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Daten im Internet löschen: So verschwindest Du aus dem Netz

So löschst Du Deine persönlichen Daten im Internet.
So löschst Du Deine persönlichen Daten im Internet. (©picture alliance / dpa 2016)

Das Internet vergisst nie – leider. Dennoch kannst Du persönliche Daten von Dir im Internet löschen (lassen). Das funktioniert nicht immer ganz einfach und intuitiv, lässt sich mit einem gewissen Aufwand aber ganz gut bewerkstelligen. Wie Du aus dem WWW (fast) wieder verschwindest, erklären wir jetzt.

Wer sich im Internet bewegt, hinterlässt Spuren. Oftmals weiß der Betroffene nicht einmal, welche persönliche Daten im Netz gespeichert und so für alle Nutzer sichtbar sind. Nicht nur Google und andere Suchmaschinen sind gemeinhin als große Datensammler bekannt, auch die sozialen Netzwerke wie Facebook, Twitter und Co. sammeln alle Informationen, die sie bekommen. Zwar hast Du in der Theorie die volle Kontrolle über Deine Daten und kannst entscheiden, wo und in welcher Form diese im Internet auftauchen. Doch in der Praxis erweist es sich nicht immer einfach, entsprechende Datensätze aus dem WWW zu verbannen.

1. In Google nach Namen und Mail-Adressen suchen

Um erst einmal herauszufinden, welche Daten von Dir im Netz kursieren, solltest Du nicht nur Google nach Deinem Namen durchsuchen, sondern auch andere Suchmaschinen wie Bing, Yahoo und Co. Die aufgespürten Informationen solltest Du notieren oder speichern, um anschließend an die Seitenbetreiber heranzutreten. Doch nicht nur eine simple Suche nach dem eigenen Namen ist erforderlich, auch Deine Mail-Adresse solltest Du in den Suchmaschinen auf Treffer durchsuchen lassen.

2. Google-Formular für Verleumdungen und sensible Daten

Google selbst kannst Du im Normalfall nicht auffordern, persönliche Daten zu löschen. Der Suchmaschinenriese bildet schließlich nur Informationen ab, die bereits auf anderen Webseiten enthalten sind. Eine Ausnahme: Bei Verleumdungen oder sehr sensiblen Ausweisdaten kannst Du direkt bei Google einen Antrag auf Löschung stellen – und zwar hier: google.com/legal/troubleshooter/1114905?rd=2. Doch auf der eigentlichen Seite existieren die brisanten Infos natürlich auch weiterhin, weswegen Du die jeweiligen Verantwortlichen kontaktieren musst. Bitte den Seitenbetreiber darum, Deine Daten zu löschen.

3. Kontaktdaten der Seitenbetreiber findest Du im Impressum

Diese Methode wird nicht immer im ersten Anlauf von Erfolg gekrönt sein, deshalb musst Du hartnäckig bleiben, wenn der Seitenbetreiber nicht reagiert. Mit rechtlichen Schritten solltest Du erst nach einigen Aufforderungen drohen. Die Kontaktdaten findest Du im Impressum auf der jeweiligen Webseite, dort sind zumeist Telefonnummer und Mail-Adresse hinterlegt. Ist eine Löschung nicht ohne Weiteres möglich, etwa in Foren, solltest Du darauf bestehen, dass Deine Daten anonymisiert werden.

4. Facebook: So kannst Du Suchmaschinen ausschließen

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Suchmaschinen kann man von seinem Facebook-Profil ausschließen. (©Facebook/Andreas Müller 2016)

Im Normalfall kannst Du Deine Daten bei den meisten Diensten selbst löschen. Falls das nicht geht, kannst Du sie zumindest verfremden und unkenntlich machen. Hast Du einen Zugang bei Facebook, kannst Du in den Einstellungen festlegen, dass Suchmaschinen Dein Profil und Deine Chronik nicht indexieren. Das funktioniert so: "Einstellungen > Privatsphäre  > Wer kann nach mir suchen? > Möchtest du, dass andere Suchmaschinen außerhalb von Facebook einen Link zu deinem Profil enthalten?" und per Checkbox einen Haken setzen. In einem anderen Ratgeber erläutern wir, wie Du Dein Facebook-Profil vollständig löschen kannst.

5. Niemals verschwindet man so ganz aus dem Internet

Wenn die Daten gelöscht sind, verschwinden sie nach gewisser Zeit automatisch aus den Suchergebnisseiten der Suchmaschinen – nicht aber aus dem World Wide Web an sich. Denn, wie eingangs erwähnt: Das Internet vergisst leider nie. Über spezielle Dienste ist es oftmals möglich, auch nach Jahren gelöschte Daten noch aufzufinden. Ganz verschwinden kann man demzufolge zwar nicht, aber die hinterlassenen Spuren lassen sich sehr wohl größtenteils beseitigen.

Übrigens: Wenn Du keine Lust oder Zeit hast, höchstpersönlich bei den Seitenbetreibern anzuklopfen, kannst Du auch eine Agentur für diese Zwecke beauftragen. Derlei Dienstleistungen haben natürlich ihren Preis, dafür spart man sich eine Menge Arbeit. Stellt sich der Anbieter quer, hat aber auch eine Agentur nicht mehr Durchschlagskraft als Du. Im Prinzip zielen solche Angebote einzig auf die Bequemlichkeit der Betroffenen ab.

Zusammenfassung

  1. Durchforste Suchmaschinen nach Deinem Namen und Mail-Adressen
  2. Verleumdungen aus Google lassen sich hierüber entfernen: google.com/legal/troubleshooter/1114905?rd=2
  3. Entsprechende Seitenbetreiber über Daten des Impressums kontaktieren
  4. Suchmaschinen per Privatsphäreeinstellung den Zugang zum Facebook-Profil untersagen
  5. Persönliche Daten verschwinden aus den Suchmaschinen, aber nicht aus Internetarchiven
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