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Augmented Reality: So funktioniert die Technologie

Augmented Reality kann das Leben künftig noch einfacher machen – oder die Datensicherheit der Menschen weiter gefährden. Wir erklären die Technologie.
Interaktive Landkarten sind nur einer von vielen Anwendungsbereichen für Augmented Reality.
Interaktive Landkarten sind nur einer von vielen Anwendungsbereichen für Augmented Reality. (©picture alliance / dpa 2014)

Augmented Reality (AR) eröffnet ganz neue Möglichkeiten – etwa beim Einkaufen oder beim Reisen durch fremde Länder. Mit der Kamera des Smartphones oder Tablets wird die Umgebung aufgenommen – Apps betten auf dem Display dann lustige oder informative Elemente ein.

Augmented Reality: Was heißt das?

Die Begriffe "Augmented Reality", "Mixed Reality" und "Enhanced Reality" werden in der Regel synonym verwendet. Im Deutschen sind sie auch unter dem Stichwort "Erweiterte Realität" bekannt. Gemeint ist damit schlicht die Überlagerung von realer und digitaler Welt, etwa durch computergenerierte Informationen wie Bilder oder Videos. Ein Beispiel gefällig? Das Einblenden der Abseitslinie bei Fußballübertragungen im Fernsehen ist auch schon Augmented Reality.

Was ist für AR-Anwendungen nötig?

Um die schnöde Realität in eine High-Tech-Welt zu verwandeln, ist ein bisschen Equipment nötig. Eine Kamera, ein Prozessor, der Eingabe und Ausgabe berechnet, Sensoren zur Orientierung, eine Software für Inhalte sowie ein Display zur Darstellung der Augmented Reality. Mit einer entsprechenden App kann so ein Smartphone- oder Tablet-PC zur Verschmelzung von digitaler und realer Welt genutzt werden. Mit der Rückkamera wird zunächst die Umgebung gefilmt. Der Prozessor verarbeitet die Informationen und reichert sie mit Daten von Beschleunigungsmessern, GPS-Empfängern, Infrarotsensoren oder Markern an. Die Smartphone- oder Tablet-App ergänzt diese Informationen wiederum um digitale Inhalte und zeigt das Ergebnis schließlich als erweiterte Realität auf dem Display an.

Wo kommt die Technik bereits zum Einsatz?

Die Anwendungsbereiche für Augmented Reality decken schon heute viele Gebiete des täglichen Lebens ab. Zu den Vorreitern zählt sicherlich die Spielebranche, die beispielsweise mit der EyeToy-Kamera für Sonys PlayStation 2 den Spielern völlig neue Möglichkeiten der Interaktion eröffnete. Auch IKEA setzt auf eine entsprechende App, mit der sich der Kauf von Möbeln einfacher planen lassen soll. Darüber hinaus kommen AR-Programme in Form von Flug- oder Fahrsimulatoren zum Einsatz. Einige Autohersteller arbeiten nicht nur an Head-up-Displays, sondern auch an AR-Reparaturanweisungen. Die soll der Mechaniker dann erhalten, wenn er ein Bauteil am Fahrzeug filmt. Reale Räume lassen sich bereits heute virtuell einrichten und Stadtbesichtigungen durch digitale Informationen zu Gebäuden und Denkmälern bereichern.

Allerdings ist die Augmented Reality heute noch überwiegend an PCs, Smartphones, Tablets oder Konsolen gebunden. Nicht nur der Internetriese Google arbeitet daher an einer Datenbrille, die digitale Informationen direkt ins Sichtfeld des Trägers einblendet. Auch Kontaktlinsen mit einer solchen Funktion wären denkbar.

Welche Chancen und Risiken gehen von der erweiterten Realität aus?

Nahezu jede Branche träumt von neuen Möglichkeiten dank Augmented Reality. Spielehersteller hoffen auf eine elegantere Bedienung, Navigationsanbieter auf verständlichere Wegbeschreibungen. Doch überall, wo Geld lockt, lauern auch Gefahren. Noch ist nicht klar, wie sich die zunehmende Verschmelzung von realer und digitaler Welt auf die ohnehin schon gefährdete Datensicherheit auswirkt. Sicherlich könnten AR-Anwendungen in vielen Bereichen des Alltags einen weiteren Komfortgewinn für die Menschen bedeuten. Soziale und moralische Aspekte sollten allerdings nicht erst diskutiert werden, wenn Kontaktlinsen auf den freien Markt kommen, die die Gesichter von Passanten erkennen und deren Facebook-Profil einblenden oder eine Google-Suche starten.

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