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EM 2016 via Satellit, Kabel & Internet: Wer jubelt zuerst?

Kabel, Satellit und Co: Welcher Zuschauer darf zuerst jubeln?
Kabel, Satellit und Co: Welcher Zuschauer darf zuerst jubeln? (©Philips 2016)

Die EM 2016 steht an, doch wer jubelt bei einem Tor der deutschen Nationalmannschaft eigentlich zuerst? Ob Kabel, Satellit, DVB-T, Internet oder IPTV: Jeder Übertragungsweg liefert ein Fußballspiel in unterschiedlicher Zeit an den Zuschauer aus. Wir klären, wo die Latenz am geringsten ist – und wer zuerst bei einem Tor ausflippen darf.

Was im Alltag meist nicht großartig als störend empfunden wird, kann bei einem sportlichen Großereignis wie der EM 2016 zu einem echten Ärgernis werden: die Latenz. Und zwar die Latenz, mit der das vermeintliche Live-Bild des Fernsehsenders auch wirklich auf der heimischen Glotze erscheint. Denn live ist nicht immer wirklich live, sondern mitunter bis zu einer Minute zeitversetzt. Gut möglich also, dass der Nachbar schon jubelt, während Du noch gebannt den Angriff verfolgst.

Doch die Voraussetzungen für eine Liveübertragung sind klar definiert. Bis zu 100 Sekunden groß darf die Differenz zwischen dem Originalbild und dem übertragenen Inhalt sein. Selbst wer eine satte Minute später bei der EM 2016 jubelt, kann dagegen nichts machen – außer den Übertragungsweg zu wechseln, wenn möglich.

1. Satellitenempfang bietet geringste Latenz

 Wer die EM 2016 über Satellit schaut, jubelt am schnellsten. fullscreen
Wer die EM 2016 über Satellit schaut, jubelt am schnellsten. (©Telekom 2016)

Du empfängst Deine Fernsehprogramme via Satellitenschüssel? Herzlichen Glückwunsch, Du jubelst bei der EM 2016 mit am schnellsten – und nahezu in Echtzeit. Der Sender schickt das Bild an den Satelliten, von dort aus wird es ohne Umweg nach Hause übertragen.

2. Kabel-Empfang überträgt ein wenig verzögert

 Die Übertragung per Kabel geht geringfügig langsamer vonstatten. fullscreen
Die Übertragung per Kabel geht geringfügig langsamer vonstatten. (©Unitymedia 2016)

Okay, wer analoges Kabelfernsehen empfängt, sieht das Tor einige Millisekunden früher. Die Latenz ist bei analogem Kabel so gering wie nur möglich – dafür entspricht die Bildqualität nicht mehr dem Stand der Dinge. Das analoge Kabelfernsehen steht aber vor dem Aus – 2018 soll der endgültige K. o. für diesen Übertragungsweg kommen. Doch auch das digitale Signal ist noch einigermaßen schnell und weist eine Latenz von etwa zwei bis drei Sekunden auf.

3. DVB-T: Kostenlos und geringe Latenz

 DVB-T schlägt sich in puncto Latenz gut und ist zudem noch umsonst. fullscreen
DVB-T schlägt sich in puncto Latenz gut und ist zudem noch umsonst. (©picture-alliance/ ZB 2016)

Das sogenannte Überallfernsehen muss sich ebenfalls nicht verstecken und platziert sich im Regelfall knapp vor dem Kabelempfang oder zumindest gleichauf. Mit DVB-T2 fällt kurz vor der EM 2016 übrigens der Startschuss für den DVB-T-Nachfolger. Somit können die öffentlich-rechtlichen Sender sogar kostenfrei in HD empfangen werden – entsprechend kompatible Hardware natürlich vorausgesetzt.

4. IPTV und Live-Stream: Hier ist die Latenz am größten

 Wer per IPTV oder Live-Stream schaut, muss sich am längsten mit dem Torjubel gedulden. fullscreen
Wer per IPTV oder Live-Stream schaut, muss sich am längsten mit dem Torjubel gedulden. (©Deutsche Telekom 2016)

Wer sein Fernsehprogramm per IPTV empfängt, also beispielsweise Telekom Entertain, muss eine Verzögerung von bis zu acht Sekunden in Kauf nehmen. Dabei geht es per IPTV noch einigermaßen schnell. Wer lediglich einen Live-Stream im Netz verfolgt, muss nicht nur mit einer vergleichsweise bescheidenden Qualität leben, sondern obendrein noch mit der größtmöglichen Latenz. Bis zu eine Minute später jubelt man per Live-Stream bei der EM 2016.

5. Fazit: EM 2016 per Sat Top, per Internet Flop

Die Unterschiede zwischen Kabel, Satellit und DVB-T halten sich hinsichtlich der Übertragungslatenz in einem überschaubaren Rahmen. Wer kann, sollte nach Möglichkeit den Empfang per Satellit vorziehen. Wenn Du nicht erst einige Sekunden später jubeln willst, solltest Du eher Abstand von IPTV-Anbietern und vor allem Live-Streams aus dem Netz nehmen. Eine Übersicht über alle Empfangsarten sowie deren Vor- und Nachteile haben wir in einem anderen Ratgeber zusammengetragen.

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