartphones ein ordentliches Nutzererlebnis zu ermöglichen – ohne deswegen auf eine aktuelle Firmware verzichten zu müssen. Dafür besteht Android Go im Grunde aus drei optimierten Bereichen: Das Betriebssystem an sich, der Google Play Store und natürlich die Apps selbst. Das eigentliche System basiert zwar auf Android 8 Oreo, begnügt sich aber mit deutlich schwächerer Hardware. So läuft die optimierte Version sogar auf Mobiltelefon, die gerade mal 512 MB oder 1 GB Arbeitsspeicher besitzen – also Geräte der absolut unteren Einsteigerklasse.

Optimiert für Smartphones mit wenig Speicher

Da derlei günstige Geräte oftmals auch bei der Speicherkapazität limitiert sind, häufig sind nur 8 oder 16 GB Speicher an Bord, wurde Android Go insbesondere auf einen deutlich geringeren Speicherplatzbedarf optimiert. Durch den Data-Saver-Modus werden Apps unter Android Go um bis zu 15 Prozent schneller geladen, als das bei vorherigen Android-Versionen der Fall gewesen war. Unter Android Go ist dieses Feature standardmäßig aktiviert, um vor allem auch unterwegs weniger Datenvolumen zu verbrauchen.

Diese neun Apps sind auf Android-Go-Smartphones vorinstalliert

 Spezielle Go-Versionen populärer Google-Apps sind bereits vorinstalliert. fullscreen
Spezielle Go-Versionen populärer Google-Apps sind bereits vorinstalliert. (©TURN ON 2018)

Doch allein ein schlankeres Betriebssystem reicht nicht, wenn nicht auch die Apps dafür optimiert wurden – was aber bei Android Go der Fall ist. Dafür stellt Google Nutzern von Android Go spezielle Versionen seiner populärsten Apps bereit, die auch auf leistungsschwachen Geräten zufriedenstellend ihren Dienst verrichten sollen. Sie belegen nicht nur bis zu 50 Prozent weniger Speicherplatz auf dem Smartphone, sondern überzeugen auch mit flotter Performance. Auf Android-Go-Smartphones sind grundsätzlich diese neun optimierten Apps vorinstalliert:

  • Google Go
  • Google Assistant Go
  • YouTube Go
  • Google Maps Go
  • Gmail Go
  • Gboard Go
  • Google Play Store
  • Chrome
  • Files Go

Zu beachten ist, dass die genannten Apps ihren großen Vorbildern im Grundsatz zwar in nichts nachstehen, einige Features oder kleinere Gimmicks können aber dennoch fehlen. Wer etwa sein Smart Home mit Google Assistant Go steuern möchte, wird darauf verzichten müssen. Viele andere Sachen funktionieren natürlich dennoch, etwa das Stellen eines Alarms oder auch das Befragen der künstlichen Intelligenz. Klar ist aber: Bei derart optimierten Anwendungen müssen irgendwo kleinere Abstriche gemacht werden. Weitere angepasste Anwendungen dürften künftig folgen.

Play Store für Android-Go-Nutzer speziell angepasst

Der Play Store ist natürlich das Fundament eines jeden Android-Smartphones – Android-Go-Modelle bilden dahin gehend keine Ausnahme. Dabei handelt es sich um eine exklusive Play-Store-Version, die speziell an die Möglichkeiten von leistungsschwächeren Mobiltelefonen angepasst wurde. Schon auf der Startseite werden direkt passende Anwendungen für Android Go empfohlen, womit den Nutzern der Einstieg in das abgespeckte System erleichtert wird.

Erste Smartphones mit Android Go bereits zu kaufen

 Das Nokia 1 mit Android Go gibt es derzeit für rund 100 Euro zu kaufen. fullscreen
Das Nokia 1 mit Android Go gibt es derzeit für rund 100 Euro zu kaufen. (©TURN ON 2018)

Entwickelt wurde Android Go vor allem, um Kunden in Schwellenländern wie Indien ein passendes Angebot unterbreiten zu können. Die Menschen in diesen Regionen haben eine starke Nachfrage vor allem nach günstigen Smartphones um die 100 US-Dollar, die dennoch ein ordentliches Benutzererlebnis für soziale Netzwerke und Co. bieten sollen. Erste Android-Go-Smartphones wurden im Rahmen des MWC 2018 im Februar angekündigt.

Seit Kurzem gibt es in Deutschland etwa auch das Nokia 1 mit Android Go zu kaufen. Ob das Zusammenspiel zwischen Hard- und Software ordentlich funktioniert, haben wir in unserem Test untersucht. Ohnehin ist Google für den Erfolg von Android Go auf die Smartphone-Hersteller angewiesen – schließlich verpufft der Effekt einer optimierten Software schnell, wenn es keine passenden Geräte dazu gibt oder Hersteller nur unschöne Brocken auf den Markt bringen. Während es zum Start von Android Go gerade mal ein paar Geräte mit dem System gibt, dürften mit der Zeit zahlreiche weitere Veröffentlichungen anstehen. Namhafte Hersteller wie Huawei oder Samsung haben bereits ihre Unterstützung zugesichert.

Zusammenfassung

  1. Android Go basiert auf Android 8 Oreo, wurde aber speziell für leistungsschwache Smartphone entwickelt
  2. Funktioniert auch auf Geräten mit wenig RAM und wenig Speicherplatz
  3. Ab Werk neun vorinstallierte Google-Apps in der Go-Version, etwa YouTube oder Gmail
  4. Eigenes angepasster Play Store mit gezielten Empfehlungen für Android Go
  5. Erste Android-Go-Smartphones wurden auf MWC 2018 vorgestellt und gibt es zu kaufen

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