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Besser als TrueCrypt: Daten verschlüsseln mit VeraCrypt

Mit VeraCrypt kannst Du Deine Daten schützen.
Mit VeraCrypt kannst Du Deine Daten schützen. (©Pixabay 2016)

Wer seine Daten auf Festplatten und USB-Sticks sichern möchte, sollte diese verschlüsseln. Dabei hat sich VeraCrypt als Alternative zum mittlerweile leider veralteten Programm TrueCrypt etabliert. Wir zeigen Dir, wie das Tool funktioniert und worauf Du achten solltest.

Wer Daten auf dem Computer oder auf Festplatten schützen will, sollte am besten auf eine Verschlüsselung zurückgreifen. Das gilt vor allem für externe Festplatten und USB-Sticks, die oft transportiert werden und dabei natürlich auch verloren gehen können. Sind diese jedoch mit einer Verschlüsselung versehen, hat kein Unbefugter die Möglichkeit, die darauf gespeicherten Daten einzusehen.

Warum VeraCrypt das bessere TrueCrypt ist

Lange Zeit war dabei das Programm TrueCrypt die beste Wahl zur Verschlüsselung von Datenträgern, vor allem in Bezug auf Bedienung, Funktionsumfang und Sicherheit. Noch immer genießt das Tool großes Ansehen bei vielen PC-Nutzern. Mittlerweile ist die Nutzung von TrueCrypt allerdings nicht mehr zu empfehlen, da die Entwicklung und Pflege des Tools bereits 2014 eingestellt wurde und mögliche Sicherheitslücken seither nicht mehr geflickt werden. Eine sehr gute Alternative bietet allerdings das Freeware-Programm VeraCrypt, das viele Funktionen von TrueCrypt übernimmt.

VeraCrypt herunterladen

VeraCrypt ist grundsätzlich sehr ähnlich zu TrueCrypt, da es auf dem gleichen Quellcode basiert und ebenfalls Open Source ist. Mit dem Tool lassen sich passwortgeschützte Partitionen auf Laufwerken erzeugen oder komplette Laufwerke verschlüsseln. Das Programm VeraCrypt kannst Du kostenlos auf der Website der Programmierer herunterladen. Es ist grundsätzlich kompatibel mit Windows, Linux und MacOS X und kann somit auf so ziemlich jedem Rechner verwendet werden.

Ein Laufwerk zum Verschlüsseln auswählen

Wenn Du ein PC-Laufwerk, eine externe Festplatte oder einen USB-Stick mit VeraCrypt verschlüsseln möchtest, klickst Du im Startfenster des Programms auf das Feld "Volume erstellen". Damit startest Du den "Assistent zum Erstellen eines VeraCrypt-Volumes". Dieser bietet Dir drei Auswahlmöglichkeiten. Um ein verschlüsseltes Laufwerk zu erstellen, wählst Du den mittleren Auswahlpunkt "Verschlüsselt eine Partition/ ein Laufwerk".

Der Datenträger lässt sich mit "Volume erstellen" verschlüsseln. fullscreen
Der Datenträger lässt sich mit "Volume erstellen" verschlüsseln. (©Screenshot VeraCrypt/ TURN ON 2016)
Anschließend klickst Du auf "Eine verschlüsselte Partition erstellen". fullscreen
Anschließend klickst Du auf "Eine verschlüsselte Partition erstellen". (©Screenshot VeraCrypt/ TURN ON 2016)

Nun musst Du Dich durch einige weitere Fenster klicken: Unter Volume Type hast Du die Wahl ein "Standard VeraCrypt Volume" oder ein "Hidden VeraCrypt Volume" zu erstellen. Letzteres ist nicht nur verschlüsselt, sondern für unbefugte Nutzer auch unsichtbar. Sollte Deine externe Festplatte also in die falschen Hände geraten, weiß der Dieb in so einem Fall überhaupt nicht, dass sich verschlüsselte Dateien auf dieser befinden.

 Als nächstes wird die Auswahl "Standard VeraCrypt Volume" gewählt. fullscreen
Als nächstes wird die Auswahl "Standard VeraCrypt Volume" gewählt. (©Screenshot VeraCrypt/ TURN ON 2016)

Im Auswahlfeld "Volume Location" wählst Du nun den Datenträger aus, auf dem das verschlüsselte Laufwerk erzeugt werden soll. VeraCrypt erlaubt das Erstellen auf internen und externen Festplatten und SSDs sowie auf USB-Sticks und Speicherkarten. Über den Button "Select drive" suchst Du nach dem passenden Laufwerk.

 Unter "Volume Location" suchst Du den gewünschten Datenträger. fullscreen
Unter "Volume Location" suchst Du den gewünschten Datenträger. (©Screenshot VeraCrypt/ TURN ON 2016)

Nun gelangst Du in den "Volume Creation Mode". Hier solltest Du besonders sorgfältig auswählen. "Create Encrypted Volume" ist die schnelle Variante, bei welcher alle zuvor gespeicherten Daten auf dem Stick gelöscht werden. "Encrypt Partition in Place" behält die auf dem Stick gespeicherten Daten bei, dauert aber wesentlich länger.

