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Doxxing: Was ist das eigentlich und wie kann ich mich schützen?

Beim Doxxing werden Deine private Daten gegen Deinen Willen im Internet veröffentlicht – oftmals mit böser Absicht.
Beim Doxxing werden Deine private Daten gegen Deinen Willen im Internet veröffentlicht – oftmals mit böser Absicht.

Du hast noch nie von dem Begriff "Doxxing" gehört? Dann sollte sich das aber am besten schnell ändern! Wir erklären, was hinter dem Internetphänomen steckt.

Was ist Doxxing überhaupt?

"Doxxing", manchmal auch "Doxing" oder "Doxxen" genannt, ist von dem englischen Wort "documents" beziehungsweise "dox" für Dokumente abgeleitet. Der Begriff bezeichnet das Zusammentragen und Veröffentlichen von privaten Daten im Internet. Meist steckt dahinter eine böse Absicht, etwa Erpressung oder öffentliches Bloßstellen (Cybermobbing) bekannter Personen.

Beim "Doxxing" geht es den Tätern in der Regel darum, möglichst viele private Informationen wie Kreditkartennummern, Scans von Ausweisen, Privatadressen oder Handynummern in die Finger zu bekommen.

Was sind bekannte Fälle von Doxxing?

In Deutschland wurde das Phänomen des Doxxings Ende 2018/Anfang 2019 ein Thema in den Schlagzeilen, nachdem ein 20-jähriger Mann aus Hessen die personenbezogenen Daten von Hunderten deutschen Politikern und Prominenten gestohlen und ins Internet gestellt hatte. Über den Twitter-Account @_0rbit beziehungsweise G0D wurden dabei täglich in einer Art "Adventskalender" massenhaft private Daten veröffentlicht, welche aber erst am 4. Januar 2019 der breiten Öffentlichkeit bekannt wurden.

Ein weiteres bekanntes Beispiel war der Terroranschlag auf den Boston-Marathon im Jahr 2013. Nach dem Angriff formierten sich Internetuser auf Reddit und beschuldigten fälschlicherweise verschiedene Personen der Tat.

In China ist das Phänomen unter dem Begriff "Renrou Sousuo" (wörtlich: "Suchmaschine für Menschenfleisch") schon länger bekannt. Dabei  trägt eine Vielzahl von Internetusern gemeinsam Informationen über eine bestimmte Person zusammen und veröffentlicht diese.

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Wer private Daten in schädigender Absicht veröffentlicht, macht sich strafbar.

Ist Doxxing strafbar?

In Deutschland ist die Privatsphäre im Grundgesetz durch Artikel 2 Absatz 1 über das allgemeine Persönlichkeitsrecht geschützt. So heißt es dort: "Jeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit, soweit er nicht die Rechte anderer verletzt und nicht gegen die verfassungsmäßige Ordnung oder das Sittengesetz verstößt." Dieser Artikel ist in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 GG zu sehen: "Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt."

Laut dem Amtsgericht Marburg ist die "unbefugte Veröffentlichung von personenbezogenen Daten im Internet, die nicht allgemein zugänglich sind, in der Absicht, einen anderen zu schädigen" eine Straftat nach § 44 Abs.1 i.V.m. § 43 Abs.2 Nr.1 und Nr.2 BDSG.

Doxxing ist also durchaus strafbar. Der Haken ist allerdings, dass die vertraulichen Daten im Internet meist über Dienste wie Pastebin, Box.com oder Megaupload anonym oder unter einem Pseudonym veröffentlicht werden. Der Täter lässt sich dadurch oftmals nur schwer ermitteln.

Wie kann man sich vor Doxxing schützen?

Gemeinhin werden vor allem bekannte Personen wie Politiker oder Prominente Opfer von Doxxing-Attacken. Wie das Beispiel des Anschlags auf den Boston-Marathon zeigt, können aber auch Otto Normalbürger in den Strudel der Online-Bloßstellung geraten.

Um sich vor solchen Doxxing-Attacken zu schützen, sollte man vor allem seine Auftritte im Internet und speziell auf Social-Media-Webseiten analysieren – von diesen bekommen die Angreifer nämlich die meisten Informationen. Wer Doxxing verhindern will, sollte daher möglichst wenig Privates auf Facebook, Instagram und Co. teilen beziehungsweise seine Konten dort auf privat stellen. Alte Posts mit zu persönlichen Inhalten sollten zudem gelöscht werden.

Allerdings können private Informationen auch über andere bekannte Hacker-Wege in die Hände eines Doxxing-Angreifers gelangen. Dazu gehören Sniffer, IP-Logger oder Spy-Dialer.

Zusammenfassung

  • "Doxxing" ist von dem englischen Wort "documents" beziehungsweise "dox" für Dokumente abgeleitet
  • Der Begriff bezeichnet das Zusammentragen und Veröffentlichen von privaten Daten im Internet, meist in schädigender Absicht
  • Ein bekannter Fall in Deutschland war die Veröffentlichung privater Informationen vieler Politiker und Promis im Dezember 2018 über den Twitter-Kanal @_0rbit beziehungsweise G0D
  • Doxxing mit schädigender Absicht verstößt gegen das Recht auf Privatsphäre und ist strafbar
  • Schützen kann man sich durch Selbstkontrolle, was man in sozialen Medien und im Internet allgemein veröffentlicht
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