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DDR3 vs. DDR4: Was ist der Unterschied bei den RAM-Typen?

Der Unterschied zwischen DDR3- und DDR4-RAM ist nicht offensichtlich.
Der Unterschied zwischen DDR3- und DDR4-RAM ist nicht offensichtlich.

DDR3 vs. DDR4: Welcher Arbeitsspeicher soll es werden? Beim Zusammenstellen oder dem Upgrade eines PCs müssen Anwender diese Frage beantworten können. Wir erklären den Unterschied zwischen den beiden RAM-Typen und verraten Dir, ob Dein Computer DDR3 oder DDR4 benötigt.

Was bedeutet "DDR"?

DDR steht für Double Data Rate. Die Bezeichnung des Arbeitsspeichers geht darauf zurück, dass DDR-RAM nahezu doppelt so viele Operationen wie SDR-RAM (Single Data Rate) bei gleicher Taktfrequenz verarbeiten kann.

Ermöglicht wird dies durch ein Verfahren, das als "Doublepump" bezeichnet wird. Wie genau das funktioniert, ist sehr kompliziert und würde hier zu weit führen. Vereinfacht kann aber gesagt werden, dass der Datendurchsatz bei DDR-Arbeitsspeicher in der Regel bei gleicher Taktfrequenz doppelt so hoch ist wie bei SDR-Arbeitsspeicher.

DDR3 vs. DDR4: Das sind die Unterschiede

DDR-RAM hat also einen doppelt so hohen Datendurchsatz wie SDR-RAM, mit DDR3 und DDR4 werden allerdings zwei unterschiedliche Arten von DDR-Arbeitsspeicher verkauft.

Zunächst einmal steht die Zahl hinter "DDR" für die jeweilige Generation des Arbeitsspeichers. Bei DDR3- & DDR4-RAM handelt es sich also schon um die dritte beziehungsweise vierte Generation. Der erste DDR-RAM kam im Jahr 2000 auf den Markt und DDR2 erschien 2003. DDR3- und DDR4-RAM folgten in den Jahren 2007 und 2014 und DDR5-RAM wird für 2020 erwartet.

Wie Du vielleicht schon vermutet hast, ist DDR4-RAM insgesamt leistungsfähiger als DDR3-RAM. Im Folgenden haben wir einige technische Daten zu den beiden Typen aufgelistet:

DDR3-RAM

  • Taktfrequenz: 400 bis 1066 MHz
  • Speicher pro Modul: 1 bis 8 GB
  • Maximale Übertragungsrate: 17 GB/s (pro Modul)
  • Anzahl der Pins: 240

DDR4-RAM

  • Taktfrequenz: 800 bis 1600 MHz
  • Speicher pro Modul: 2 bis 64 GB
  • Maximale Übertragungsrate: 25,6 GB/s (pro Modul)
  • Anzahl der Pins: 288

Die Größe des Speichers und die Anzahl der Pins sind für den technischen Vergleich erst einmal uninteressant. Es fällt aber auf, dass DDR4-RAM prinzipiell eine schnellere Taktfrequenz und eine höhere Übertragungsrate besitzt. Außerdem kommt DDR4-Arbeitsspeicher mit einer etwas niedrigeren Stromspannung aus.

DDR4-RAM ist DDR3-RAM aber nicht in allen Kategorien überlegen. Bei den sogenannten "Timings" ist DDR4-RAM häufig langsamer als sein Vorgängermodell. Diese verraten, wie schnell der Arbeitsspeicher auf Anfragen des Prozessors reagieren kann. Je kleiner die Timings sind, desto besser.

DDR-RAM-Timings fullscreen
Mit HWiNFO lassen sich ganz einfach die technischen Daten des verbauten Arbeitsspeichers auslesen. Die markierten Werte zeigen die Timings auf den unterschiedlichen Frequenzen.

Für Gamer kommt es besonders auf die Latenz des Arbeitsspeichers an, welche sich aus den Timings und der Taktfrequenz berechnet. Je geringer diese ist, desto flotter werden Daten vom System in den RAM und umgekehrt übertragen. In der Praxis kann DDR3-RAM aufgrund der besseren Timings deshalb unter bestimmten Umständen schneller als DDR4-RAM sein.

Welchen Arbeitsspeicher unterstützt Dein Mainboard?

Solltest Du Dich dazu entscheiden, Deinem PC ein RAM-Upgrade zu spendieren, musst Du zu einem kompatiblen Modul greifen. Nicht jeder RAM-Riegel passt nämlich in jedes Mainboard. Deshalb verraten wir Dir an dieser Stelle einige Methoden, mit denen Du den richtigen Typ für Dein Motherboard findest.

Die einfachste Möglichkeit herauszufinden, welchen Arbeitsspeicher Dein Mainboard unterstützt, ist in den Herstellerangaben nachzuschauen. Solltest Du das Modell Deiner Hauptplatine nicht kennen, kannst Du diese und weitere technische Daten Deines PCs auch über verschiedene Tools auslesen lassen. Besonders einfach in der Handhabung sind beispielsweise CPU-Z oder HWiNFO. Die beiden Programme verraten Dir nicht nur das Modell Deines Mainboards, sondern auch direkt, ob Du DDR3- oder DDR4-RAM benötigst.

DDR3-DDR4-RAM-Unterschied-Kerbe fullscreen
Die Kerbe ist bei DDR3-Arbeitsspeicher seitlich versetzt, bei DDR-Arbeitsspeicher sitzt sie fast zentral.

Ansonsten kannst Du noch direkt am RAM-Riegel erkennen, aus welcher Generation Dein Arbeitsspeicher stammt. Wie bereits erwähnt, unterscheiden sich DDR3 & DDR4-RAM bei der Anzahl der Pins. Wenn Du keine Lust hast, die Kontakte mühsam zu zählen, kannst Du auch anhand der Kerbe des Riegels bestimmen, um welche Art es sich handelt. Bei DDR3-Speicher ist die Kerbe für den Mainboard-Slot seitlich versetzt. Im Gegensatz dazu ist sie bei DDR4-RAM eher zentral platziert.

Zusammenfassung: DDR3 oder DDR4?

  1. Die Bezeichnung "DDR" steht für "Double Date Rate"
  2. Dank eines Verfahrens namens "Doublepump" kann DDR-RAM bei gleicher Taktfrequenz doppelt so viele Operationen wie SDR-RAM verarbeiten
  3. Die Zahl hinter dem Namen steht für die Generation des Arbeitsspeichers
  4. DDR4-RAM hat grundsätzlich eine schnellere Taktfrequenz und höhere Übertragungsraten
  5. DDR3-RAM hat generell bessere Timings
  6. Welcher Arbeitsspeicher in Dein Mainboard passt, erfährst Du über die Herstellerangaben oder lässt es über CPU-Z oder HWiNFO auslesen
  7. Alternativ kannst Du den Typ an der Kerbe des RAM-Riegels erkennen: Bei DDR3-Speicher ist sie seitlich versetzt, bei DDR4-Speicher dagegen eher mittig
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