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Dank Surface Pro X könnten sich Laptops mit Handy-Chips durchsetzen

Das kommende Microsoft Surface Pro X beeindruckt als das mobilste und dünnste Windows-Tablet der Serie. Der neue ARM-Chip Microsoft SQ1 sorgt für die Leistung – ein leicht abgewandelter Smartphone-Prozessor. Mit dem Surface Pro X könnten sich Windows-Tablets und -Laptops mit Handy-Chips durchsetzen. Aber nur unter einer Bedingung ...

Das Surface Pro X sieht zunächst aus wie die nächste Generation des Surface Pro: Schlanker und mit dünnerem Displayrahmen. Tatsächlich begleitet es jedoch das Surface Pro 7, das dem herkömmlichen Look treu bleibt. Warum also hat Microsoft nicht einfach das Surface Pro X als einziges neues Modell veröffentlicht?

Des Rätsels Lösung verbirgt sich im Inneren: Das Surface Pro X setzt auf einem ultramobilen ARM-Prozessor, der weniger Leistung bietet als die Intel-Core-i-Chips im dickeren Surface Pro 7. Daher sollen sich die beiden Modelle ergänzen. Das Surface Pro X bietet eine bessere Mobilität mit schlankerer Bauweise und längerer Laufzeit, während das Surface Pro 7 vollwertige Laptop-Leistung mitbringt. Die spannende Frage ist nur: Wie hoch ist die Leistung des Microsoft SQ1?

Schließlich enttäuschten frühere Laptops mit Snapdragon 835 und Snapdragon 850. Es kamen nur wenige Modelle auf den Markt und das Prinzip, Laptops mit leicht abgewandelten Smartphone-Prozessoren auszustatten, konnte sich bislang nicht durchsetzen. Das Surface Pro X könnte das ändern, wenn die Leistung stimmt. Und es gibt Grund zum Optimismus.

Für Microsoft ist das Surface Pro X ein Premiumgerät

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Microsoft scheint vom Konzept des Surface Pro X überzeugt zu sein.

Microsoft glaubt nicht nur an das Surface Pro X, das Unternehmen vermarktet das Gerät auch als Premium-Tablet mit vollwertigem Windows 10 als Betriebssystem. Wenn es am 19. November auf den Markt kommt, wird es mit einem Preis von 1.150 Euro mehr kosten als das Surface Pro 7, das ab 900 Euro startet.

Das Surface Pro X ist 7,3 Millimeter dünn und wiegt 774 Gramm. Zum Vergleich: Das Surface Pro 7 ist 8,5 Millimeter dick, wiegt mit 775 Gramm aber ungefähr dasselbe. Mit 29,2 x 20,1 Zentimetern ist das Surface Pro 7 etwas breiter und dafür weniger hoch als das Surface Pro X mit 28,7 x 20,8 Millimetern. Der Cloud: Trotz der insgesamt vergleichbaren Größe kommt ein ausgewachsenes 13-Zoll-Display im Surface Pro X unter, während sich das Surface Pro 7 mit einem 12,3 Zoll großen Display begnügt. Grund ist der dünnere Displayrahmen des Surface Pro X.

Das wertige Gehäuse des Surface Pro X besteht aus Aluminium und das Tablet wird lüfterlos gekühlt. Als Speicher dient eine wahlweise eine 128 GB, 256 GB oder 512 GB große SSD. Es gibt 2 x USB-C, 1 x Nano-SIM für das integrierte LTE-Modem und 1 x Surface Connect für die Tastatur als Anschlüsse, die Webcam unterstützt Einloggen mit Windows Hello. Es handelt sich also auf dem Papier um einen vollwertigen Laptop-Ersatz. Dafür sprechen auch die, je nach Modell, 8 GB oder 16 GB integrierter Arbeitsspeicher.

Das Surface Pro X möchte neben dem modernen Design und dem vollwertigen Windows vor allem mit der Mobilität überzeugen. Die Akkulaufzeit soll bei Videowiedergabe bis zu 13 Stunden erreichen. So kannst Du das Windows-Tablet bedenkenlos den ganzen Tag angeschaltet lassen.

Was kann der Microsoft SQ1?

Microsoft hat offensichtlich volles Vertrauen in den integrierten Prozessor, wenn das Unternehmen mehr Geld für das Surface Pro X verlangt als für das Surface Pro 7. Bei zu großen Kompromissen bei der Performance würden die meisten Kunden zum Surface Pro 7 greifen. Der Microsoft SQ1 beruht auf dem Qualcomm Snapdragon 8cx, aber die Rechenkerne von Prozessor und Grafikeinheit haben eine höhere Taktrate.

