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Alles über aptX, aptX HD & LDAC: Bluetooth-Sound wird gut

Android 8.0 O sorgt für bessere Bluetooth-Audioqualität mit kompatiblen Kopfhörern.
Android 8.0 O sorgt für bessere Bluetooth-Audioqualität mit kompatiblen Kopfhörern.

Mit Android 8.0 O kommt der Support für aptX, aptX HD und LDAC. Diese Codecs sorgen für bessere Audioqualität mit kompatiblen Bluetooth-Kopfhörern. Hier erfährst Du, was es mit den Codecs auf sich hat und wie Du sie nutzen kannst.

Dank neuer Codecs klingt Musik mit Bluetooth besser als je zuvor. Bislang war Wireless-Audio aufgrund der starken Komprimierung der übertragenen Dateien dem Audio via Klinke weit unterlegen, nur aptX kam qualitativ etwas näher heran. Das ändert sich nun. Auch mit aptX HD sowie mit Sonys LDAC bekommt man zwar kein verlustfreies Hi-Res-Audio geboten, sondern nur hochwertig komprimierte Musikqualität mit einem geringeren Unterschied zur verlustfreien Qualität. Trotzdem wird Bluetooth-Sound so hörbar besser.

Was ist aptX?

Qualcomms aptX-Codec ist mit 25 Jahren der älteste der qualitativ besseren Bluetooth-Codecs im Bunde. Bei einer Abtastrate von 48 kHz und einer Samplingtiefe von 16 Bit ist er auf eine Übertragungsrate von 352 kbps limitiert. Eine Abtastrate von 48 kHz bedeutet, dass der Klang (die analoge Schallwellenform) bei der Aufnahme von einem ADC (Analog-zu-Digital-Konverter) 48.000 Mal in der Sekunde gelesen wurde. Diese Messungen wurden dann in Form von 16 Computer-Bits gespeichert.

Eine höhere Samplingtiefe wie 24 Bit statt 16 Bit bedeutet eine höhere Auflösung der Musik und somit einen größeren Dynamikumfang – der Dynamikumfang ist der Bereich zwischen dem leisesten und dem lautesten Ton. Die Audio-CD hat bei 16 Bit einen Dynamikumfang von 96 dB, während selbst Aufzeichnungen von Symphonieorchestern nicht über 60 dB hinauskommen.

Davon abgesehen setzt das Vorbild Audio-CD auf eine Abtastrate von 44,1 kHz und eine Bitrate von 1.411 Kilobits pro Sekunde (kbps). Die Bitrate beschreibt, welche Datenmenge in einer Sekunde verarbeitet wird. Hier kommt kein Bluetooth-Codec an die Audio-CD heran.

Bei Bluetooth mit aptX werden die Klangdaten mit maximal 352 Kilobits pro Sekunde vom Smartphone auf den Bluetooth-Kopfhörer übertragen. Die Bluetooth-Qualitätsprobleme sind auch mit dieser begrenzten Übertragungsrate begründet, wobei grundsätzlich die Tonqualität bei größerer Latenz besser erhalten bleibt. Geht man von ungefähr 50 Prozent verlustfreier Kompression aus, bietet aptX nur die Hälfte der Bitrate, um CD-Qualität zu erreichen.

Die Musik klingt mit aptX also ungefähr wie eine MP3- oder AAC-Datei mit 320 kbps, wie das Fachmagazin Sound Image schreibt. Es handelt sich also um verlustbehaftet komprimierte Musik und nicht um CD-Qualität. Immerhin wird der Bluetooth-Codec SBC abgehängt. Übrigens: aptX wird derzeit noch nicht von iOS auf dem iPhone unterstützt.

Was sind aptX HD und LDAC?

Hochwertiger fällt angeblich die Musikübertragung via aptX HD bei 48 kHz/24 Bit LPCM aus. Wie das technisch angesichts der Grenzen des A2DP-Profils von Bluetooth funktioniert, hat Qualcomm noch nicht erläutert. CD-Qualität dürfte jedoch auch aptX HD nicht ganz erreichen.

