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Google-Konto für Kinder anlegen: Das musst Du beachten

Eltern können nun ein Google-Konto für ihr Kind einrichten und es verwalten.
Eltern können nun ein Google-Konto für ihr Kind einrichten und es verwalten. (©gpointstudio / stock.adobe.com 2018)

Du kannst für ein Kind unter 13 Jahren die mit dem Google-Konto verfügbaren Inhalte einschränken. Als Vater oder Mutter erlaubst Du dem Nachwuchs etwa nur den Zugriff auf von Dir genehmigte Apps und Spiele und sorgst für jugendfreie Ergebnisse in der Websuche. So legst Du das Google-Konto auf dem Android-Smartphone Deines Kindes an.

Google-Konto für das Kind erstellen

In Deutschland gibt es aktuell keine Möglichkeit, ein spezielles Google-Konto für Kinder einzurichten, aber ein normales Google-Konto sollte den Zweck auch erfüllen. Du kannst das Konto zum Beispiel auf dieser Google-Website anlegen oder beim Einrichten des Android-Smartphones. Auch nachträglich lässt sich ein Google-Konto ergänzen, indem Du beispielsweise die Google-App öffnest, dann das Menü mit den drei Balken oben rechts und anschließend auf "Konto hinzufügen" tippst.

 Es gibt in Deutschland keine speziellen Kinder-Konten für Google-Anwendungen, aber ein normales Konto genügt. fullscreen
Es gibt in Deutschland keine speziellen Kinder-Konten für Google-Anwendungen, aber ein normales Konto genügt. (©Google / Screenshot YouTube 2018)

Aktuell ist die Lage bei der Verwaltung von Google-Konten für Kinder einigermaßen verwirrend, denn theoretisch darfst Du keine Google-Konten für Nutzer unter 13 Jahren anlegen, obwohl Du jedoch die Inhalte für das Google-Konto gezielt für Kinder unter 13 Jahren einschränken kannst. Wir können Dir nicht sagen, was Du daraus schließen sollst oder wie sich Google das gedacht hat, wobei das Unternehmen bezüglich der Konten rechtliche Vorgaben einhalten muss. Jedenfalls gibt es folgende Optionen für die Google-Konten von Kindern, die Eltern in Erwägung ziehen sollten.

Nur Apps für Kinder anzeigen lassen

Der Google Play Store ist die zentrale Anlaufstelle für Android-Apps. Du kannst auf dem Android-Smartphone Deines Kindes nur die Apps im Play Store anzeigen lassen, die für sein oder ihr Alter geeignet sind. Öffne hierfür zunächst die Play-Store-App. Nun tippe auf das Menü mit den drei Balken links oben, manchmal "Hamburger-Menü" genannt. Anschließend gehst Du auf "Einstellungen > Nutzersteuerung > Jugendschutzeinstellungen". Aktiviere den Schalter und lege eine PIN für den Jugendschutz fest. Jetzt kannst Du die Inhaltseinschränkungen für "Apps und Spiele", "Filme", "Serien" und "Musik" festlegen.

 In den Jugendschutzeinstellungen kannst Du für Kinder unangemessene Apps aus dem Play Store filtern. fullscreen
In den Jugendschutzeinstellungen kannst Du für Kinder unangemessene Apps aus dem Play Store filtern. (©Google / Screenshot: TURN ON 2018)

Zur Verfügung stehen Inhalte mit einer USK oder FSK-Bewertung von ab 0 Jahren, ab 6 Jahren, ab 12 Jahren, ab 16 Jahren und ab 18 Jahren. Ebenso kannst Du alle Inhalte in einer bestimmten Kategorie zulassen. Gehe anschließend jeweils auf "Speichern". Schließlich lassen sich die von Musikanbietern als "explizit" markierten Musiktitel ausschließen. Somit wäre zumindest der Play Store schon einmal jugendfrei.

 Apps und Spiele können je nach Altersfreigabe zugelassen werden. fullscreen
Apps und Spiele können je nach Altersfreigabe zugelassen werden. (©Google / Screenshot: TURN ON 2018)

Unangemessene YouTube-Videos blockieren

Damit sich Dein Nachwuchs keine anstößigen oder gewalttätigen YouTube-Videos ansieht, kannst Du entsprechende Inhalte in der App blockieren lassen. Öffne die YouTube-App und tippe oben rechts auf den Benutzer. Gehe nun auf "Einstellungen > Allgemein > Eingeschränkter Modus". Lege hier den Schalter um und potenziell unangemessene Videos werden blockiert. Theoretisch können die Kleinen die Option auch wieder deaktivieren, aber eine bessere Möglichkeit bietet die App aktuell nicht.