Laut Notebookcheck gesellen sich vier Cortex-A75-Rechenkerne mit einer Taktrate von 3 GHz zu vier Cortex-A55-Rechenkernen für genügsamere Alltagsaufgaben, deren Takt noch unbekannt ist. Die integrierte Grafikeinheit Adreno 685 dürfte auch eine höhere Taktrate bieten als im Snapdragon-Gegenstück. Integriert sind im Chip ebenso ein X24-LTE-Modem, GPS, Video De- und Encoder (bis zu 4K HDR mit 120 FPS, H.265), Bluetooth 5.0 und Wi-Fi 802.11ad/ac/a/b/g/n.

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Der Microsoft SQ1 muss x86-Programme emulieren.

Qualcomm zufolge erreicht der Microsoft SQ1 ungefähr die Leistung eines Intel-Core-i5 in der stromsparenden "U"-Version der achten Generation. Allerdings gilt das nur für Software, die nativ ARM64 unterstützt – und die gibt es kaum. 64-Bit-Apps für AMD- und Intel-Prozessoren funktionieren mit dem Chip überhaupt nicht und 32-Bit-Apps nur in einer langsameren Emulation, wie Notebookcheck schreibt. Das heißt, dass reguläre Windows-Programme nicht wie mit einem Intel-Core-i5-Prozessor laufen.

Einen ersten praktischen Eindruck von der Performance vermittelt ein kleiner Hands-On-Test von Zac Bowden von Windows Central. Er startete auf einem der nach der Präsentation ausgestellten Modelle des Surface Pro X das vollwertige Photoshop. Sein Fazit: "Nicht gerade ein Vorzeigebeispiel in puncto Gesamtperformance, aber es wurde definitiv verbessert im Vergleich zum Snapdragon 850/835." Und tatsächlich wirkt es so, als könnte man mit dem Tablet vernünftig arbeiten.

Der große Vorteil gegenüber dem Apple iPad Pro

Wo von Photoshop die Rede ist: Der große Vorteil des Surface Pro X gegenüber dem Apple iPad Pro ist das vollwertige Windows und daher auch vollständige Windows-Programme wie Adobe Photoshop. Zwar möchte Adobe ein vermeintlich vollwertiges Photoshop Ende 2019 für das iPad Pro herausbringen – wie Bloomberg aber schreibt, werden dem iPad-Photoshop grundlegende Features fehlen.

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Dem iPad-Photoshop werden voraussichtlich einige wichtige Features fehlen, zumindest am Anfang.

Einem Beta-Tester zufolge soll es sich um eine erweiterte Cloud-Version der Photoshop-App für iOS handeln und nicht um echtes Photoshop. Adobe möchte allerdings mit der Zeit immer mehr Features nachreichen. Das Surface Pro X hingegen muss nicht mit den Limitierungen von iOS zurechtkommen, sondern unterstützt normale Windows-Programme. Dank des Supports für den Surface Slim Pen dürften auch viele Künstler und Designer mit dem neuen Tablet von Microsoft zufrieden sein.

Werden Laptops mit Handy-Chips die neuen Ultrabooks?

Schon vor dem Surface Pro X wurde das Galaxy Book S von Samsung mit dem Snapdragon 8cx vorgestellt – also ein weiteres Windows-Tablet mit angepasstem Smartphone-Chip. Samsung wirbt damit, dass das Gerät "immer an und immer online" sein könne. Der Laptop wird für 1.100 Euro in Deutschland erscheinen, aber ein Release-Datum gibt es noch nicht.

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Das Samsung Galaxy Book S mit ARM-Chip lässt auf sich warten.

Außerdem wurden in China überraschend eine Reihe von Laptops auf Basis des 8cx-Vorgängers Snapdragon 850 angekündigt, wie Notebookcheck schreibt. In Zukunft sind auch Notebooks mit dem Snapdragon 8cx und Chromebooks mit dem etwas schwächeren Snapdragon 7cx von einem chinesischen Hersteller geplant. Diese China-Notebooks starten im Februar 2020.

Alles in allem liegt es wohl vor allem an Microsoft, die Konsumenten mit dem Surface Pro X vom ARM-Experiment zu überzeugen. Die großen Hersteller scheinen abzuwarten, wie gut das Tablet bei den Kunden ankommt. Es wäre gut möglich, dass das Surface Pro X eine neue Generation ultraportabler Windows-Tablets, -Convertibles und -Notebooks einleitet. Besonders leichte und kompakte Windows-Geräte, bei denen Du Dir keine Sorgen mehr über die Akkulaufzeit machen musst.

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