Ratgeber

Facebook nutzen, ohne die Privatsphäre aufzugeben: So geht’s

Facebook muss kein Daten-Striptease sein. Wir verraten Dir, wie Du nicht zu viele private Dinge verrätst.
Facebook muss kein Daten-Striptease sein. Wir verraten Dir, wie Du nicht zu viele private Dinge verrätst. (©TURN ON 2017)

Facebook und Privatsphäre müssen sich nicht gegenseitig ausschließen. Wir verraten Dir, wie Du das soziale Netzwerk nutzen kannst, ohne einen kompletten Daten-Striptease zu betreiben.

Der Skandal um das Verbraucherforschungsunternehmen Cambridge Analytica hat viele Facebook-Nutzer zum Nachdenken gebracht. Wie sicher sind die eigenen Daten im sozialen Netzwerk? Wer hat eventuell noch alles Zugriff? Und was stellen Dritte eventuell mit all diesen Informationen an?

Falls Du ebenfalls Bedenken hast und eventuell sogar mit dem Gedanken spielst, Deinen Facebook-Account komplett zu löschen, haben wir noch einen anderen Vorschlag: Versuche doch, Facebook zu nutzen, ohne zu viel Daten von Dir preiszugeben. Die Plattform bietet nämlich tatsächlich verschiedene Mechaniken, um die ungebremste Datenerfassung einzuschränken. Wir stellen Dir die vier wichtigsten davon vor.

1. Standort-Daten deaktivieren

Gerade bei der Nutzung auf dem Smartphone ist es kritisch, wenn Facebook Deinen Standort kennt. Die so gewonnenen Daten lassen sich nämlich permanent mit anderen Daten in Verbindung setzen. Postest Du beispielsweise um 16:00 Uhr ein Bild von einem Burger, den Du gerade isst, dann weiß Facebook so, in welchem Restaurant Du gerade bist – und womöglich auch, welches Gericht von der dortigen Speisekarte Du bestellt hast. Und auch andere, die Dein Profil durchwühlen, können dies anhand der zur Verfügung gestellten Informationen leicht herausfinden.

Also heißt Schritt Nummer eins: Standortdaten aus! Unter Android deaktivierst Du diese, indem Du rechts oben auf das App-Menü tippst und dann unter "Kontoeinstellungen > Ort" über den Schieberegler beim Eintrag "Standort-Verlauf". iPhone-Nutzer wechseln hingegen in die "Einstellungen"-App und finden den Eintrag dort unter "Privatsphäre > Standortdienste".

Über den Schieberegler kannst Du die Erfassung der Standort-Daten deaktivieren. (© 2018 Screenshot Facebook/TURN ON)

Alternativ kannst Du die Standortdienste natürlich auch gleich nach der Installation der App direkt beim ersten Start blockieren.

Nach der Installation kannst Du den Zugriff auf die Standortdaten blockieren. (© 2018 Screenshot Facebook/TURN ON)

2. Facebook-Privatsphäre: Nicht zu viele Informationen teilen

Facebook lässt Dich einstellen, wie viele Informationen Du mit bestimmten Personen oder Personengruppen teilen kannst. Die Einstellungen dafür lassen sich am besten in der Desktop-Ansicht von Facebook über den Webbrowser bearbeiten. Dazu öffnest Du in der Menüleiste das Drop-down-Menü oben rechts und wählst den Eintrag "Einstellungen". Im nächsten Fenster wählst Du aus der Navigationsleiste links den Eintrag "Privatsphäre" und kannst anschließend einstellen, wer bei Facebook überhaupt sehen kann, was Du postest und wer Zugriff auf bestimmte Daten wie E-Mail oder Telefonnummer hat.

Klicke im Menü zunächst auf "Einstellungen"... fullscreen
Klicke im Menü zunächst auf "Einstellungen"... (©Screenshot Facebook/TURN ON 2018)
...und lege anschließend unter "Privatsphäre" fest, wer Deine Daten sehen darf. fullscreen
...und lege anschließend unter "Privatsphäre" fest, wer Deine Daten sehen darf. (©Screenshot Facebook/TURN ON 2018)

Hier solltest Du ehrlich zu Dir selbst sein und eine Frage beantworten: Bringt es Dir eigentlich etwas, wenn jeder da draußen sehen kann, was Du gerade treibst?

Tatsächlich ist es nämlich viel sinnvoller, wenn nur Deine Freunde und möglicherweise noch deren Freunde sehen können, was Du so postest. Deine Freundesliste musst Du ebenfalls nicht für die ganze Welt öffentlich machen und auch das Finden Deines Facebook-Profils mit Hilfe von Suchmaschinen kannst Du getrost abschalten. Wahrscheinlich wirst Du schnell merken, dass all diese Einschränkungen Dein Nutzungserlebnis auf Facebook nicht wirklich verschlechtern.

3. Keine Drittanbieter-Apps nutzen oder verknüpfen

Es gibt mittlerweile eine ganze Armada an Drittanbieter-Apps, bei denen Du Dich über Facebook anmelden kannst. Das erscheint bequem, weil Du Dir so nicht noch zusätzlich weitere Accounts und Passwörter merken musst, aber es ist aus Datenschutz-Sicht nicht besonders klug. Der Skandal rund um Cambridge Analytica zeigt, wie ein Drittanbieter massenhaft Daten von Facebook für eigene Zwecke abgegriffen hat.

In diesem Menü kannst Du die Verknüpfung mit Drittanbieter-Apps aufheben. (© 2018 Screenshot Facebook/TURN ON)

Öffne in der Browser-Ansicht das Drop-Down-Menü oben rechts, wähle "Einstellungen" und klicke anschließen links auf den Eintrag "Apps" um zu sehen, welche anderen Apps mit Facebook verknüpft sind. Es mag manchmal verlockend sein, Drittanbieter-Apps mit dem eigenen Facebook-Profil zu verknüpfen, aber wenn es um maximale Datensicherheit geht, solltest Du hier am besten sämtliche Verknüpfungen aufheben.

4. Keine persönlichen Informationen angeben

Dieser Punkt betrifft die Informationen, die Du selbst in Deinem Facebook-Profil angibst. Das sind solche Dinge wie Arbeit und Ausbildung, Wohnort, Kontaktinformationen, Beziehungsstatus und besondere Lebensereignisse. Hier solltest Du Dich erneut selbst fragen, was davon wirklich wichtig ist und ob es Dir etwas bringt, wenn Du diese Informationen bei Facebook preisgibst.

Überlege Dir gut, welche persönlichen Informationen Du auf Facebook teilen willst. (© 2018 Screenshot Facebook/TURN ON)

Zusammenfassung

  1. Du musst Dein Facebook-Profil nicht gleich komplett löschen, um der Datensammelwut Einhalt zu gebieten
  2. Vielleicht hilft es Dir ja schon, wenn Du ein bisschen mehr Acht darauf gibst, welche Daten Du auf der Plattform mit wem teilst
  3. Einschränkungen kannst Du beispielsweise bei den Standortdaten, bei der Sichtbarkeit Deiner Aktionen, bei der Verknüpfung mit Drittanbieter-Apps und bei der Preisgabe persönlicher Informationen machen
  4. All dies sollte die Nutzung von Facebook selbst nicht wirklich beeinträchtigen

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