 Je nach Einstellung wird der Datenträger zunächst formatiert - oder eben nicht. fullscreen
Je nach Einstellung wird der Datenträger zunächst formatiert - oder eben nicht. (©Screenshot VeraCrypt/ TURN ON 2016)

Algorithmus und Passwort festlegen

Nachdem Du das Laufwerk beziehungsweise den Datenträger, der verschlüsselt werden soll, ausgewählt hast, geht es nun darum, ein Passwort festzulegen. Zunächst fragt VeraCrypt allerdings nach einem Verschlüsselungsalgorithmus. Hier kannst Du die Standard-Auswahl verwenden und zur Passwortauswahl weiterspringen. Bei der Wahl des Passworts solltest Du unbedingt darauf achten, dass es später keine Möglichkeit mehr gibt, die Verschlüsselung zurückzusetzen, ohne das die verschlüsselten Daten dabei verloren gehen. Wähle also ein sicheres Passwort, das Du dir auf jeden Fall gut merken kannst, oder notiere es Dir direkt.

Zunächst kannst Du einen Algorithmus auswählen. fullscreen
Zunächst kannst Du einen Algorithmus auswählen. (©Screenshot VeraCrypt/ TURN ON 2016)
Das Passwort lässt sich später nicht zurücksetzen. fullscreen
Das Passwort lässt sich später nicht zurücksetzen. (©Screenshot VeraCrypt/ TURN ON 2016)
Mit "Format" wird die Verschlüsselung des Sticks schließlich gestartet. fullscreen
Mit "Format" wird die Verschlüsselung des Sticks schließlich gestartet. (©Screenshot VeraCrypt/ TURN ON 2016)

Anschließend klickst Du auf die Schaltfläche "Format", um die Verschlüsselung des ausgewählten Datenträgers zu starten. Das kann einige Minuten dauern.

Verschlüsselte Datenträger wieder öffnen

Wenn Du eine Festplatte oder einen Datenträger mit VeraCrypt verschlüsselt hast, kannst Du auch nur mithilfe des Programms wieder darauf zugreifen. Handelt es sich um eine externe Festplatte oder um einen USB-Stick, dann muss VeraCrypt folglich auf jedem PC installiert sein, auf dem Du den Datenträger verwenden möchtest.

Um auf den verschlüsselten Stick zuzugreifen, öffne also VeraCrypt und wähle einen beliebigen freien Laufwerksbuchstaben aus der Liste. Der Laufwerksbuchstabe darf dabei auf dem PC noch nicht vergeben sein. Suche nun unter Datenträger nach dem verschlüsselten Datenträger und klicke anschließend auf die Schaltfläche "Einbinden". Nun erscheint ein Eingabefeld, wo Du das Passwort zum Entschlüsseln eingeben musst. Anschließend steht das Laufwerk unter dem zuvor ausgewählten Laufwerksbuchstaben bereit und Du kannst auf gespeicherte Daten zugreifen und diese verschieben, löschen oder neue hinzufügen.

Um an die Daten auf dem verschlüsselten Datenträger zu kommen... fullscreen
Um an die Daten auf dem verschlüsselten Datenträger zu kommen... (©Screenshot VeraCrypt/ TURN ON 2016)
...muss dieser über das Passwort in VeraCrypt eingebunden werden. fullscreen
...muss dieser über das Passwort in VeraCrypt eingebunden werden. (©Screenshot VeraCrypt/ TURN ON 2016)
Anschließend steht er als virtuelle Partition zur Verfügung. fullscreen
Anschließend steht er als virtuelle Partition zur Verfügung. (©Screenshot VeraCrypt/ TURN ON 2016)

VeraCrypt-Verschlüsselung entfernen

Wirklich entfernen lässt sich eine VeraCrypt-Verschlüsselung nicht mehr – jedenfalls nicht ohne den Verlust der Daten, die auf dem verschlüsselten Laufwerk gespeichert sind. Los wirst Du die Verschlüsselung nämlich nur, indem Du den Datenträger vollständig formatierst.

Zusammenfassung

  1. VeraCrypt ermöglicht das sichere Verschlüsseln von Datenträgern wie Festplatten oder USB-Sticks
  2. Der Zugriff auf die gespeicherten Daten ist nach der Verschlüsselung nur noch über ein Passwort möglich
  3. Um auf einen verschlüsselten Datenträger zu öffnen, wird neben dem Passwort auch dringend VeraCrypt benötigt
  4. Um eine Verschlüsselung mit VeraCrypt wieder zu entfernen, muss der Datenträger vollständig formatiert werden

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