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Grafikkarten-Verfügbarkeit 2021: Warum gibt es sie kaum zu kaufen?

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Wer sich eine starke Grafikkarte zulegen möchte, stößt aktuell auf einige Hindernisse. Bild: © Nvidia 2020

Egal ob von AMD oder von Nvidia: Grafikkarten sind derzeit Mangelware. Im normalen Handel gibt es sie so gut wie gar nicht, bei Ebay zahlst Du hohe Preise. Aber warum ist die Grafikkarten-Verfügbarkeit aktuell so schlecht? Dafür gibt es mehrere Gründe.

Von Claudia Frickel

Grafikkarten sind weltweit knapp

Mit der Grafikkarten-Verfügbarkeit sieht es nicht nur in Deutschland schlecht aus. Weltweit sind GPUs seit 2020 schwer zu bekommen – und zwar alle Marken und Modelle. Sie werden weltweit vor allem von zwei Unternehmen hergestellt: Nvidia und AMD. Von Nvidia stammen zum Beispiel die GeForce RTX-Modelle, von AMD gibt es die Radeon RX-Serie.

Die neue RTX 3060 von Nvidia für Gamer erschien zwar im Februar, war aber sofort ausverkauft. Manchmal findest Du diese oder andere GPUs noch bei Händlern und auf Marktplätzen wie Ebay. Aber sie kosten oft doppelt so viel wie der eigentlich empfohlene Preis.

Dabei sind Grafikkarten ein essenzieller Bestandteil für jeden Computer. Du brauchst sie zum Beispiel, um Multimedia-Inhalte anzusehen, Grafiken in 3D-Games zu rendern oder Videos zu schneiden. Die knappe Verfügbarkeit bemerkst Du vor allem, wenn Du Deinen Computer mit einer neuen Karte aufrüsten oder selbst einen Rechner zusammenstellen willst.

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Grund 1 für den Engpass: der große Bedarf an Halbleitern

Ein Grund für die schlechte Grafikkarten-Verfügbarkeit 2021 ist die Corona-Pandemie. Weltweit gibt es zu wenig Halbleiter: Viele Hersteller waren gezwungen, ihre Produktion entweder zu bremsen oder ganz einzustellen.

Verschärft wird das Problem dadurch, dass gleichzeitig der Bedarf nach Halbleitern gestiegen ist. Diese werden nicht nur in Grafikkarten verbaut, sondern auch als Prozessoren in Computern genutzt. Außerdem kommen sie in Spielekonsolen, Smartphones, Autos und Unterhaltungselektronik zum Einsatz.

Während der Corona-Krise waren und sind viele Menschen öfter zu Hause. Sie brauchen im Homeoffice eine bessere Computerausstattung, wollen sich die Zeit mit Games vertreiben oder legen sich andere neue Geräte zu.

Die knappen Halbleiter-Ressourcen sind auch der Grund, warum die neuen Spielkonsolen Xbox Series X/S sowie die Playstation 5 immer noch schwer zu bekommen sind. Auch Apples iPhone 12 ist im vergangenen Jahr einige Wochen später auf den Markt gekommen als geplant.

Grund 2 für den Engpass: Krypto-Mining

Mit Krypto-Mining lässt sich theoretisch viel Geld verdienen: Es handelt sich um eine wichtige Tätigkeit für die Blockchain. Die Miner dokumentieren und verifizieren die Transaktionen von Krypto-Währungen wie Bitcoin. Als Belohnung erhalten sie Krypto-Münzen. Weil ein Bitcoin zehntausende Euro Wert sein kann, lohnt sich das Mining, und es boomt. Aber dafür müssen komplexe kryptografische Rätsel gelöst werden, und das erfordert hohe Rechenleistungen.

Viele Krypto-Miner nutzen dafür entweder spezielle Geräte – oder mehrere leistungsstarke Grafikkarten. Diese bringen viel Rechen-Power mit, und ihre Shader-Einheiten können die fürs Mining wichtigen Hash-Werte sehr viel effektiver und schneller berechnen als CPUs.

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Bitcoin-Mining erfordert ordentlich Grafikkarten-Power – ein Grund für die derzeit schlechte Verfügbarkeit. Bild: © promesaartstudio - stock.adobe.com 2021

Grund 3 für den Engpass: Skalper

Es gibt noch einen dritten Grund, warum Grafikkarten kaum zu bekommen sind: Skalper reißen sie sich unter den Nagel. Dabei handelt es sich manchmal um Menschen, meist aber um Bots. Sie kaufen begehrte Elektronikartikel gezielt auf – zum Beispiel Grafikkarten. Danach bieten sie sie zu hohen Preisen umgehend wieder an.

Mithilfe von automatischen Bots ist Skalping besonders effektiv: Die Produkte werden innerhalb von Sekunden bestellt, nachdem sie erhältlich sind. Die Computerprogramme können Artikel massenhaft in Warenkörbe legen, blitzschnell und automatisiert Zahlungsdaten eingeben und die Bestellung abschicken. Normale Interessenten haben dabei das Nachsehen.

Wann verbessert sich die AMD- und Nvidia-Grafikkarten-Verfügbarkeit?

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Nvidia steuert mit einer sogenannten Mining-Bremse der schwachen Verfügbarkeit von Grafikkarten entgegen. Bild: © Nvidia 2020

Es sieht nicht danach aus, als würde die Lage bei den Grafikkarten bald besser werden. Nvidia und AMD haben zwar in den letzten Monaten diverse neue Modelle vorgestellt. Einfach zu haben sein werden diese aber wohl 2021 nicht. Das betrifft auch die RTX-Grafikkarten-Verfügbarkeit von Nvidia. Der Hersteller hat nach Angaben von The Verge angedeutet, dass der Engpass seiner GPUs das ganze Jahr bestehen bleibt.

Nvidia will aber etwas gegen die knappe Grafikkarten-Verfügbarkeit tun – und steuert deshalb beim Krypto-Mining gegen: Die beiden neuen Karten GeForce RTX 3080 Ti und GeForce RTX 3070 Ti sollen mit Mining-Bremse ausgeliefert werden. Andere Karten des Herstellers werden ebenfalls neu aufgelegt, um sie für Krypto-Mining unattraktiv zu machen.

Was kannst Du machen, wenn Du jetzt eine Grafikkarte kaufen willst?

Grafikkarten sind schwer zu finden, Du willst aber trotzdem eine neue haben? Du hast mehrere Möglichkeiten:

  • Kauf Dir eine Grafikkarte aus der Vorgänger-Generation oder ein gebrauchtes Modell. Allerdings sind die Preise auch für diese Varianten hoch.
  • Hol Dir einen Computer, bei dem die Grafikkarte bereits integriert ist. Diese Hersteller sind von den knappen Ressourcen weniger betroffen, weil sie die GPUs in größeren Mengen aufkaufen können.
  • Ansonsten bleibt Dir nichts übrig, als abzuwarten. Spätestens Anfang 2022 dürfte sich – nach jetzigem Stand der Dinge – die Lage verbessern und die Grafikkarten-Verfügbarkeit wieder steigen.

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