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Externe Grafikkarte am Laptop: Das musst Du dazu wissen

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Wer mehr Grafik-Power für seinen Laptop benötigt, kann den Einsatz einer externen Grafiklösung prüfen. Bild: © Razer 2021

Mit einer externen Grafikkarte lässt sich die Grafikleistung vieler Laptops um ein Vielfaches erhöhen. Allerdings müssen dafür gewisse Anforderungen erfüllt und technische Hürden bedacht werden.

Externe Grafikkarten, sogenannte eGPUs, sind vor allem für Laptop-Nutzer eine Möglichkeit, die Grafikleistung ihres mobilen Rechners um ein Vielfaches zu erhöhen und beinahe auf das Niveau eines Desktop-Computers zu heben. Doch während diese Option verspricht, das beste aus zwei Welten zu vereinen, hält sie auch einige Tücken bereit. Im Folgenden erfährst Du, was eine eGPU bringt, wo ihre Grenzen liegen und wann sich so eine Lösung lohnt.

Warum eine externe Grafikkarte?

Viele Laptops besitzen zwar heutzutage einen schnellen Prozessor, sind jedoch insbesondere bei Leistung der Grafikberechnung stark limitiert. Diese benötigt nämlich besonders viel Energie und erzeugt entsprechend Hitze. Sowohl der hohe Energiebedarf als auch die Hitzeentwicklung vertragen sich mit dem Design eines Notebooks jedoch nicht wirklich. Selbst recht wuchtige Gaming-Laptops mit dedizierten Grafikprozessoren erreichen deshalb in der Regel noch längst nicht die Grafikleistung vergleichbarer Desktop-Rechner. Das gilt umso mehr für schlanke Ultrabooks, die meist mit einer in den Prozessor integrierten Grafikberechnung auskommen müssen.

Besonders Anwendungen wie Gaming, Videoschnitt- und Rendering, Fotobearbeitung, 3D-Modellierung setzen entweder eine dedizierte Grafikkarte voraus oder funktionieren erst mit dieser wirklich gut. Falls Du also ein überzeugter Laptop-Nutzer bist und trotzdem eine entsprechende Grafikpower brauchst, ist eine eGPU also vielleicht genau die richtige Lösung für dich.

Welche Voraussetzungen braucht eine eGPU?

Damit Du eine externe Grafikkarte an einem Laptop betreiben kannst, benötigst Du auf jeden Fall ein passendes eGPU-Gehäuse. Das sind im wesentlichen kleine PC-Gehäuse mit einem eigenen kleinen Mainboard, in denen aber nicht ein ganzer Computer Platz findet, sondern nur eine Grafikkarte.

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Das Razer Core X ist ein externes Grafikkarten-Gehäuse. Bild: © Razer 2021

Entsprechende eGPU-Gehäuse werden aktuell nur von wenigen Herstellern angeboten. Eines der bekanntesten Modelle  ist das Razer Core X, das für eine UVP von 299,99 Euro erhältlich ist. Das ist ein stolzer Preis und wesentlich teurer als die meisten vollwertigen PC-Gehäuse. Eine Alternative, die ebenfalls recht hochpreisig ist, wäre beispielsweise die Zotc AMP-Box. Und nein, eine Grafikkarte ist da noch nicht dabei. Die kommt also preislich noch obendrauf.

Standard-PC-Gehäuse für eine eGPU

Sicherlich liegt die Überlegung nahe, eine externe Grafikkarte einfach in ein kleines und günstiges PC-Gehäuse zu stecken.  Das funktioniert leider nicht, da dem Gehäuse selbst dann ein notwendiger Thunderbolt-Anschluss zum Ansteuern der Grafikkarte fehlt. Diese Funktion bietet tatsächlich nur ein dediziertes eGPU-Gehäuse.

Das externe Gehäuse muss in jedem Fall per Thunderbolt 3 oder Thunderbolt 4 an den Laptop angeschlossen werden. Das bedeutet, dass der Laptop in jedem Falle einen dieser Anschlüsse besitzen, da herkömmliche USB-Ports nicht die nötige Datenbandbreite bereitstellen.

Welche Grafikkarte sollte es sein?

