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Blockchain-Browser: Was steckt dahinter?

Die Blockchain-Technologie kann auch in Browsern wie Opera zum Einsatz kommen.
Die Blockchain-Technologie kann auch in Browsern wie Opera zum Einsatz kommen.

Vor allem im Zusammenhang mit dem Hype rund um Bitcoin im Jahr 2018 machte auch der Begriff Blockchain die Runde. Inzwischen gibt es sogar Blockchain-Browser. Doch was steckt eigentlich dahinter?

Was ist eigentlich eine Blockchain?

Das Blockchain-Prinzip wurde erstmals 2009 in dem Bitcoin-Whitepaper des anonymen Autors Satoshi Nakamoto beschrieben. Dabei wird jede Bitcoin-Transaktion mit Zeitstempel in einem Dateiblock gespeichert. Einzelne Blöcke sind durch spezielle Algorithmen gekoppelt, die so entstandene Kette wird bei jeder Transaktion verlängert und kopiert. Niemand kann einen Block hacken und sich beispielsweise selbst Geld zuschreiben. In diesem Fall würde die gefälschte Kette nicht mehr mit den anderen Kopien übereinstimmen und ungültig werden. Die Blockchain ist also eine Liste für Kryptowährungen, die jeder stets herunterladen und einsehen kann. Das Vertrauen in den korrekten Transfer von Geldern wird beim Blockchain-Prinzip nicht durch eine Bank gewährleistet, sondern durch Transparenz.

So funktioniert ein Blockchain-Browser am Beispiel von Opera

Wirkliches Gewicht bekam der Begriff Blockchain-Browser erst im Dezember 2018 mit der Ankündigung von Opera, seinen Browser für Android mit einer Speichermöglichkeit für Ethereum auszustatten. Opera für Android unterstützt ab Version 49 die Ethereum-Blockchain und ermöglicht es dem Nutzer, im bereits zuvor integrierten Crypto Wallet diese Kryptowährung zu speichern.

Mit dem virtuellen Geld können Opera-Nutzer dann sogenannte Web-3-Transaktionen ausführen und dezentralisierte Apps kaufen – sogenannte "Dapps". Web 3 ist nach Ansicht von Opera "das Internet der Zukunft", das auf Technologien wie Blockchain, Kryptowährungen und verteilte Systeme setzt – alles mit dem Ziel, dem User mehr Kontrolle über das Netz zu geben. Apps sind dann auch nicht mehr auf dem Smartphone selbst installiert, sondern werden von dezentralen Netzwerken betrieben – mit Transaktionen per Kryptowährung.

Um die Web-3.0-Funktionen von Opera nutzen zu können, müssen User zunächst etwas Ethereum kaufen und im Wallet des Browsers sichern. Aus dem Wallet heraus erfolgt dann auch der Zugriff auf die Dapps.

Opera 3 mit Blockchain fullscreen
Opera für Android setzt auf die Blockchain für den Kauf von Dapps.

Die Macher von Opera haben dabei den Einstieg bewusst simpel gestaltet, um die Themen Kryptowährungen und Blockchain auch bei Mainstream-Nutzern bekannter zu machen – vor allem nach dem vorläufigen Ende des Höhenflugs von Bitcoin und Co. Laut Krystian Kolondra von Opera sei das Ziel, Kryptowährungen von einer reiner Spekulationsmasse in ein echtes Zahlungsmittel für den Alltag zu verwandeln. Der Zugriff auf die Ethereum-Blockchain erfolgt in Opera über ein Programm des Start-ups Infura.

Was gibt es sonst noch für Blockchain-Browser?

Opera für Android ist allerdings nicht der einzige Browser mit Blockchain-Funktionen. So wurde ebenfalls im Dezember 2018 der auf Chromium basierende Browser Brave zum Standard-Programm auf dem HTC Exodus 1 erklärt, dem Blockchain-Smartphone von HTC. Brave wurde von US-Programmierer Brendan Eich mitbegründet, der zuvor bei Firefox seine Finger mit im Spiel hatte.

Brave nutzt die Blockchain und die Kryptowährung Ethereum für einen weiteren interessanten Ansatz: Werbung im Internet. Im alternativen Werbesystem von Brave werden sogenannte Basic Attention Token (BAT) zwischen Nutzern, Werbetreibenden und Herausgebern ausgetauscht. Nutzer sollen wählen können, welche Anzeigen sie sehen möchten und werden dementsprechend belohnt. Die Werbetreibenden werden wiederum für gute Inhalte prämiert und erhalten mehr BAT, je mehr Aufmerksamkeit die Nutzer ihrer Werbung schenken.

Zusammenfassung

  • Kryptowährungen arbeiten mit dem Prinzip der Blockchain: Dabei wird jede Transaktion mit Zeitstempel in einem Dateiblock gespeichert. Einzelne Blöcke sind durch Algorithmen gekoppelt, die Kette wird bei jeder Transaktion verlängert und kopiert. Niemand kann einen Block hacken und sich selbst Geld zuschreiben
  • Die Blockchain kann auch in Browsern zum Einsatz kommen, beispielsweise für den Kauf von sogenannten Dapps ("decentralized apps") oder für Basic Attention Token (BAT)
  • Beispiele für Blockchain-Browser sind Opera für Android oder Brave
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