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Google Local Guides: Das steckt dahinter

Local Guides belohnt Fremdenführer mit Punkten und Abzeichen.
Local Guides belohnt Fremdenführer mit Punkten und Abzeichen. (©Google 2017)

Mit Google Local Guides kannst Du Dich als Fremdenführer bewähren. Du schreibst Tests über örtliche Restaurants, Sehenswürdigkeiten und Co. und Du knipst Fotos von Deiner Stadt. Dafür gibt es eine kleine Belohnung. Hier erfährst Du alles über die Local Guides.

Was ist Local Guides?

Bist Du ein Hobbyfotograf, aber weißt nicht, wem Du Deine Bilder zeigen kannst? Dank Google Local Guides zeigst Du sie gleich der ganzen Welt. Besuchst Du gerne verschiedene Restaurants und möchtest anderen Interessenten Tipps geben? Auch das ist mit den Local Guides möglich. Google Local Guides ist eine mit Google Maps verbundene Software für Android-Smartphones, iPhones und den PC.

Du bewertest mit der Software Orte, schreibst Rezensionen, gibst Dein Wissen weiter, teilst Fotos und Videos, beantwortest Fragen zu Orten, aktualisierst Informationen und fügst fehlende Orte hinzu. Außerdem kannst Du überprüfen, ob Informationen in Google Maps korrekt sind.

Karriere als Fremdenführer

Damit Du am Ball bleibst, versucht Dich Google mit einem Punktesystem und Belohnungen zu motivieren. Für verschiedene Tätigkeiten gibt es unterschiedlich viele Punkte. Eine Bewertung, eine Antwort auf eine Nutzerfrage und die Überprüfung von Informationen werden mit jeweils einem Punkt belohnt, für Antworten in einer Fragerunde gibt es drei Punkte, Rezensionen und Fotos sowie die Bearbeitung von Orten sind Google fünf Punkte wert, für ein Video gibt es sieben Punkte und fügst Du einen neuen Ort hinzu, kannst Du 15 Punkte Dein Eigen nennen.

 Als Local Guide knipst Du Fotos, schreibst Rezensionen  und Du bekommst ein Publikum wie, in meinem Fall, 61.000 Foto-Betrachter – oder noch viele mehr. fullscreen
Als Local Guide knipst Du Fotos, schreibst Rezensionen  und Du bekommst ein Publikum wie, in meinem Fall, 61.000 Foto-Betrachter – oder noch viele mehr. (©Andreas Müller / Google 2017)

Je mehr Punkte Du hast, desto höher steigt Dein Local-Guides-Level. Erst ab Level 4 mit 250 Punkten bekommst Du ein erstes Abzeichen. Das wird bei Deinen Fotos, Antworten und Bewertungen auf Google Maps angezeigt. Mit den Abzeichen qualifizierst Du Dich in den Augen anderer Nutzer als guter Fremdenführer. Ich habe erst Level 5 erreicht, der ab 500 Punkten zugänglich ist. Mit 1500 Punkten steigst Du auf Level 6 auf, ab 5000 Punkten gehörst Du zu den Rängen des siebten Levels.

15.000 Punkte bringen Dich in den achten Level, dann hat Dein Local-Guides-Stern bei Deinem Logo bereits acht Zacken. Mit 50.000 Punkten erklimmst Du Level 9 und mit 100.000 Punkten Level 10 für geborene Fremdenführer. Es kann jeweils bis zu 24 Stunden dauern, bis Du Deine Punkte erhältst und für Verstöße gegen die Richtlinien verlierst Du auch wieder Punkte. So musst Du ganz brav bleiben, denn nicht nur Urheberrechtsverstöße, sondern alles, was Google als "anstößig" erscheint, kann gelöscht werden.

 Für Dein Engagement als Local Guide erhältst Du von Google Punkte und Abzeichen. fullscreen
Für Dein Engagement als Local Guide erhältst Du von Google Punkte und Abzeichen. (©Google 2017)

Was sind die Nachteile?

Für besonders eifrige Fremdenführer hatte Google einst Belohnungen wie 1 TB Speicherplatz für den Google Drive im Angebot. Offenbar wurden inzwischen alle Belohnungen weggestrichen. Selbst die drei Monate Google Play Musik und den Rabatt auf Leihfilme bei Google Play gab es nur bis zum 31. August 2017.

