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Android Things: Das kann Googles Internet-der-Dinge-Plattform

Das Smart-Home (hier von Samsung) könnte in Zukunft mit der gemeinsamen Software Android Things von Google laufen.
Das Smart-Home (hier von Samsung) könnte in Zukunft mit der gemeinsamen Software Android Things von Google laufen. (©Samsung 2016)

Android Things ist eine Art universelles Betriebssystem für das Internet der Dinge. Es unterstützt den Mini-Computer Raspberry Pi 3 und soll Smart-Home-Geräte wie Türschlösser, Sicherheitskameras und Lampen miteinander verbinden. Im Vergleich zu bisherigen Lösungen hätte Android Things einige Vorzüge.

Was ist Android Things?

Android Things ist eine Android-Version, die speziell für das Internet der Dinge (IoT) hergestellt wurde. Android ist nicht auf dieselbe Art ein Betriebssystem wie Windows oder iOS, sondern es ist der Kern eines Betriebssystems, das auf verschiedenen Geräten installiert und durch Anpassungen und Apps zu einem vollwertigen, für die jeweiligen Geräte angepassten Betriebssystem gemacht werden kann. Das funktioniert auch mit Smart-Home- und, allgemeiner, mit Internet-der-Dinge-Geräten.

Android Things verbindet zukünftige Smart-Home-Geräte verschiedener Hersteller miteinander. (© 2018 YouTube / Android Developers)

Welche Vorteile hat Android Things?

Google stellt Android Things bereit, um Daten zu sammeln und vielleicht um eine weitere Plattform für Werbeanzeigen zu erhalten. Für Entwickler liegt der Vorteil darin, dass sie für ihre Smart-Home-Geräte kein eigenes Betriebssystem entwickeln müssen, sondern eines von Google bekommen, das sie dann lediglich an ihr jeweiliges Gerät anpassen. Android Things kommt auf "System on Module"-Platinen unter, die in das Smart-Gerät eingebaut werden können.

Android Things wird auf solchen "System on Modules" installiert. (© 2018 YouTube / Android Developers)

Davon abgesehen kümmert sich Google um die Systemupdates, wobei das Unternehmen auch für die System- und Datensicherheit vorsorgt. Der Hersteller einer Smart-Überwachungskamera muss sich dann nur noch um die Teile der Software kümmern, die er ergänzt hat – etwa um den Cloud-Speicher.

Für Konsumenten bedeutet Android Things, dass Smart-Home-Geräte günstiger angeboten werden können und dass sie alle miteinander kompatibel sind, selbst wenn sie von verschiedenen Herstellern stammen. Das ist heute noch längst nicht selbstverständlich. So könnte etwa das ganze Smart-Home mit nur einer App verwaltet werden, auch wenn es aus Geräten unterschiedlicher Anbieter besteht.

Wann kann ich Android-Things-Geräte kaufen?

Die erste Version von Android Things wurde im Mai 2018 veröffentlicht und die ersten Geräte mit dem Betriebssystem dürften Anfang 2019 auf den Markt kommen. Die Android-Things-Community hat bereits testweise einige Gadgets wie eine Lampe, ein Gerät zum Bier brauen und einen Sicherheitsroboter für zu Hause gebastelt. Fertige Smart-Home-Geräte für den Handel, welche die Fähigkeiten von Android Things wirklich ausreizen, dürften aber noch deutlich länger auf sich warten lassen.

Dieser Zeichenroboter-Prototyp läuft mit Android Things. (© 2018 YouTube / Android Developers)

Wie kann ich mit der Entwicklung anfangen?

Um ein IoT-Gerät mit Android Things zu basteln, brauchst Du zunächst ein Starter Kit, das Google auf seiner Entwicklerseite verkauft. Es gibt das NXP i.MX7D Starter Kit für 172 Euro und das Raspberry Pi Kit für 71 Euro, das aber nur als Entwicklungsplattform dient. Möchtest Du einen Prototyp bauen und in die Produktion gehen, brauchst Du das NXP i.MX7D Starter Kit. Wie Du eine Things-App und einen Things-Prototypen auf dieser Grundlage baust, erfährst Du auf der Google-Entwicklerseite.

Bastler nutzen ein solches Android Things Starter Kit, um ein Internet-der-Dinge-Gerät mit Android Things zu bauen. (© 2018 Google)

Zusammenfassung

  1. Android Things ist ein universelles Betriebssystem für das Internet-der-Dinge
  2. Es kann Smart-Home-Geräte miteinander verbinden
  3. Android Things bietet Security- und Datensicherheits-Features
  4. Google wird selbst die Updates für das System ausliefern
  5. Anfang 2019 könnten die ersten Android-Things-Geräte auf den Markt kommen
  6. Für die Entwicklung ist ein Starter-Kit von Google nötig
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