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Android-Virus Loapi: So kannst Du Dich schützen

Loapi ist ein besonders gefährlicher Android-Trojaner.
Loapi ist ein besonders gefährlicher Android-Trojaner. (©CC: Flickr/CyberHades 2017)

Mit Loapi macht gerade ein äußerst gefährlicher Android-Virus Smartphones unsicher. Die Schadsoftware raubt die Opfer mit Hilfe von mehreren Malware-Modulen aus. Bestimmte Angriffe können schließlich sogar zu einer Überhitzung des Smartphone-Akkus führen, bis das Gerät zerstört wird. Hier erfährst Du, wie Du Dich vor dem Super-Trojaner Loapi schützt.

So kommt Loapi auf das Smartphone

Loapi wird über einige Drittanbieter-App-Stores für Android-Apps verbreitet. Das schreiben die Antivirensoftware-Macher von Kaspersky auf ihrem Blog. Der Trojaner verbirgt sich hinter Antiviren-Apps und Erotik-Apps, die ihm als Tarnung dienen. Außerdem können sich Nutzer den Trojaner einfangen, indem sie auf bestimmte Werbebanner auf solchen Websites tippen. Bislang wurde Loapi in keiner App in Googles offiziellem Play Store entdeckt.

Hinter diesen Apps verbirgt sich laut Kaspersky die Schadsoftware Loapi. (© 2018 Kaspersky)

Nach der Installation fordert Loapi Administratorrechte und akzeptiert kein "Nein" als Antwort. Es erscheinen immer neue Pop-Up-Fenster, welche um die Berechtigung bitten, bis der Nutzer nachgibt. Das Schadprogramm sperrt derweil den Zugriff auf die Einstellungen und verhindert das Verlassen des Sperrbildschirms. Du solltest der App auf keinen Fall Administratorrechte einräumen, denn sonst übernimmt der Trojaner die Kontrolle über Dein Smartphone und installiert gleich mehrere Betrugs-Module.

So gefährlich ist Loapi

Sobald Loapi Administratorrechte hat, installiert das Schadprogramm automatisch weitere Malware-Module. Eines der Module öffnet immer wieder Werbebanner und Werbeclips, wobei es auch Links besuchen und auf Facebook, Instagram und VKontakte Websites öffnen kann.

Ein zweites Modul schließt automatisch Abos für Bezahl-Services ab und verschickt dabei selbst die Bestätigungs-SMS. Alle aus- und eingehenden Nachrichten werden automatisch gelöscht – so weiß der Nutzer nicht, welche Abos er abgeschlossen hat. Drittens nutzt Loapi die infizierten Smartphones für DDoS-Angriffe auf Websites.

Ein weiteres Modul setzt das betroffene Smartphone für Cryptomining ein, also für das Schürfen digitaler Währungen wie Bitcoin. Es ist dieses Einsatzgebiet, das den Prozessor auf Höchstleistung laufen lässt. Nach 48 Stunden überhitzte der Akku des Testgeräts von Kaspersky so sehr, dass er das Smartphone physisch zum Schmelzen brachte. Dieser Effekt ist vonseiten der Cyberkriminellen wohl nicht beabsichtigt.

Loapi kann sogar Dein Smartphone schmelzen, indem die Malware den Akku dauerhaft überhitzt. (© 2018 Kaspersky)

Von einem Remote-Server aus können weitere Schadsoftware-Module auf dem Smartphone installiert werden. So lässt sich Loapi auch für Ransomware, Spyware und als Banking-Trojaner einsetzen. Kasperksy hat bereits Programmcode für zukünftige Malware-Module in Loapi gefunden.

So schützt Du Dich vor Loapi

Falls Du Drittanbieter-Stores für Android-Apps nutzen möchtest, solltest Du genau wissen, welche davon sicher sind und welche Viren und sonstige Malware verbreiten. Falls Du Dich nicht damit auskennst, solltest Du unbedingt nur Apps aus dem Google Play Store herunterladen. Zwar tauchen darin gelegentlich auch Trojaner auf, aber die Wahrscheinlichkeit ist viel geringer als in inoffziellen App-Stores. Sei außerdem vorsichtig mit Apps von Entwicklern, die Du nicht kennst.

Es bietet sich an, die Installation von Apps aus anderen Quellen als dem Play Store ganz zu deaktivieren, so landen sie nicht versehentlich auf Deinem Smartphone.  Du findest die Option unter "Einstellungen > Allgemein > Fingerabdrücke & Sicherheit > Geräteverwaltung". Deaktiviere dort die Option "Unbekannte Quellen". Je nach Android-Version und Gerät können die Namen der Einstellungen etwas abweichen.

Apps wie Avira Antivirus schützen Dein Smartphone vor Schadprogrammen. (© 2017 Google Play Store / Avira)

Schließlich solltest Du darauf achten, dass Android immer aktuell ist, da der Smartphone-Hersteller regelmäßig neue Sicherheits-Updates ausliefert – jedenfalls sollte er das, wobei die Hersteller ihre Geräte unterschiedlich lange mit Updates versorgen. Außerdem kann eine Antivirensoftware auf dem Android-Smartphone helfen, Dir Schädlinge vom Leibe zu halten. Am besten, die beachtest grundsätzlich diese Sicherheitstipps für Android.

Zusammenfassung

So kommt Loapi auf das Smartphone

  1. Der Loapi-Trojaner wird über einige Drittanbieter-Stores für Android-Apps verbreitet
  2. Die Malware verbirgt sich hinter bestimmten Antiviren- und Erotik-Apps
  3. Auch mit einem Tippen auf bestimmte Werbebanner kannst Du Dir Loapi einfangen

So gefährlich ist Loapi

  1. Loapi ist einer der gefährlichsten Android-Trojaner
  2. Das Schadprogramm installiert immer weitere Malware-Module
  3. Ein Modul öffnet Werbebanner, Werbeclips und Links
  4. Loapi schließt heimlich mit SMS Abos für Bezahldienste ab
  5. Der Schädling nutzt Dein Smartphone für Hackerangriffe
  6. Auch zum Crytpomining wird Dein Smartphone missbraucht
  7. Loapi kann den Akku dauerhaft überhitzen und Dein Smartphone zerstören

So schützt Du Dich vor Loapi

  1. Lade Dir nur Apps aus dem Google Play Store herunter
  2. Sei vorsichtig mit Apps unbekannter Entwickler
  3. Deaktiviere die Installation von unbekannten Apps unter "Einstellungen > Allgemein > Fingerabdrücke & Sicherheit > Geräteverwaltung"
  4. Achte darauf, dass auf Deinem Gerät stets die neuesten Android-Sicherheitsupdates installiert werden
  5. Installiere eine Antivirensoftware
  6. Beachte diese Sicherheitstipps für Android
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