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Drohne selber bauen: Diese Teile brauchst Du für den Eigenbau

Eine Drohne selber zu bauen, ist mit einer guten Anleitung gar nicht so schwer.
Eine Drohne selber zu bauen, ist mit einer guten Anleitung gar nicht so schwer. (©Adobe Stock/leungchopan 2018)

Eine Drohne kaufen kann ja jeder – eine Drohne selber bauen ... eigentlich auch! So schwer, wie Du Dir das vielleicht vorstellst, ist es heutzutage gar nicht mehr. Mit den richtigen Bauteilen und einer verständlichen Anleitung können auch Hobby-Bastler den Traum vom Quadcopter Marke Eigenbau verwirklichen.

Drohnen gibt es mittlerweile für jeden Geldbeutel und jeden Einsatzzweck. Das Fliegen ist mit vielen Quadcoptern kinderleicht, Einstiegshürden gibt es kaum noch. Einige Modelle – wie die kleine Ryze Tech Tello – bieten Dir sogar die Möglichkeit, Flugmanöver selber zu programmieren. Noch tiefer kannst Du allerdings in die Materie einsteigen, wenn Du Dir eine Drohne von Grund auf selber baust. Das klingt vielleicht erst einmal kompliziert, ist es im Endeffekt aber gar nicht.

Mittlerweile gibt es gut zugängliche Infos und Tutorials in DIY-Communitys, viel Open-Source-Software und sogar spezielle Bildungsprogramme in diesem Bereich. Wir verraten Dir, welche Teile Du für den Bau eines Quadcopters benötigst, wo Du gute Anleitungen findest und was Du sonst noch beachten solltest.

Drohne selber bauen: Diese Bauteile brauchst Du

Die Auswahl der Komponenten steht an erster Stelle. (© 2018 Adobe Stock/leungchopan)

Bevor Du Dich dem DIY-Projekt Drohne widmest, solltest Du Dir einen Überblick darüber verschaffen, welche Komponenten Du für den Bau eines flugfähigen Quadcopters unbedingt brauchst. In einem zweiten Schritt solltest Du Dir Gedanken darüber machen, ob Deine Drohne noch bestimmte Extras bekommen soll, zum Beispiel, weil Du mit ihr Luftaufnahmen anfertigen oder sie mit einer VR-Brille aus Ego-Perspektive fliegen möchtest. Doch zunächst einmal zu den Basics:

  • Rahmen: Ohne Rahmen keine Drohne. Der Rahmen bildet die Basis für Deinen Quadcopter und kann entweder fertig gekauft oder selber gebastelt werden. Wichtig ist, dass Material und Größe zu den restlichen Komponenten passen. Drohnen mit kleineren Rahmen sind später sehr agil und wendig, Copter mit größeren Rahmen liegen dafür stabiler in der Luft. Als Material kommen Holz, Kunststoff oder ein leichtes Metall infrage.
  • Motoren: Für einen Quadcopter brauchst Du natürlich vier Motoren, für einen Octocopter sogar acht. Für den Einsatz in Drohnen empfehlen sich sogenannte Brushless-Motoren. Bürstenlose Motoren haben einige Vorteile gegenüber Motoren mit Kohlebürsten, sie sind etwa energieeffizienter und halten länger. Hinsichtlich der Leistung ist es wichtig, Motoren und Propeller aufeinander abzustimmen.
  • Propeller: Die Luftschrauben für die Drohne müssen sowohl zum verwendeten Rahmen als auch zu den Spezifikationen des Motors passen. Schließlich müssen sie die Leistung des Motors in die Luft bringen und dürfen nicht zu klein dimensioniert sein für das Gewicht des Quadcopters. Wie leistungsstark die Propeller sind, lässt sich anhand ihres Durchmessers und ihrer Steigung ermitteln.
  • Flightcontroller: Der Flightcontroller bzw. die Komponente für die Flugsteuerung wird das Herz Deines Copters, Das System ermittelt regelt die Fluglage Deiner Drohne mithilfe von Sensoren und den Vergleich von Ist- und Sollwerten. Bei der Auswahl solltest Du auf die Anschlussmöglichkeiten und die Software achten, um spätere Kompatibilitätsprobleme auszuschließen.
  • Electronic Speed Controller (Motorenregler): Der sogenannte ESC ist das Bindeglied zwischen Flightcontroller und Motoren. Der Flightcontroller teilt dem Speed Controller mit, welche Drehzahl gerade benötigt wird und dieser setzt jeden Änderungswunsch dann um. Auch hier ist die verwendete Software relevant.
  • Akku: Zum Fliegen braucht es Energie. Und die kommt bei einer Drohne aus einem Lithium-Polymer-Akku, kurz LiPo-Akku. Hier gilt es, die Kapazität und das Gewicht gegeneinander abzuwiegen. Zudem musst Du auf die Nennspannung achten, die zu den Motoren und dem ESC passen muss.
  • RC-Anlage: Ein RC-System ist erforderlich, um Deine Drohne fernsteuern zu können. Sie besteht aus einer Fernsteuerung und einem Empfänger, der an der Drohne angebracht hat. Ein RC-System für einen Quadcopter benötigt mindestens vier Steuerkanäle. Willst Du während des Fluges den Modus ändern, wird ein weiterer nötig.

