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Fotografieren mit Blitz: Das musst Du wissen

Einige DSLR-Modelle benötigen einen externen Blitz.
Einige DSLR-Modelle benötigen einen externen Blitz. (©Facebook/Canon Deutschland 2015)

Blitzlicht dient nicht nur als eine künstliche Lichtquelle, die problematische Lichtverhältnisse ausgleicht. Mit der Hilfe eines externen Blitzgerätes kannst Du auch mit verschiedenen Lichteffekten und mit Schattierungen spielen. Dafür musst Du Dich allerdings mit den Grundfunktionen des Blitzes auskennen.

Blitzlicht erhellt beim Fotografieren nicht nur die unmittelbare Umgebung und vermeidet so unterbelichtete oder verwackelte Motive. In der prallen Sonne eingesetzt verwandelt die künstliche Lichtquelle auch harte Schlagschatten in weiche Konturen. Doch nicht jedes Blitzgerät bietet dasselbe Leistungsspektrum.

Fotografieren mit internem und externem Blitz

 Viele Kameras besitzen einen internen Blitz. fullscreen
Viele Kameras besitzen einen internen Blitz. (©Facebook/Canon Deutschland 2015)

In der Fotografie unterscheidet man die internen von den externen Blitzen. Während der interne Blitz fest in der Kamera integriert ist, gehört ein externer Blitz zum Zubehör. Ihn steckst Du bei Bedarf auf die Kamera auf. Dabei schiebst Du den Fuß des Blitzgerätes in die dafür vorgesehene Vorrichtung an der digitalen Spiegelreflexkamera, den sogenannten "Blitzschuh". Anders als der interne Blitz, der seine Energie über den Akku der Kamera generiert, benötigt der externe Blitz eigene Batterien. Er bietet eine höhere Leistung – und dafür benötigt das Gerät mehr Energie.

Vorteile eines externen Blitzgerätes

 Ein externes Blitzgerät wird auf dem sogenannten Blitzschuh befestigt. fullscreen
Ein externes Blitzgerät wird auf dem sogenannten Blitzschuh befestigt. (©CC: Flickr/Danny Choo 2015)

Ein externer Blitz bietet weit mehr Einsatzmöglichkeiten als ein interner Blitz. Nicht nur seine Blitzkraft ist um ein Vielfaches höher, er verfügt auch über einen flexiblen Kopf, der sich nach rechts und links, oben und unten schwenken lässt. Dadurch kannst Du die Blitzrichtung und die Lichtintensität variieren, mit der Du Dein Motiv ausleuchtest. Ein interner Blitz ist hingegen ausschließlich als direktes, frontales Licht einsetzbar. Dadurch entstehen schnell harte Schlagschatten sowie ein überbelichteter Vordergrund ohne Tiefe bei unterbelichtetem Hintergrund.

Leitzahl: Einstellen der Blitzkraft

Über die Leitzahl Deines externen Blitzgerätes kannst Du die Stärke des Blitzes und damit seine Reichweite festlegen. Die ideale Leitzahl errechnet sich aus der Distanz zum Motiv und dem Blendenwert. Die Formel dafür lautet:

Leitzahl = Distanz in Metern x Blendenwert.

Verfügst Du über eine qualitativ hochwertige, moderne Kamera mit entsprechendem Aufsteckblitz, bleiben Dir aufwendige Rechnungen erspart. Diese Geräte verfügen über einen TTL-Blitzbetrieb. TTL steht für "through the lens", also "durch die Linse". Hierbei misst der Systemblitz durch die Linse der Kamera die herrschende Lichtintensität und wählt selbstständig die optimale Leitzahl aus.

Verschiedene Einsatzmöglichkeiten des Blitzes

Über einen Aufsteckblitz kannst Du Dein Motiv auf unterschiedliche Weise belichten: mit indirektem Blitzlicht, mit entfesseltem Blitz, mit Aufhellblitz und mit Mehrfachblitz.

 Ein externer Blitz lässt sich schwenken und kippen – blitzt also nicht nur frontal. fullscreen
Ein externer Blitz lässt sich schwenken und kippen – blitzt also nicht nur frontal. (©Canon 2015)

Indirekter Blitz: Beim Einsatz eines direkten Blitzlichtes, bei dem Du das Motiv frontal anblitzt, entstehen häufig harte Schattierungen und eine ungleichmäßige Belichtung – der Vordergrund ist dann stark erhellt, der Hintergrund hingegen dunkel. Das kannst Du vermeiden, indem Du indirekt blitzt. Dafür richtest Du den Kopf des Blitzgerätes nicht auf das Motiv, sondern zum Beispiel auf die weiße Zimmerdecke. Der gewählte Ausrichtungspunkt sollte dabei in etwa das erste Viertel der Entfernung zwischen Dir und Deinem Motiv markieren. Löst Du nun das Blitzlicht aus, wird es von der angeblitzten Zimmerdecke als diffuses Licht auf Dein Motiv zurückgeworfen. Auf diese Weise kannst Du harte Schlagschatten vermeiden und Dein Motiv gleichmäßig mit einem weichen Licht ausleuchten.

Entfesselter Blitz: Der externe Blitz lässt sich nicht nur als Aufsteckblitz einsetzen, sondern auch räumlich losgelöst von der Kamera. Dann bezeichnet man ihn als "entfesselten Blitz". Die Verbindung zur Kamera stellt in diesem Fall ein Kabel her. Einige neue Blitzmodelle lassen sich auch ohne Kabelverbindung über Funk oder Infrarot auslösen. Da der Blitz nun nicht mehr an den Standort der Kamera gebunden ist, kannst Du ihn an beliebigen Orten aufstellen und so auch ein Gegen- oder ein Streiflicht erzeugen.

