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Gesichtserkennung: So funktioniert der Identitätsabgleich

Wie funktioniert Gesichtserkennung, unser Ratgeber klärt auf.

Gesichtserkennung gibt es nicht nur am Flughafen, sie kommt auch bei Facebook, Google oder auf dem iPhone zum Einsatz. Unser Ratgeber zeigt, wie die Technik funktioniert und welche unterschiedlichen Arten es gibt.

Wie geht Gesichtserkennung?

Grundsätzlich basiert jede Gesichtserkennung auf dem gleichen Prinzip: Eine Software scannt Bild- oder Videomaterial und analysiert die zu erkennenden Gesichter. Diese Informationen werden im nächsten Schritt mit einer Datenbank abgeglichen, die aus Bildern bereits identifizierter Personen besteht. Findet die Software eine Übereinstimmung, wird das Gesicht aus dem Foto oder Video dem betreffenden Namen zugeordnet.

Die Analyse arbeitet mit einem biometrischen Mapping-System, das Gesichter wie einen Fingerabdruck behandelt. So wird beispielsweise der Abstand zwischen den Augen oder die Breite des Mundes untersucht. Stehen dreidimensionale Daten zur Verfügung, ist die Gesichtserkennung noch genauer. Dann kann sie auch die Länge der Nase oder eine vorstehende Stirn in die Berechnungen einbeziehen.

Was verhindert Gesichtserkennung?

Ohne eine zugrunde liegende Datenbank, in der den Gesichtern Namen zugeordnet sind, kann auch das beste Analyse-Tool niemanden identifizieren. Wird beispielsweise ein Foto einer Person in Facebook hochgeladen, aber der Betreffende wurde von dem sozialen Netzwerk noch nie namentlich identifiziert, wird die Gesichtserkennung niemanden zuordnen können.

Zu Problemen führen überdies schlechte Lichtverhältnisse, Kopfbedeckungen, Bärte oder Brillen. Hier gilt jedoch: Je mehr Daten der Software zur Verfügung stehen, desto besser wird die Erkennung trotz etwaiger Hindernisse.

Verschiedene Arten und Einsatzgebiete

Neben den klassischen zweidimensionalen auf Bildern basierenden Identitätscrawlern gibt es Technik, die dreidimensionale Daten als Basis verwendet. Diese Technik kommt zum Beispiel bei Gesichtsentsperrungsmechaniken im iPhone oder Pixel 4 zum Einsatz. Dabei projiziert ein Mini-Beamer im Smartphone Tausende für das menschliche Auge nicht sichtbare Punkte auf das Gesicht des Nutzers. Diese werden von Infrarot-Kameras aufgenommen und von den zuständigen Algorithmen ausgewertet. Diese Technik kann sogar zwischen eineiigen Zwillingen unterscheiden.

Wie How to Geek berichtet, gibt es außerdem Sicherheitssysteme, die auf Wärmebildkameras zurückgreifen, und völlig unabhängig vom Tageslicht eingesetzt werden können. Einfache Gesichtserkennungsfilter bei Instagram hingegen analysieren zwar zentrale Punkte des Gesichts wie Augen, Mund und Nase, sie gleichen diese aber nicht mit einer Datenbank ab, um den Nutzer zu identifizieren.

So arbeitet Facebooks Gesichtserkennung

Facebooks Gesichtserkennung arbeitet mit der Fotodatenbank des sozialen Netzwerks. Alle hochgeladenen Bilder und Videos werden automatisch nach Gesichtern gescannt und mit Deinem Profilbild und Bildern, auf denen Du markiert wurdest, abgeglichen.

Facebook benutzt diese Daten für mehrere Dinge. Zum Beispiel wird das Markieren von Personen verbessert. Außerdem soll Identitätsklau verhindert werden. Menschen mit einer Sehbehinderung können sich durch die Technik im Netzwerk vorlesen lassen, wer sich auf einem Bild befindet.

Wenn Du nicht willst, dass Facebook Bilder und Videos nach Dir scannt, kannst Du die Gesichtserkennung deaktivieren.

  1. Klicke dafür in der Browser-Version von Facebook auf das Dreieck am rechten oberen Bildschirmrand und wähle die "Einstellungen".
  2. Wähle nun in der linken Seitenleiste den Punkt "Gesichtserkennung".
  3. Wenn Du auf "Bearbeiten" klickst, kannst Du die Gesichtserkennung aktivieren oder deaktivieren.

In der App musst Du auf das Dreipunkt-Menü in Deinem Profil klicken und dann auf "Mehr > Einstellungen > Gesichtserkennung > Soll Facebook dich in Fotos und Videos erkennen? > Nein".

So funktioniert Googles Gesichtserkennung

Google benutzt die Gesichtserkennung in verschiedenen Einsatzgebieten. Zum Beispiel in der App Google Fotos, in der das hochgeladene Bild- und Videomaterial analysiert und mit bereits namentlich zugeordnetem Material abgeglichen wird. In Deutschland ist diese Funktion nicht freigeschaltet. Via VPN kannst Du sie trotzdem nutzen. Essen, Städte oder Blumen findet die Suche auch hierzulande problemlos.

Gesichtserkennung kommt zudem bei einigen Geräten von Google zum Einsatz, etwa beim Smart Display Nest Hub Max, das die Bildschirmanzeige an die Person anpasst, die es nutzt. Ebenso gleicht die Bildschirmsperre Google Smart Lock ein Foto via Gesichtserkennung mit Deinem Gesicht ab. Laut dem Unternehmen werden diese Daten aber nur lokal gespeichert.

Außerdem wird das Google Pixel 4 auf Gesichtserkennung zur Entsperrung des Bildschirms setzen. Diese Technologie funktioniert nach dem gleichen Prinzip wie Apples Face-ID.

Zusammenfassung

  • Gesichtserkennung gleicht Bild- oder Videomaterial mit einer Datenbank ab, in der Fotos und Videos einem Personennamen zugeordnet sind
  • Facebooks Gesichtserkennung scannt alle hochgeladenen Fotos und Videos und gleicht sie mit vorhandenen Profilbildern und Fotos ab, in denen Personen markiert wurden
  • Googles Gesichtserkennung in der Foto-App lässt sich in Deutschland nur via VPN nutzen. Grundsätzlich funktioniert die Technik wie bei Facebook über Analyse von Fotos und Videos und den Abgleich der zugehörigen Datenbank
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