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Das iPhone über Nacht laden: Ist das schädlich?

Laden oder nicht laden – diese Frage stellen sich viele iPhone-User vor der Nachruhe. Wir haben die Antwort.
Laden oder nicht laden – diese Frage stellen sich viele iPhone-User vor der Nachruhe. Wir haben die Antwort. (©thinkstock/Art-Of-Photo 2017)

Praktisch jeder macht es: Das iPhone über Nacht laden. Aber ist das wirklich nicht schädlich für den Akku? Wir gehen der Sache nach.

Das iPhone über Nacht laden ist ziemlich praktisch: So hast Du nicht nur zum Start in den neuen Tag einen vollen Akku, in der Nacht legt ein mit der Steckdose verbundenes Apple-Smartphone auch selbstständig iCloud-Backups an und installiert iOS-Updates. Trotzdem gibt es immer wieder Stimmen – im Internet oder im Freundeskreis – die behaupten, dass ein zu langes Aufladen über Nacht schädlich für den Energiespeicher des iPhones sei. Apple-Experte Jesse Hollington räumt jedoch mit diesem Mythos auf ...

iPhone-Akku: Bei 100 Prozent ist Schluss

Um gleich am Anfang mit allen Unklarheiten aufzuräumen: Das iPhone über Nacht laden ist nicht schädlich für den Akku. Auch das Aufladen eines Akkus mit einer Kapazität von etwa 90 Prozent wird den Energiespeicher nicht negativ beeinflussen. Laut Hollington kann ein iPhone nicht "überladen" werden – und übrigens auch kein anderes Smartphone oder modernes technisches Gerät. Jedes Gerät, das einen Lithium-Ionen-Akku oder einen Lithium-Polymer-Akk hat, muss auch eine Ladeschaltung besitzen, welche die Stromzufuhr bei 100 Prozent abschneidet. Wenn Dein iPhone also über Nacht 100 Prozent erreicht, dann schaltet es auf externe Energie um und läuft damit weiter. Das Einzige, worauf man beim nächtlichen Aufladen des Akkus achten sollte, ist die Temperatur. Diese sollte nicht zu hoch werden können – also das iPhone beim Aufladen am besten nicht unters Kopfkissen legen.

Ladezyklen auslesen und verstehen

Das Gleiche gilt auch für einen fast leeren Akku: Ein Energiespeicher, der fast bei 0 Prozent angelangt ist und immer erst dann geladen wird, hat auch kein kürzeres Leben als ein Akku, der immer bereits bei 20 Prozent geladen wird. Die Erklärung von Hollington: Obwohl ein iPhone-Akku etwa 500 Ladezyklen durchhält – die man auch auslesen kann – bezieht sich diese Angabe auf komplette Ladezyklen. Ein halbes Aufladen nutzt also auch nur einen halben Ladezyklus. Mit anderen Worten: Wenn Du Dein iPhone jedes Mal bereits bei 90 Prozent an die Steckdose hängst, verbrauchst Du jedes Mal auch nur 1/10 eines Ladezyklus – und kannst Dein iPhone somit 5000 Mal laden, bevor es Probleme mit dem Akku geben sollte.

iPhone-Akku nicht mit Absicht leeren

Eine Einschränkung gibt Hollington allerdings zu bedenken: Falls Du Dein iPhone absichtlich auf 0 Prozent bringst (etwa durch besonders rechenintensive Apps oder stundenlange Videos) und es dann erst auflädst, verbrauchst Du unnötigerweise einen kompletten Ladezyklus. Besser sei es daher, das iPhone einfach immer dann aufzuladen, wenn die Gelegenheit passend erscheint.

Sein Fazit: Viele iPhone-Nutzer machen sich unnötig Gedanken über ihren Akku. Das mag am Umgang mit älteren Nickel-Cadmium-Akkus liegen, die noch weitaus komplizierter waren. Für noch mehr Akku-Tipps zum iPhone solltest Du in diesen Ratgeber schauen.

Zusammenfassung

  1. Das iPhone über Nacht laden ist nicht schädlich
  2. Achtung vor möglicher Überhitzung des Akkus: Smartphone nicht unters Kopfkissen legen!
  3. Wichtig für die Lebensdauer eines Akkus sind die Ladezyklen – nur beim Aufladen von 0 auf 100 Prozent wird ein kompletter Ladezyklus verbraucht
  4. iPhone-Akkus sollten daher nicht mit Absicht geleert werden
  5. Generell: iPhone aufladen wenn nötig und nicht zu viele Sorgen um den Akku machen

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