 Mit einem externen Blitz lassen sich verschiedenste Effekte erzielen. fullscreen
Mit einem externen Blitz lassen sich verschiedenste Effekte erzielen. (©CC: Flickr/Dennis Brekke 2015)

Aufhellblitz: Im Gegensatz zu den übrigen Einsatzmethoden des Blitzgerätes kannst Du neben dem externen auch den internen Blitz als einfachen Aufhellblitz verwenden. Er erreicht allerdings nicht dieselbe Blitzkraft. Über den Aufhellblitz kannst Du bei schlechten Lichtverhältnissen den Vordergrund erhellen oder gegen das Sonnenlicht fotografieren.

Mehrfachblitz: Das mehrmalige Blitzen kurz hintereinander erhöht den Lichteinfall und leuchtet dunkle, hohe Räume besser aus. Hier herrschen schwierige Lichtverhältnisse, für die ein Einfachblitz als Lichtquelle nicht ausreicht. Um den Mehrfachblitz einzusetzen, stellst Du an Deiner Kamera eine lange Belichtungszeit ein. Diese ermöglicht Dir das mehrmalige Auslösen des Blitzlichtes, während die Blende Deiner Kamera geöffnet ist und das Aufnahmemedium belichtet. Damit es dabei nicht zu Verwacklungen kommt, solltest Du beim Einsatz des Mehrfachblitzes ein Stativ und gegebenenfalls den Selbstauslöser Deiner Kamera einsetzen.

Typische Fehler beim Blitzen vermeiden

Neben harten Schlagschatten gibt es ein weiteres häufig auftretendes, aber unerwünschtes Phänomen bei der Porträtfotografie mit direktem Blitz: rote Augen. Das passiert vor allem dann, wenn die Pupillen der zu fotografierenden Person weit geöffnet sind. Das ist natürlich insbesondere bei schwachen Lichtverhältnissen – also gerade dann, wenn geblitzt werden soll – der Fall. Um rote Augen auf Fotos zu vermeiden, solltest Du entweder indirekt blitzen oder einen Mehrfachblitz verwenden. Hast Du diese Möglichkeit nicht, kann es helfen, sich dem Motiv zu nähern und kürzere Brennweiten zu verwenden.

Ein weiterer unerwünschter Effekt beim Blitzen ist ein starker Helligkeitsabfall innerhalb eines Bildes. Dabei werden verschiedene Motive auf einem Bild unterschiedlich stark ausgeleuchtet, der Hintergrund erscheint oft völlig schwarz. Das liegt daran, dass die Lichtstärke mit zunehmender Entfernung nicht linear, sondern quadratisch abnimmt. Um den deutlich sichtbaren Helligkeitsabfall zu reduzieren, sollte das Blitzgerät von allen Motiven etwa gleich weit entfernt aufgestellt werden. Der Einsatz eines entfesselten Blitzes ist also ratsam. Hast Du diese Möglichkeit nicht, solltest Du wenigstens indirekt blitzen, auch das sorgt für eine insgesamt gleichmäßigere Ausleuchtung.

 In manchen Situationen ist es besser, ohne Blitz zu fotografieren. fullscreen
In manchen Situationen ist es besser, ohne Blitz zu fotografieren. (©CC: Flickr/Zdenko Zivkovic 2016)

Aufpassen musst Du beim Blitzen auch darauf, dass Du die tatsächliche Lichtstimmung nicht allzu stark verfälschst. Ein in Kerzenlicht gehüllter Raum kann mit Blitz fotografiert ganz anders wirken. Beim indirekten Blitzen können angeleuchtete farbige Wände die Farbwahrnehmung verändern. Um die Farbstimmung nicht allzu sehr zu verfälschen, kannst Du versuchen, die Farbtemperatur des Blitzes den vorherrschenden Lichtbedingungen anzupassen. Das ist zum Beispiel mit transparenten Farbfolien vor dem Reflektor des Blitzgerätes möglich.

Zusammenfassung

  1. Man unterscheidet interne von externen Blitzen
  2. Der interne Blitz ist fest in der Kamera integriert, der externe Blitz ist ein Aufsteckblitz, der über einen Blitzschuh mit der Kamera verbunden ist
  3. Externe Blitzgeräte sind durch ihren schwenkbaren Kopf und ihre höhere Blitzleistung flexibler einsetzbar als interne Blitzgeräte
  4. Die Leitzahl definiert die Reichweite des Blitzlichtes
  5. Man unterscheidet zwischen indirektem Blitzlicht, entfesseltem Blitz, Aufhellblitz und Mehrfachblitz
  6. Beim indirekten Blitzen wird das Motiv nicht frontal angeleuchtet, sondern beispielsweise über die Decke
  7. Das zurückfallende Licht ist weich, vermeidet Schlagschatten und ist gleichmäßig gestreut
  8. Als "entfesselten Blitz" setzt Du das externe Blitzgerät räumlich losgelöst von der Kamera ein
  9. Auf diese Weise kannst Du Streiflicht und Gegenlicht erzeugen
  10. Einen Aufhellblitz bieten sowohl interne als auch externe Blitzlichter – er leuchtet direkt und frontal das Motiv aus
  11. Den Mehrfachblitz setzt Du in dunklen, hohen Räumen ein, in denen das Licht eines Einfachblitzes als Lichtquelle nicht ausreicht
  12. Rote Augen auf Fotos verhinderst Du durch indirektes Blitzen oder durch Fotografieren mit Mehrfachblitz
  13. Um einem Helligkeitsabfall zu vermeiden, nutze einen entfesselten Blitz
  14. Achte darauf, die Farbtemperatur durch Blitzen nicht zu verfälschen. Fotografiere sonst lieber ohne Blitz
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