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Bitte recht freundlich: So gelingt das perfekte Selfie

Motiv, Winkel, Licht: Beim perfekten Selfie muss man auf viele Dinge achten.
Motiv, Winkel, Licht: Beim perfekten Selfie muss man auf viele Dinge achten. (©CC: Flickr/Andrew Fysh 2015)

Anfangs noch als eitle Ego-Streichelei belächelt, ist das Selfie mittlerweile so selbstverständlich, wie es früher das klassische Urlaubsfoto war. Wir geben ein paar hilfreiche Tipps, wie der perfekte Schnappschuss von sich selbst gelingt.

Man kann ihm nicht entkommen: Dem Selfie. 2013 wurde das Wort sogar in die Online-Ausgabe des Oxford English Dictionary aufgenommen, der "spontane" Schnappschuss von Ellen DeGeneres bei den Oscars 2014 ging als meistgeteilter Tweet in die Geschichte der sozialen Netzwerke ein.

Die negativen Seiten des Selfie-Wahns mussten im Sommer viele US-Promis erfahren, deren private Nacktfotos von Hackern gestohlen und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurden. Das soll Dich aber nicht davon abhalten, auch weiterhin tolle Schnappschüsse von Dir zu machen - wenn Du dabei ein paar einfache Dinge beachtest.

Nicht alles ist Selfie-tauglich

Klar: Du hast Dein Smartphone immer dabei und kannst mühelos jederzeit Fotos schießen. Aber nicht jedes Motiv ist es wert, für die Ewigkeit festgehalten zu werden. Überleg Dir vor dem Knipsen, ob das wirklich ein tolles Bild gibt. Ganz ehrlich: Eine Straßenlaterne wird auch nicht spannender, wenn Du Dich davor stellst. Spar Dir Deine Selfies lieber für wirklich aufregende Orte und Begebenheiten auf, die auch Deine Freunde in Staunen versetzen.

Mit leichten Variationen auf Nummer Sicher gehen

Auch Profi-Fotografen gelingt nicht jeder Schuss auf Anhieb. Knips also am besten gleich mehrmals hintereinander und variiere dabei leicht die Körperhaltung und den Winkel des ausgestreckten Arms. So steigt die Chance, dass mindestens eines der Bilder wirklich gelungen ist.

45 Grad: Der perfekte Winkel

Apropos Winkel: Der perfekte Selfie-Winkel beträgt 45 Grad. Dafür streckst du Deinen Arm nicht ganz aus, weil das zu einer eher unnatürlichen und gezwungenen Körperhaltung führt. Stattdessen winkelst Du ihn ein wenig an und hältst Dein Smartphone etwas über Augenhöhe, so dass du leicht nach oben guckst. Vermeide es, von unten nach oben zu fotografieren – ein nicht sehr fotogenes Doppelkinn ist meist die Folge.

Bitte Abstand halten!

Natürlich stehst Du in Deinem Selfie im Mittelpunkt. Achte trotzdem darauf, dass Du mit der Kamera nicht zu nah an Deinem Gesicht bist, bevor Du den Auslöser drückst. Das sieht am Ende nicht nur unvorteilhaft aus, es ergibt im schlimmsten Fall auch ein ziemlich überflüssiges Foto. Denn mal ehrlich: Wäre doch schade, wenn man vom atemberaubenden Panorama hinter Dir nichts sieht, weil die Kamera zu dicht dran war, oder?

Gleiches gilt natürlich auch, wenn noch ein paar Freunde aufs Foto sollen. Fordere alle Teilnehmer zum "Kuscheln" auf und sorge dafür, dass wirklich alle im Fokus sind. Dabei kann Dir bei Bedarf eine ausziehbare Selfie-Stange wie die Rollei Arm Extension helfen.

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Hier stimmt gar nix: Ein tolles Beispiel für ein gründlich misslungenes Selfie. (©CC: Flickr/ Roland Tanglao 2015)

Blitz oder kein Blitz?

Ob Du einen Blitz verwenden solltest, hängt natürlich sehr von den allgemeinen Umgebungsbedingungen ab. Generell gilt: Je heller das Motiv, desto natürlicher kommen Farben und dein Teint zur Geltung. Bei einer hochwertigen Kamera kannst Du die Belichtungszeit manuell einstellen, bei einem Smartphone ist das meist eher schwierig. Probiere also im Zweifelsfall beide Varianten aus.

Es gibt natürlich die Möglichkeit, die Anti-Rote-Augen-Funktion einzuschalten, bevor Du knipst. Wenn Dein Gerät darüber verfügt, spricht auch nichts dagegen – bis auf eines: Das killt die Spontaneität. Manchmal will man Bilder eben spontan schießen, um den Zauber des Augenblicks einzufangen. Wenn Dir das wichtiger ist als ein absolutes perfektes Foto für die Ewigkeit, dann knips einfach drauflos – und entferne die störenden roten Augen hinterher mit einem Bildbearbeitungsprogramm.

(K)ein Effektgewitter

Mittlerweile benutzen mehr als 300 Millionen Nutzer Instagram. Mit dem kostenlosen Fotodienst kann man seine Schnappschüsse nicht nur mit Anderen teilen, sondern auch ganz einfach mit diversen Effekten versehen. Was früher nur Grafikdesigner konnten, geht heute mit wenigen Klicks.

Deiner Fantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt. Spiel mit den Möglichkeiten und lass Dich überraschen, was dabei herauskommt, wenn Du einen Glitzereffekt auf Dein Foto anwendest oder ihm einen stilvollen Vintage-Look verpasst. Allerdings: Du solltest es nicht übertreiben. "Klatschst" Du Deine Bilder mit zu vielen Effekten voll, geht jede Natürlichkeit verloren und sie wirken einfach nicht mehr. Beschränke Dich lieber auf ein paar schöne Anwendungen, die Deine Selfies wirklich aufwerten.

Nix geworden? Weg damit!

Und zuletzt: Ist ein Selfie mal nix geworden, lösche es einfach wieder. Verwackelte, unscharfe, zu dunkle oder sonst wie vergurkte Schnappschüsse musst Du nun wirklich nicht aufbewahren. Je mehr Fotos Du machst, desto höher ist auch die Anzahl der Fehlversuche – das ist ganz normal. Aber sowohl Dein Freundeskreis als auch Du selbst werden nach dem Urlaub sehr froh sein, wenn Du Dich nicht erst stundenlang durch Datenmüll quälen musst, bevor Du die wirklich tollen Bilder findest.

Noch mehr nicht ganz ernst gemeinte Tipps hat Alex in seinem Video für Dich.

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