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Android-Smartphone kaputt: So kannst Du Deine Daten sichern

Android-Smartphone kaputt? Die Daten kannst Du trotzdem noch retten.
Android-Smartphone kaputt? Die Daten kannst Du trotzdem noch retten. (©Thinkstock/mheim3011 2017)

Dein Smartphone ist beim Rennen aus der Tasche gerutscht und kaputt gegangen? Das Android-Gerät ist auf den Boden gekracht, das Display ist hinüber und auch sonst ist nicht klar, ob sich das Handy nochmal zum Leben erwecken lässt? Da auf dem guten Stück aber noch jede Menge wichtige Daten wie Fotos und Videos sind, willst Du diese natürlich retten. Meistens geht das auch – wir zeigen Dir wie.

Beim Sichern der Daten von einem beschädigten Android-Smartphone ist es entscheidend, ob der Sperrbildschirm aktiviert ist oder nicht. Obwohl Du viel leichter an die Daten herankommst, wenn das Smartphone nicht besonders gesichert ist, solltest Du das Gerät natürlich immer per Sperrbildschirm vor neugierigen Blicken abschließen. Zudem sollte auch das USB-Debugging erlaubt sein, um per USB die Daten sichern zu können. Und der beste Schutz gegen Datenverlust ist es, die wichtigen Bilder, Kontakte, Videos und andere Informationen regelmäßig zu sichern. Solltest Du das nicht gemacht haben, ist dennoch nicht alles verloren. Grundsätzlich muss das Gerät aber natürlich noch laufen.

Fall 1:  Du hast keinen Sperrbildschirm aktiviert

 Die Samsung Kies Smartphone-Software: Daten sichern geht damit sehr einfach. fullscreen
Die Samsung Kies Smartphone-Software: Daten sichern geht damit sehr einfach. (©TURN ON 2017)

Wie gesagt, es ist definitiv nicht zu empfehlen, das Handy nicht zu sperren, aber bei einem kaputten Android-Smartphone der einfachste Weg, Daten zu sichern. Du startest das Gerät dann einfach neu und verbindest es per mitgeliefertem USB-Kabel mit dem Computer. Unter Windows 7 bis Windows 10 sollten die Ordner des Smartphones im Windows Explorer angezeigt werden.

  • Daten, die wie Bilder in Dateien vorliegen, kannst Du einfach per Drag & Drop mit der Maus auf den PC kopieren. Bilddateien liegen unter anderem im Ordner "Camera" auf Deinem Smartphone.
  • Wenn Du gespeicherte Daten wie etwa Kontakte retten willst, brauchst Du ein spezielles Programm dazu. Es gibt welche vom Hersteller des Android-Smartphones, etwa Samsung Kies.
  • Solltest Du etwa ein Backup-Programm wie MyPhoneExplorer nutzen, geht das natürlich auch noch, wenn das Smartphone kaputt ist.
  • Hast Du ein Smartphone mit SD-Karte, sind auf dieser Karte viele – aber vermutlich nicht alle – wichtigen Daten gespeichert. Die Karte kannst Du zum Beispiel mit einem Kartenleser am PC verwenden.

Fall 2: Sperrbildschirm aktiv, aber kein USB-Zugriff aktiviert

In diesem Fall ist die Datensicherung sehr schwierig. Du hast eine geringe Chance, wenn das kaputte Gerät etwa ein Samsung Galaxy S3 ist. Dieses Modell und einige andere haben eine so genannte USB-Schnittstelle On-the-Go. Mit einem OTG-Adapter, den Du Dir für ein paar Euro kaufen kannst, lassen sich eine Tastatur oder eine Maus anschließen. Nach der Pin- oder der Mustereingabe kannst Du per USB die Daten sichern. Aber es gibt viele Smartphones, die OTG nicht unterstützen. Besitzer von Samsung-Geräten können über den Samsung-Dienst Find my  Mobile die Sperre des Bildschirms aufheben, und haben somit eine zusätzliche Chance, diese Hürde zu knacken. Die Daten können danach mit Kies gesichert werden.