Ob Google neue Belohnungen plant oder nicht, ist unklar. Und das ist eines der Probleme mit den Local Guides: Du tust nicht nur anderen Google-Maps-Nutzern mit Deinen Fotos und Bewertungen einen Gefallen, sondern Du arbeitest ohne Bezahlung für ein Multi-Milliarden-Euro-Unternehmen namens Google. Dazu kommt das Problem, dass Du Dich mit Deinen Fotos und Bewertungen in rechtliche Schwierigkeiten bringen kannst.

 Google gibt Dir für Deine Local-Guides-Punkte offenbar keine handfesten Belohnungen mehr. fullscreen
Google gibt Dir für Deine Local-Guides-Punkte offenbar keine handfesten Belohnungen mehr. (©Google 2017)

Beispielsweise verbieten Gesetze in den meisten Fällen die Ablichtung von Personen ohne ihre Einwilligung. Auch darfst Du keine faktenwidrigen Behauptungen über Unternehmen in Deinen Rezensionen von beispielsweise Restaurants aufstellen. Eine harte Kritik und eine wahrheitswidrige Kritik liegen unter Umständen nahe beieinander. Schließlich machst Du professionellen Reiseführern und Fotografen Konkurrenz und treibst die Preise für deren Angebote herunter.

Was sind die Vorteile?

Auf der anderen Seite arbeitest Du auch gratis für Unternehmen wie Instagram, wenn Du dort Deine Fotos hochlädst. Und einen gewissen Gegenwert erhältst Du schließlich doch. Als Fremdenführer bei den Local Guides hast Du den Vorteil, dass potenziell viele Millionen Menschen Deine Fotos und Bewertungen zu Gesicht bekommen. Local Guides hat Elemente eines sozialen Netzwerks, in dem sich aktive Menschen austauschen, die gerne die Welt kennenlernen. Und jeder ist eingeladen.

Ein spontanes Handy-Foto, das ich vom menschenleeren Restaurant im Tropen-Aquarium des Hamburger Hagenbeck-Tierparks geknipst habe, wurde zum Beispiel trotz durchschnittlicher Qualität über 12.000 Mal angesehen. Normalerweise hätten bestenfalls meine Freunde einen müden Blick darauf geworfen. Das gelingt Dir noch besser, wenn Du ein sehenswertes Motiv findest, ein qualitativ besonders hochwertiges Foto lieferst oder eine ungewöhnliche Perspektive zeigst.

 Local Guides hat auch Aspekte eines sozialen Netzwerks, wo andere Nutzer und Betrachter mit Deinen Inhalten interagieren. fullscreen
Local Guides hat auch Aspekte eines sozialen Netzwerks, wo andere Nutzer und Betrachter mit Deinen Inhalten interagieren. (©Google 2017)

Machst Du Deine Sache dauerhaft gut, steigt Dein Ansehen als Fremdenführer bei den Google-Nutzern. Vielleicht schreibst Du ja eines Tages einen echten Reiseführer in Buchform?

Zusammenfassung

Was ist Local Guides?

  1. Local Guides ist eine mit Google Maps verbundene Reiseführer-Software für PC und Smartphones
  2. Du bewertest Orte, schreibst Rezensionen, gibst Dein lokales Wissen weiter, teilst Fotos und Videos und beantwortest Fragen
  3. Außerdem aktualisierst Du Informationen, fügst fehlende Orte hinzu und prüfst, ob Informationen in Google Maps korrekt sind

Karriere als Fremdenführer

  1. Für Deine Local-Guides-Beiträge bekommst Du Punkte und Abzeichen
  2. Je mehr Punkte Du hast, desto höher steigt Dein Local-Guides-Level
  3. Google-Maps-Nutzer erkennen Deinen Rang als Fremdenführer an Deinen Abzeichen

Was sind die Nachteile?

  1. Offenbar bietet Google inzwischen überhaupt keine handfesten Belohnungen wie Google-Drive-Speicher mehr an
  2. Als Local Guide arbeitest Du unbezahlt für Google
  3. Fehler wie Urheberrechtsverstöße bei Fotos und wahrheitswidrige Rezensionen können Dich in rechtliche Schwierigkeiten bringen

Was sind die Vorteile?

  1. Deine Rezensionen und Fotos erreichen potenziell ein Millionenpublikum
  2. Dank Local Guides bekommst Du Ansehen als Fremdenführer und hilfst Deinen Mitmenschen
  3. Irgendwann bist Du vielleicht gut genug, um als Fremdenführer Geld zu verdienen

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