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Belichtungskorrektur beim Fotografieren: Das steckt dahinter

Schwierige Lichtverhältnisse erfordern häufig eine Belichtungskorrektur.
Schwierige Lichtverhältnisse erfordern häufig eine Belichtungskorrektur. (©Pexels 2018)

Überbelichtete oder unterbelichtete Fotos will keiner sehen. Warum aber auch gute Kameras mitunter unpassende Lichtwerte ermitteln und wie Du dank Belichtungskorrektur dennoch tolle Bilder machen kannst, verrät Dir unsere Erklärung.

Ob ein Foto gelingt oder nicht, hängt immer auch von den Belichtungseinstellungen ab. Im Automatikmodus nimmt die Kamera die Berechnungen für die optimale Belichtung selbstständig vor und legt Blende, Verschlusszeit und ISO-Wert fest. Doch selbst im Automatikmodus, ebenso wie in den Programmautomatiken, hast Du meist die Möglichkeit, eine Belichtungskorrektur vorzunehmen. Denn nicht immer passt die Messmethode der Kamera zur Situation.

Wie funktioniert die Belichtungsmessung der Kamera?

Nicht nur im manuellen Modus lässt Dich die Kamera eine Belichtungskorrektur von -3 bis +3 vornehmen. (© 2018 Adobe Stock/Rawpixel.com)

Drückst Du den Auslöser Deiner Kamera halb durch, dann nimmt sie eine Belichtungsmessung vor. Dafür stehen jedoch verschiedene Messmethoden zur Auswahl, die unterschiedliche Ergebnisse für dasselbe Motiv liefern. Die Messmethoden unterscheiden sich in darin, welche Bildteile für die Belichtungsmessung herangezogen werden. Eine Mehrfeld- oder Matrix-Messung berücksichtigt fast das gesamte Bild, während die Spotmessung nur einen kleinen Punkt einbezieht. Die mittenbetonte Integralmessung wiederum erfasst das gesamte Bild, gewichtet die Mitte jedoch stärker als den Rest.

Besonders bei Motiven, die vor hellen Hintergründen fotografiert werden, liefern unterschiedliche Messmethoden verschiedene Ergebnisse. (© 2018 Pexels)

Je nach Ausgangssituation kann eine andere Messmethode empfehlenswert sein. Befindet sich ein eher dunkles Motiv vor einem hellen Hintergrund, wird die Mehrfeldmessung das gesamte Bild dunkler machen als die Spotmessung, wenn der zu messende Spot auf dem Motiv im Vordergrund liegt.

Wann ist eine Belichtungskorrektur sinnvoll?

Werden Fotos überbelichtet, gehen Details verloren. (© 2018 Pexels)

Wie das Ergebnis der Belichtungsmessung aussieht, siehst Du im Live-View-Modus auf dem Kamera-Display, nachdem Du den Auslöser halb durchgedrückt hast. Gefällt Dir das Ergebnis nicht, weil die Kamera das Bild zu hell oder zu dunkel machen würde, kannst Du entweder eine andere Messmethode ausprobieren oder aber – und das ist einfacher – eine Belichtungskorrektur durchführen. Ihr häufigster Einsatzzweck ist also die Korrektur von unter- oder überbelichteten Bildern. In beiden Fällen soll sie verhindern, dass Bilddetails verloren gehen.

Ein weiterer Einsatzzweck der Belichtungskorrektur ist die Hervorhebung von Farben.

Die Belichtungskorrektur kann aber auch dann eingesetzt werden, wenn Du Farben gezielt verstärken willst. Gerade bei schwierigen Lichtverhältnissen, etwa zum Sonnenauf- oder Sonnenuntergang, kann eine negative Belichtungskorrektur dunkle Farben hervorheben und intensiver wirken lassen.

Wie führe ich eine Belichtungskorrektur durch?

Manche Kameras haben sogar ein Extra-Bedienelement für die Belichtungskorrektur. (© 2018 Adobe Stock/vpardi)

Eine Belichtungskorrektur vorzunehmen, ist ganz einfach. Je nach Kameramodell hast Du ein Rädchen oder Tasten, um die Belichtung in mehreren Stufen, den sogenannten Lichtwerten, zu beeinflussen. Die Korrektur erfolgt in der Regel in 1/3-EV-Schritten, wobei die Abkürzung EV für "Exposure Value" nichts anderes als Lichtwert bedeutet. Insgesamt reicht die Belichtungskorrektur von -3,0 bis +3,0. Die Pluswerte stehen für eine Vergrößerung der Lichtmenge, die Minuswerte für eine Verringerung.

Findest Du ein Bild zu hell, kannst Du Dich in mehreren Schritten in den Minusbereich vortasten, um das Bild dunkler zu machen oder dunkle Farben stärker hervorzuheben. Interessant zu wissen: Pro Belichtungsstufe ändert sich die Lichtmenge um den Faktor 2. Wie sich die Lichtmenge mit der gewählten EV-Stufe jeweils ändert, kannst Du folgender Tabelle entnehmen:

Belichtungskorrektur Faktor, um den sich die Lichtmenge ändert
+3,0 8
+2,0 4
+1,0 2
0 1
-1,0 1/2
-2,0 1/4
-3,0 1/8

Zusammenfassung

  1. Drückst Du den Auslöser halb durch, nimmt die Kamera automatisch umfassende Belichtungsmessungen durch
  2. Je nach Messmethode unterscheiden sich die Ergebnisse
  3. Die Mehrfeldmessung berücksichtigt fast das gesamte Bild
  4. Die Spotmessung berücksichtigt nur einen kleinen Bereich
  5. Die Integralmessung berücksichtigt das ganze Bild, gewichtet die Mitte aber stärker
  6. Eine Belichtungskorrektur bietet sich bei Über- oder Unterbelichtung an, kann aber auch eingesetzt werden, um dunkle Farben intensiver wirken zu lassen
  7. Korrigiert wird meist in 1/3-EV-Stufen
  8. Pluswerte machen das Bild heller, Minuswerte dunkler
  9. Pro ganzer Belichtungsstufe ändert sich die Lichtmenge um den Faktor 2
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