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Das WLAN teilen: Das solltest Du wissen

Beim Teilen des WLAN-Netzes solltest Du ein paar Dinge im Hinterkopf behalten.
Beim Teilen des WLAN-Netzes solltest Du ein paar Dinge im Hinterkopf behalten. (©AVM 2017)

Wer sein WLAN-Netz mit WG-Mitbewohnern oder Nachbarn teilen möchte, sollte einige Punkte beachten. Denn hier lauern durchaus Gefahren für die eigene Sicherheit und Strafbarkeit im Falle eines Missbrauchs. Wir erklären Dir, worauf Du achten solltest.

Wer Besuch hat und diesem Zugriff auf das eigene Wi-Fi-Netzwerk geben möchte oder wer in einer WG wohnt und einen Internetanschluss mit den Mitbewohnern nutzen will, hat sich vermutlich schon einmal Gedanken über das WLAN teilen gemacht. Technisch ist das relativ einfach möglich, denn alles, was die Teilnehmer brauchen, ist das Passwort. Doch rein rechtlich und aus Sicherheitsgründen solltest Du einige Punkte beachten.

Nicht jeder Anbieter erlaubt das Teilen mit Mitbewohnern

Gerade in einer WG bietet es sich natürlich an, einen Internetanschluss gemeinsam zu nutzen, auch wenn vielleicht jeder Mitbewohner rein theoretisch einen eigenen Anschluss haben könnte. Doch wozu für zwei, drei oder mehr Anschlüsse bezahlen, wenn man sich doch einen teilen und damit Geld sparen kann?

Allerdings solltest Du Dich hier genau informieren, ob Dein Internetanbieter eine solche gemeinsame Nutzung von Anschlüssen überhaupt erlaubt. In einigen Verträgen ist diese nämlich strikt untersagt und kann im Zweifelsfall zur Kündigung des Anschlusses oder sogar zu Schadensersatzforderungen führen.

Einige Anbieter erlauben zwar das gemeinsame Nutzen eines Internetanschlusses, untersagen es dem Vertragsnehmer jedoch, einen finanziellen Ausgleich von den Mitnutzern zu fordern. In so einem Fall dürftest Du Deine Mitbewohner zwar Deinen Anschluss mitnutzen lassen, von ihnen jedoch keine Bezahlung für die Mitnutzung fordern – jedenfalls nicht offiziell, denn in der Praxis dürfte sich das nur schwer kontrollieren lassen.

Anschlussinhaber haftet für illegale Nutzung

Ein weiteres Problem, das ins Spiel kommt, wenn Du einen Internetanschluss mit anderen teilst, ist Haftung bei illegaler Nutzung. Ganz egal, ob Du den Anschluss für Mitbewohner, Freunde oder Besucher freigibst; bei einer nachgewiesenen illegalen Nutzung werden sich Abmahnungen, Kostenforderungen oder gar strafrechtliche Ermittlungen als Erstes gegen Dich an Anschlussinhaber richten.

In so einem Fall musst Du nachweisen, wer alles Zugang zu Deinem Netzwerk hat und das könnte umso schwieriger werden, je mehr Personen Du das Passwort verraten hast. Denn theoretisch könnten auch diese den Zugang zum Netzwerk an ihre eigenen Freunde und Bekannten weitergeben, sodass sehr schnell der Überblick verloren gehen kann. Zudem steigt mit der Personenzahl auch der Kreis derer, die den Anschluss unter Umständen missbrauchen könnten.

 Wer sein Netz mit anderen teilt, sollte sich auch rechtlich absichern. fullscreen
Wer sein Netz mit anderen teilt, sollte sich auch rechtlich absichern. (©AVM 2017)

Sollten tatsächlich mehrere Wohnparteien einen WLAN-Anschluss teilen, dann ist es sinnvoll, sich untereinander vertraglich abzusichern. So kannst Du als Anschlussinhaber im Falle des Falles klar machen, dass auch andere Personen den Anschluss für illegale Aktivitäten missbraucht haben können. Solche Verträge werden jedoch bislang nicht in allen Fällen von den Gerichten anerkannt.

Sicherheitsrisiken für die eigenen Geräte und Daten

Je mehr Personen Zugang selbst zu einem WLAN-Netz haben und das Passwort theoretisch an Dritte weitergeben könnten, desto größer werden auch die Sicherheitsrisiken für Dich als Anschlussinhaber. Denn jeder, der Zugang zu Deinem WLAN-Netzwerk hat, könnte so auch leichter in der Lage sein, Deinen Computer, Dein Smartphone oder andere Geräte, die Du mit dem Netzwerk verbunden hast, zu hacken. Ein Angreifer, der es darauf anlegt, könnte so Zugriff auf persönliche Daten und Mails erhalten und eventuell sogar Passwörter umleiten.

Der Angriffspunkt müssen dabei nicht einmal ein Computer oder Handy sein. Oftmals sind es unscheinbare und weniger gut geschützte WLAN-Geräte, die über unsichere Schnittstellen mit dem Netzwerk kommunizieren und so als Einfallstor für Angreifer dienen könnten.

Im Zweifelsfall hilft rechtliche Beratung

Falls Du Zweifel hast, ob das Teilen eines WLAN-Netzes im Einzelfall rechtlich unbedenklich ist und Du wissen möchtest, wie Du Dich gegen Missbrauch absichern kannst, kannst Du natürlich immer noch auf die Beratung durch einen ausgewiesenen rechtlichen Fachberater zurückgreifen.

Zusammenfassung

  1. Wenn Du ein WLAN-Netz mit WG-Mitbewohnern oder Nachbarn teilst, solltest Du einige Punkte beachten
  2. Nicht alle Internetanbieter erlauben das Teilen eines Anschlusses mit anderen Personen im Haushalt, falls diese prinzipiell auch einen eigenen Anschluss beantragen könnten
  3. Im Falle eines Missbrauchs des Internetanschlusses werden sich Abmahnungen, Kostenforderungen oder strafrechtliche Ermittlungen immer zuerst an den Anschlussinhaber richten
  4. Je mehr Personen das Passwort für ein WLAN-Netzwerk kennen oder an Dritte weitergeben könnten, desto größer ist auch die Gefahr, dass sich Hacker am WLAN-Netz zu schaffen machen könnten
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