Hinzu kommen eine Reihe von optionalen Dingen, die Du je nach Einsatzzweck verbauen kannst/musst:

  • Telemetrie-System: Du kannst etwa ein System verbauen, dass Dich jederzeit über den Akkustand informiert.
  • Kamera: Willst Du Luftaufnahmen mit der Drohne machen, benötigst Du eine Kamera. Die Qualität der Aufnahmen hängt davon ab, wie gut die Kamera ist und wie gut Du sie stabilisiert bekommst.
  • Aufhängung für die Kamera: Wer in eine gute Drohnenkamera investiert, sollte auch in eine gute Aufhängung investieren. Um richtig stabile Aufnahmen hinzubekommen, empfiehlt sich ein 3-Achsen-Gimbal.
  • FPV-System: Beliebt ist auch die Möglichkeit, die Drohne mittels einer FPV-Kamera ("First Person View") und einer VR-Brille aus der Egoperspektive fliegen zu können. Dafür benötigst Du neben einer FPV-Kamera an der Drohne auch einen Videosender, einen Empfänger und eine FPV-Brille.

On top benötigst Du passendes Werkzeug, zum Beispiel zum Löten und Anpassen des Rahmens, Anschlüsse und Kabel, um Komponenten miteinander zu verbinden und ein Akku-Ladegerät. Auch Schraubensicherungslack, Kabelbinder und Montage-Klebestreifen können beim Bau sehr hilfreich sein.

Eine gute Schritt-für-Schritt-Anleitung finden & befolgen

Ein bisschen handwerkliches Geschick ist natürlich Voraussetzung. (© 2018 Adobe Stock/leungchopan)

Hast Du alle Bauteile beisammen, kann es losgehen. Aber womit fängt man an? Bevor Du Dich ans Werk machst, solltest Du Dir eine gut erklärte Schritt-für-Schritt-Anleitung zu Gemüte führen. Solche findest Du sowohl in Buchform (z.B. "Drohnen selber bauen & tunen" von Patrick Leinar) als auch auf zahlreichen Blogs (zum Beispiel MyDroneLab), in DIY-Communitys (zum Beispiel DIYDrones) oder in Form eines YouTube-Tutorials. Die Reihenfolge für den Zusammenbau könnte so oder so ähnlich aussehen:

  1. Den Rahmen für die Drohne in den gewünschten Dimensionen bauen
  2. Die Motoren am Rahmen befestigen
  3. Den ESC an der Unterseite des Rahmens anbringen, um Platz für weitere wichtige Komponenten an der Oberseite zu lassen
  4. Den Flightcontroller anbringen, zum Beispiel an der Oberseite (dieser muss fest sitzen, bevor mit der Copter kalibriert werden kann)
  5. Den Empfänger für die Fernsteuerung befestigen
  6. Den Flightcontroller konfigurieren und mit dem ESC sowie der Fernsteuerung verbinden
  7. Alle Funktionen einmal testen
  8. Bevor Du jetzt abhebst, darfst Du nicht vergessen, der zum Testen vielleicht nur provisorisch angeklemmt wurde, an der Drohne zu befestigen
  9. Eine geeignete Location suchen – und Spaß haben!
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