 Der Eingeschränkte Modus von YouTube sorgt für jugendfreie Inhalte. fullscreen
Der Eingeschränkte Modus von YouTube sorgt für jugendfreie Inhalte. (©Google / Screenshot: TURN ON 2018)

Nur jugendfreie Ergebnisse in der Websuche anzeigen

Schließlich hast Du noch die Möglichkeit, jugendfreie Inhalte aus der Websuche auszuschließen. Öffne hierfür Googles Chrome-App auf dem Smartphone des Kindes und darin google.de. Tippe unten auf "Einstellungen > Sucheinstellungen", dann auf "Anstößige Ergebnisse filtern" und unten auf "Speichern". Diese Option aktiviert den SafeSearch-Filter, der Suchergebnisse blockiert, die typische "Erwachsenen-Begriffe" rund um Sex und Gewalt enthalten. Wenn die Kleinen wissen, wie es geht, können sie auch diese Option selbst wieder deaktivieren. Ansonsten ist es zumindest eine Hilfe, um die Online-Suche auf kindgerechte Inhalte zu begrenzen.

 Du kannst anstößige Inhalte aus den Google-Suchergebnissen ausschließen. fullscreen
Du kannst anstößige Inhalte aus den Google-Suchergebnissen ausschließen. (©Google / Screenshot: TURN ON 2018)

"Family Link" wird in Deutschland nicht unterstützt

Obwohl Google umfassende Informationen über sein "Family Link"-Feature in deutscher Sprache anbietet, wird die App in Deutschland nicht angeboten. Theoretisch dient sie Eltern für die Verwaltung des Android-Smartphones ihrer Kinder von ihrem eigenen Smartphone aus. Die Möglichkeiten für die Smartphone-Kontrolle der Kleinen gehen viel weiter als die oben genannten Optionen. Das Unternehmen informiert auf verschiedenen Websites sogar ausführlich darüber, wie ein Familienadministrator angeblich Konten für Kinder unter 13 Jahren erstellen und verwalten kann, doch besteht diese Möglichkeit in Deutschland (noch) nicht.

 Es gibt zwar eine deutsche Beschreibung und Anleitung zur Google Family App, aber die App selbst ist in Deutschland nicht verfügbar. fullscreen
Es gibt zwar eine deutsche Beschreibung und Anleitung zur Google Family App, aber die App selbst ist in Deutschland nicht verfügbar. (©Google / Screenshot: TURN ON 2018)

Google hat sogar detaillierte Datenschutzhinweise für Google-Konten in deutscher Sprache veröffentlicht, die angeblich mit dem "Family Link" verwaltet werden können, obwohl diese Dienstleistung nur in Australien, Kanada, Irland, Neuseeland und den USA erhältlich ist. Vom "Family Link"-Feature abgesehen bietet Google Informationen zum Thema "Sicherheit und Jugendschutz" an.

Dazu gehören Sicherheitstools, die "speziell für die Sicherheit Ihrer Familie im Internet entwickelt wurden". Leider funktionieren auch davon nicht alle Features, zum Beispiel lassen sich in Deutschland keine "betreuten Nutzer" anlegen. Also nutze lieber die oben erläuterten Möglichkeiten, die wir auf ihre Funktionalität geprüft haben.

Zusammenfassung

Google-Konto für das Kind erstellen

  1. Du kannst ein neues Google-Konto auf dieser Google-Website anlegen
  2. Beim Einrichten des Android-Smartphones ist das auch möglich
  3. In der Google-App tippst Du hierfür auf das Hamburger-Menü
  4. Gehe dann auf "Konto hinzufügen"
  5. Ein spezielles "Kinder-Konto" lässt sich in Deutschland nicht anlegen

Nur Apps für Kinder anzeigen lassen

  1. Öffne die Play-Store-App
  2. Tippe auf das Menü mit den drei Balken links oben
  3. Gehe auf "Einstellungen > Nutzersteuerung > Jugendschutzeinstellungen"
  4. Aktiviere den Schalter
  5. Wähle eine PIN für den Jugendschutz
  6. Jetzt kannst Du die Inhaltseinschränkungen für "Apps und Spiele", "Filme", "Serien" und "Musik" festlegen

Unangemessene YouTube-Videos blockieren

  1. Öffne die YouTube-App
  2. Tippe oben rechts auf den Benutzer
  3. Gehe auf "Einstellungen > Allgemein > Eingeschränkter Modus"
  4. Lege den Schalter um
  5. Potenziell unangemessene Videos werden nun blockiert

Nur jugendfreie Ergebnisse in der Websuche anzeigen

  1. Öffne Googles Chrome-App auf dem Smartphone des Kindes
  2. Rufe google.de auf
  3. Tippe unten auf "Einstellungen > Sucheinstellungen"
  4. Gehe auf "Anstößige Ergebnisse filtern" und unten auf "Speichern"

"Family Link" wird in Deutschland nicht unterstützt

  1. In einigen englischsprachigen Ländern bietet Google die "Family Link"-App an
  2. Die App erlaubt die umfassende Kontrolle des Kinder-Smartphones durch die Eltern
  3. Trotz deutscher Google-Anleitungen für die App ist sie in Deutschland nicht verfügbar
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