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Bloatware: So kannst Du nutzlose Android-Apps deaktivieren

Viele Smartphones werden von den Herstellern mit Bloatware vollgestopft.
Viele Smartphones werden von den Herstellern mit Bloatware vollgestopft. (©CC: Flickr/Sham Hardy 2015)

Neue Smartphones wie das Samsung Galaxy S6 oder das HTC One M9 sind vollgestopft mit "Bloatware" (auf deutsch "Blähware"). Das sind nicht immer nützliche Apps, die oft nur Platz wegnehmen. Und: Die Hersteller füttern ihre Produkte nicht nur mit den überflüssigen Programmen, sondern verhindern auch noch das Entfernen. Wir zeigen Dir, wie Du sie dennoch loswerden kannst.

Zuerst die schlechte Nachricht: Bloatware entfernen ist gar nicht so einfach. Meist lassen sich die Apps nicht wirklich löschen, außer Du rootest Dein Smartphone. Danach kannst du alles killen, darunter auch Programme, die für das Gerät lebensnotwendig sind und ohne die es nicht funktioniert. Werden bestimmte Apps entfernt, lässt sich das Gerät unter Umständen noch nicht mal wieder in Gang setzen. Deshalb ist das Rooten ein Schritt, an den Du Dich nur wagen solltest, wenn Du Dich wirklich gut auskennst. Bei neuen Geräten wie dem Samsung Galaxy S6 oder dem HTC One M9 ist das Rooten auch deshalb besonders in den ersten sechs Monaten nach dem Kauf nicht zu empfehlen, weil Du so den Gewährleistungsanspruch riskierst.

Apps über den Anwendungsmanager löschen

Aber auch Root kannst Du Dein Smartphone wenigstens optisch schlanker machen. So gibt es auf vielen neuen Smartphones Test-Apps, die sich ohne Weiteres über den Anwendungsmanager entfernen lassen. Samsung beispielsweise hat hier aus Fehlern der Vergangenheit gelernt und erlaubt beim Galaxy S6 das Löschen vieler Apps. Auf älteren Geräten sind allerdings viele hartnäckigere Programme installiert, wie etwa ChatON. Das nutzt niemand, in den USA ist der Dienst seit Februar sogar abgeschaltet, doch die App wird mit älteren Samsung-Geräten nach wie vor verkauft – echt lästig!

Bloatware fullscreen
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"Appfall" deaktivieren bringt viele Vorteile

Um solchen "Appfall" loszuwerden kannst Du seit Android 4.0 Ice Cream Sandwich die Deaktivierungsfunktion nutzen. Auch bei deaktivierten Anwendungen bleiben die Daten zwar auf Deinem Smartphone gespeichert. Aber erstens wird Zwischenspeicher gespart und zweitens die Liste der aktiven Apps verschlankt. Zusätzlich werden deaktivierte Apps auch nicht mehr automatisch aktualisiert, was durchaus Platz sparen kann. Stillgelegte Apps tauschen auch keine Daten per Internet aus, wodurch sich die Belastung des Datenvolumens verringert. Sie verlangen auch keinen Zugriff mehr auf private Informationen, was gut für den Datenschutz ist.

So geht das Deaktivieren von Apps im Anwendungsmanager

Um eine App zu deaktivieren, gehst Du über "Einstellungen > Anwendungen > Anwendungsmanager > Installierte Apps". Wenn Du auf eine Anwendung tippst, kannst du sofort erkennen, ob diese sich deaktivieren lässt. Wenn Du auf Deaktivieren tippst, kommt zuerst eine Warnung, dass Dein Gerät eventuell nicht mehr funktioniert. Diese Warnung kannst Du in den meisten Fällen getrost übergehen. Falls bestimmte Dinge nicht mehr laufen wie gewohnt, musst Du die App wieder aktivieren. Bei Samsung-Apps kommt zum Teil der Hinweis, dass die App durch die Werksversion ersetzt wird. Diesen kannst Du einfach bestätigen.

Zusammenfassung:

1. Bloatware entfernen klappt nur, wenn das Gerät gerootet ist
2. Durch das Rooten kann das Smartphone zerstört werden, deshalb Vorsicht
3. Manche vorinstallierte App kannst Du einfach über den Anwendungsmanager löschen
4. Apps, die sich nicht löschen lassen, können meistens deaktiviert werden
5. Das Deaktivieren spart keinen Speicherplatz, aber dafür Updates und Transfervolumen
6. Zum Deaktivieren im Anwendunsgmanager einfach auf die jeweilige App tippen

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