Welche Grafikkarte Du in das externe Gehäuse reinsteckst, ist Dir natürlich selbst überlassen. In der Theorie sollte es dabei keinerlei Beschränkungen geben, weil alle aktuellen Nvidia und AMD-Karten eGPU-kompatibel sind.

Praktisch kann es jedoch sein, dass ein eGPU-Gehäuse nur ganz spezielle Grafikkarten unterstützt und zu anderen Modellen inkompatibel ist. Auch Größe und Energieversorgung spielen eine Rolle: Am besten informierst Du Dich vorab, ob die gewünschte Grafikkarte allein von ihren Ausmaßen im eGPU-Gehäuse Platz findet und auch, ob das Netzteil  des Gehäuses stark genug ist. Denn natürlich braucht eine leistungsstarke Grafikkarte auch viel Strom.

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Für Apple-Rechner kommen aktuell nur AMD-Grafikkarten in Frage. Bild: © AMD 2020

Eine besondere Einschränkung gibt es zudem für MacBooks. Die bieten nämlich keine Treiberunterstützung für Nvidia-Grafikkarten, sodass Du mit einem Mac in jedem Fall auf eine AMD-Grafikkarte festgelegt bist.

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Leistungsvorteil durch die externe Grafikkarte

Die Leistungssteigerung, die durch die Verwendung einer externen Grafikkarte im Vergleich zur internen Grafikberechnung des Laptops erzielt wird, ist je nach Grafikkarte enorm. Im Vergleich mit einer Intel-On-Board-Grafik kann eine dedizierte externe GPU die Grafikleistung je nach Modell um das zehn- bis fünfzehnfache erhöhen. Für grafikaufwändige Anwendungen, die mit der internen Grafik eines Notebooks nicht mehr möglich sind, kann sich eine eGPU also durchaus lohnen.

Allerdings kann eine externe Grafikkarte mit der aktuellen Thunderbolt-Technologie dennoch nicht annähernd die gleiche Leistung liefern, wie eine interne Grafikkarte, die per PCI-Express-Schnittstelle mit dem Mainboard verbunden ist. Trotz der hohen Transferraten sind die Datenübertragungsraten von Thunderbolt 3 und Thunderbolt 4 dafür nämlich immer noch zu gering. Selbst High-End-Grafikkarten können über Thunderbolt nur Grafikleistungen im Bereich einer GPU der oberen Mittelklasse erbringen.

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Thunderbolt ist zwar schnell, bleibt für Grafikkarten aber dennoch ein Flaschenhals. Bild: © Intel Corporation 2020

Hinzu kommt eine höhere Latenz, die dadurch entsteht, dass die Grafikkarte eben nicht direkt auf dem Mainboard sitzt, sondern via Thunderbolt einen deutlich längeren Signalweg hat. Je länger das Thunderbolt-Kabel, desto höher der Signalverlust.

Fazit: Externe Grafik hilft, ersetzt aber keinen Desktop-Rechner

Eine externe Grafikkarte, die per Thunderbolt mit einem Laptop verbunden ist, kann tatsächlich einen merklichen Unterschied machen und ermöglicht Anwendungen, die mit der Standard-Laptop-Grafik in den allermeisten Fällen nicht möglich sind. Ausnahmen bilden hier dedizierte Gaming-Laptops oder mobile Workstations, die selbst über einen separaten Grafikchip verfügen.

Aufgrund der hohen Anschaffungskosten zusätzlich zum Laptop und der Leistungseinbußen, die sich im Vergleich zu einer internen Grafikkarte in einem Desktop-Computer ergeben, sind externe Grafikkarten dennoch kein vollwertiger Ersatz für echte Desktop-Rechner mit einer dedizierten Grafikkarte. Im Verhältnis wird durch die Thunderbolt-Anbindung nämlich zu viel Leistung verschenkt, für die Du aber trotzdem bezahlst.

Ob sich eine eGPU für Dich lohnt, entscheidet sich also vor allem anhand des des geplanten Einsatzzweckes. Benötigst Du dauerhaft eine hohe Grafikleistung, stellt ein Desktop-Rechner wohl die bessere und auf lange Sicht auch flexiblere Lösung dar. Unter anderem sind Gaming-Rechner für fast alle Arten von rechenintensiven Grafikanwendungen geeignet.

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