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Aus für Shockwave Player: Das musst Du dazu wissen

Der Support für den Shockwave Player wurde von Adobe eingestellt.
Der Support für den Shockwave Player wurde von Adobe eingestellt.

Die Blütezeit hatte er längst überschritten, jetzt hat Adobe ihn auch offiziell beerdigt: Die Rede ist vom Adobe Shockwave Player – ein Relikt aus den Anfängen des Internets. Wir haben alle Informationen zum Ende des Plugins.

Mit Wirkung zum 9. April 2019 hat Entwickler Adobe den Support für Shockwave eingestellt – weder erscheinen neue Features für den Player, noch werden etwaige Sicherheitslücken gefixt, die es in der Vergangenheit zuhauf gegeben hatte. Während die Mac-Version schon seit geraumer Zeit nicht mehr angeboten wird, hat Adobe jetzt auch für die Windows-Version des Shockwave Players den Stecker gezogen.

Somit kannst Du den Player auf der offiziellen Adobe-Präsenz nicht mehr herunterladen. Mitunter werden der Shockwave Player und der Flash Player in einem Atemzug genannt, obwohl es sich um unterschiedliche Technologien handelt. Flash soll hingegen erst Ende 2020 eingestellt werden.

Was macht der Shockwave Player eigentlich?

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Geschichte: der Shockwave Player von Adobe.

Doch was macht der Shockwave Player eigentlich genau? Entwickelt wurde die Technik von Macromedia, einem Unternehmen, das 2005 von Photoshop-Entwickler Adobe aufgekauft wurde. Bei Shockwave handelt es sich um eine Multimedia-Software-Plattform samt Webbrowser-Plugin. Spezielle Shockwave-Inhalte, die auf Webseiten angeboten werden oder größtenteils wurden, können nur mithilfe des Shockwave Players wiedergegeben werden.

Im gleichen Maße, wie Flash über viele Jahre immer mächtiger wurde, sank die Relevanz der Shockwave-Technologie. Dabei hat diese eine durchaus bewegte Vergangenheit: Anfang der 90er-Jahre wurden etwa Point-and-Click-Adventures oder Schulungsinhalte auf CD-ROMs häufig mithilfe von Shockwave erschaffen. 1995 entschieden die Macher sich, die Technik als Plugin zu veröffentlichen, um diese Inhalte auch im frühen World Wide Web zu ermöglichen.

Anfang der 2000er zielten die Entwickler hingegen auf die Games-Branche ab – und das nicht ohne Erfolg. Wer etwa um die Jahrtausendwende herum Games im Browser gespielt hat, könnte womöglich auf die Shockwave-Technik gestoßen sein. Sogar Nintendo versuchte sich 2003 an einem eigenen Browser-Game und setzte etwa "Donkey Kong Country" auf Basis von Shockwave um. Viele andere Titel wurden in den frühen 2000ern ebenfalls mit Shockwave realisiert – die meisten Entwicklungen sind aber mittlerweile im Daten-Nirvana verschwunden.

Shockwave deinstallieren und Alternativen

Was heißt das Shockwave-Ende konkret für Dich? Solltest Du den Shockwave-Player, aus welchen Gründen auch immer, tatsächlich noch auf Deinem Computer installiert haben, ist es jetzt an der Zeit, den Player endgültig zu löschen. Ohne permanente Sicherheits-Updates ist die Software, ohnehin anfällig für schadhaften Code, eine echte Gefahrenquelle für Dich. Entsprechende Inhalte sind 2019 im Netz ohnehin Mangelware.

Vollends Geschichte ist Shockwave indes noch nicht: Adobe bietet weiterhin Support für Firmen, die über eine entsprechende Enterprise-Lizenz verfügen. Die letzten Verträge laufen 2022 aus – dann ist das Aus von Shockwave endgültig besiegelt.

Anstelle von Shockwave empfiehlt Adobe den Einsatz seiner eigenen Tools, die Bestandteil der Creative Cloud sind. Diese setzen auf HTML5, WebGL und weitere Techniken, mit denen sich interaktive Inhalte im Internet darstellen lassen.

Zusammenfassung

  • Adobe hat den Support für den Shockwave Player mit Wirkung zum 9. April 2019 eingestellt
  • Keine Sicherheits-Updates mehr und kein offizieller Download über Adobe mehr möglich
  • Mac-Version schon 2017 eingestellt
  • Besitzer von Enterprise-Lizenzen erhalten noch bis maximal 2022 Unterstützung
  • Adobe empfiehlt alternativ den Einsatz von Tools seiner Creative Cloud auf Basis von HTML5, WebGL und Co.
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