Fall 3: Sperrbildschirm plus USB-Debugging sind aktiv

 Für das USB-Debugging muss das Smartphone per Kabel an einen Laptop angeschlossen werden. fullscreen
Für das USB-Debugging muss das Smartphone per Kabel an einen Laptop angeschlossen werden. (©Thinkstock/Hailshadow 2017)

Mit aktiviertem USB-Debugging besteht eine realistische Chance, auch ohne physischen Zugriff auf den aktivierten Sperrbildschirm noch an die Daten auf dem kaputten Smartphone zu kommen. Allerdings setzt diese Methode erstens gewisse Profi-Kenntnisse voraus und funktioniert möglicherweise auf gerooteten Geräten besser. Einen Versuch ist es aber allemal wert, wenn Du so wertvolle Daten sichern kannst.

  1. Installiere auf Deinem PC die Android Debugging Bridge (ADB), die man sich etwa bei Clockworkmod herunterladen kann. Es gibt auch andere Quellen für die ADB, teils mit deutlich größeren Paketen. Das kleine Paket reicht für den Zugriff aber auch. Als Installationsverzeichnis am besten etwas Einfaches wie C:\ADB wählen.
  2. Verbinde Dein kaputtes, angeschaltetes Smartphone mit dem Computer und rufe per Win+R die Eingabeaufforderung auf.
  3. Gib dort dann den Befehl cmd ein, um die so genannte Shell zu starten
  4. Mit dem Befehl cd+Verzeichnisname – beispielsweise also "cd c:\ADB" kannst Du zum Installationsverzeichnis der ADB-Treiber kommen.
  5. Jetzt kannst Du mit dem Befehl "adb devices" eine Liste der erkannten Geräte sehen und prüfen, ob Dein Smartphone korrekt angeschlossen ist.
  6. Wenn ja, dann kannst Du mit dem Befehl "adb shell rm /data/system/gesture.key" das Gerät entsperren. Möglicherweise hilft auch der Befehl "adb shell rm /data/system/password.key".

Nach dieser Aktion sollte der Passwortschutz gelöscht sein, und Du kannst wie beim ersten Fall beschrieben auf Deine Daten zugreifen.

Kaputtes Smartphone: Manchmal hilft nur der Profi

Sollte das alles nicht klappen, auch weil Dein Smartphone trotz Stromanschluss keinen Laut mehr von sich gibt, hast Du ein Problem, falls die Daten nicht irgendwie gesichert sind. Dann hilft bei wichtigen Daten nur noch der kostenpflichtige und unter Umständen auch recht teure Gang zum professionellen Datenretter. Manche Firmen bieten kostenlose Kostenvoranschläge an. Wer eine solche Datenrettung machen will, sollte unbedingt den Akku aus dem Gerät entfernen, da Daten durch den weiteren Betrieb überschrieben werden können.

Zusammenfassung

  1. Datensicherung bei defekten Smartphones geht mit USB-Debugging und ohne Sperrbildschirm leichter – das Smartphone ist allerdings mit diesen Einstellungen wesentlich unsicherer
  2. Ohne Sperrbildschirm reicht es meistens aus, das kaputte Smartphone an den Computer anzuschließen
  3. Um Kontakte zu retten, empfiehlt sich eine Herstellersoftware wie etwa Samsung Kies
  4. Auch auf der SD-Karte sind viele Daten enthalten – diese kann sehr leicht ausgelesen werden.
  5. Manche kaputte Smartphones lassen sich per OTG-Adapter entsperren
  6. Eine weitere Möglichkeit, Zugriff zu bekommen, ist ein ADB-Treiber
  7. Wenn alles nicht funktioniert, gibt es noch den Weg zum professionellen Datenretter

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