Am besten klingt die Musik theoretisch mit Sonys Standard LDAC, der bei einer Übertragungsrate von 990 kbps 96 kHz bei 24 Bit bieten soll. Laut einem Sony-Ingenieur erweitert Sony dafür die Übertragungsrate von A2DP, so Sound Image. Für eine verlustfreie Kompression von Hi-Res-Audio oder auch nur CD-Qualität genügen aber nicht einmal 990 kbps, darum handelt es sich laut dem Fachmagazin bei LDAC um einen verlustbehafteten Codec.

LDAC ist der CD-Qualität voraussichtlich immerhin näher als die anderen Bluetooth-Codecs. Ob man den Unterschied zwischen CD-Qualität und Hi-Res-Audio überhaupt hören kann, ist umstritten. Insgesamt lässt sich sagen, dass Bluetooth-Audio mit den passenden Codecs und kompatiblen Kopfhörern inzwischen einer CD-ähnlichen Qualität hörbar näher kommt als zuvor.

Kompatible Bluetooth-Kopfhörer

Um in den Genuss der höheren Audioqualität via Bluetooth zu kommen, brauchst Du ein Abspielgerät wie ein Smartphone sowie einen Kopfhörer, die beide mit dem jeweiligen Codec kompatibel sein müssen. Smartphones mit Android 8.0 O werden die nötigen Codecs unterstützen, ansonsten musst Du in den technischen Beschreibungen der Hersteller nachsehen, ob Dein Smartphone mit einem der Codecs funktioniert.

Aktuell gibt es nur sechs Kopfhörer, die aptX HD bieten: Vier In-Ear-Lauscher und zwei Over-Ear-Kopfhörer. Du findest sie auf der offiziellen aptX-HD-Website. Den LG Tone Active+ gibt es für ungefähr 130 Euro, der günstigste Over-Ear-Kopfhörer ist der Audio-Technica ATH-DSR7BT für um die 350 Euro.

Zu den LDAC-kompatiblen Kopfhörern gehören der Sony MDR-1000X, der MDR-1ABT, der Sony h.ear in Wireless sowie der Sony h.ear on Wireless NC. Trusted Reviews geht nicht davon aus, dass Sony anderen Herstellern den Bau von LDAC-Kopfhörern gestatten wird.

Auf die Streaming-Qualität achten

Die Möglichkeit, Musik in ansprechender Qualität zu übertragen, kann auch daran scheitern, wenn die Musik gar nicht in einer entsprechenden Qualität vorliegt. So bietet Spotify Free etwa nur eine Streaming-Qualität von 160 kbit/s an – da bringen Dir aptX, aptX HD und LDAC nicht so viel wie bei weniger verlustbehafteter Komprimierung. Mit Amazon Prime Music, Unlimited und Juke sind es immerhin bis zu 320 kbit/s. Für die Nutzung von LDAC bietet sich eher in CD-Qualität gekaufte Musik an.

Zusammenfassung

  1. Musik klingt mit aptX (48 kHz/16 Bit) ungefähr wie eine MP3- oder AAC-Datei mit 320 kbps.
  2. Höherwertiger ist der Klang mit aptX HD (48 kHz/24 Bit).
  3. Am besten klingt Bluetooth theoretisch mit LDAC (96 Hz / 24 Bit, aber nicht verlustfrei).
  4. Abspielgerät (etwa Dein Smartphone) und Kopfhörer müssen beide den jeweiligen Codec unterstützen.
  5. Android 8.0 O unterstützt aptX, aptX HD sowie LDAC.
  6. Kopfhörer mit Support für aptX und aptX HD gibt es von unterschiedlichen Herstellern.
  7. Nur Sony baut LDAC-Kopfhörer.
  8. Auch die Streaming-Qualität muss bei Streaming-Anbietern stimmen, sonst können die besten Bluetooth-Codecs nicht ihr Potenzial entfalten.
  9. Mit 160 kbp/s genügt Spotify Free beispielsweise nicht, um die High-End-Codecs voll auszunutzen.
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