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Handy gehackt, was tun? Typische Anzeichen und Test

Handy gehackt: Ein Samsung Galaxy S6
Handy gehackt: Ein Samsung Galaxy S6 (©Pexels 2017)

Wenn ein heutzutage ein Handy gehackt wird, drohen meist ernste Gefahren. Auf Smartphones sind nicht nur viele sensible Daten, sondern oft auch Passwörter und Bankverbindungen gespeichert. Also was tun? Der Besitzer des Geräts muss in jedem Fall schnell reagieren, um die Gefahr zu beseitigen. Es gibt einige untrügliche Anzeichen, dass das Handy gehackt ist.

Wenn Hacker erfolgreich in ein Smartphone eingedrungen sind, dann drohen diverse Gefahren: Kriminelle versuchen Nutzernamen und Passwörter für kostenpflichtige Dienste auszuspähen, schicken teure kostenpflichtige SMS und die Schadsoftware wird von Deinem Handy auf andere Geräte verbreitet. Ob ein Gerät infiziert ist, lässt sich an einigen einfachen Symptomen mit einem schnellen Test aus sieben Fragen gut und einfach erkennen:

  • Ist die Telefonrechnung plötzlich höher als üblich?
  • Steigt der Akkuverbrauch urplötzlich stark an?
  • Wird die Internetverbindung auf einmal sehr langsam?
  • Wird das ganze Smartphone plötzlich zur lahmen Ente?
  • Gibt es sonst ungewöhnliche Störungen und Ausfälle?
  • Werden automatisch Nachrichten an Kontakte geschickt?
  • Gibt es ungewöhnliche Buchungen auf dem Bankkonto?

Wer mehr als vier bis fünf dieser Fragen klar mit "Ja" beantworten kann, bei dem sollten jetzt alle Alarmglocken klingeln! Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass das Smartphone infiziert ist.

Akku schnell leer? Was tun? Nicht gleich in Panik verfallen!

Andererseits sollte man auch nicht in Panik verfallen, bloß weil etwa der Akkuverbrauch plötzlich hoch ist. Dafür kann auch eine kürzlich installierte App verantwortlich sein. Und dass das Internet langsam ist, kann natürlich auch andere Gründe haben. Aber immer dann, wenn gleichzeitig etliche Symptome auftreten, ist Vorsicht angesagt. Vor allem dann, wenn es auch ums Geld geht, und etwa auf dem Bankkonto seltsame Dinge passieren.

 Wenn Dein Handy-Akku sehr schnell leer ist, kann dies ein Anzeichen sein, dass das Gerät gehackt ist – muss aber nicht. fullscreen
Wenn Dein Handy-Akku sehr schnell leer ist, kann dies ein Anzeichen sein, dass das Gerät gehackt ist – muss aber nicht. (©CC: Flickr/Kārlis Dambrāns 2015)

Wenn Dein Handy wirklich gehackt ist, ist es sehr wichtig, nicht in Panik zu geraten. Wenn Du diese sechs Schritte befolgst, dann sollten die Folgen nicht so dramatisch ausfallen.

  1. Keine Bankgeschäfte mehr, wenn möglich keine Passwörter mehr eingeben und das Gerät vom Internet trennen.
  2. Es kann sich auch jetzt noch lohnen, ein aktuelles Anti-Virus-Programm zu installieren. Dazu kurz ins Internet gehen, dann aber das Gerät wieder vom Netz wieder trennen. In Tests gut abgeschnitten haben etwa die Programme von McAfee und Avast.
  3. Sofort alle Passwörter für wichtige und kommerzielle Dienste wie Amazon, Spotify oder Ebay ändern.
  4. Alle Banken, bei denen Du Online-Banking machst, darüber informieren, dass möglicherweise Dein Handy gehackt ist.
  5. Daten wie Bilder und Texte am besten extern auf einem Computer sichern. Achtung: In Zip-Archiven, Word-Dokumenten und anderen Dateien kann sich Schadsoftware verbergen. In Bildern, Videos und Songs aber in der Regel nicht, deshalb können solche Dateien auch gesichert werden.
  6. Wenn es sicher ist, dass das Handy gehackt wurde und sich ein Virus oder ein Trojaner eingenistet hat, dann hilft am Ende nur das Zurücksetzen des Geräts auf die Werkseinstellungen. Dadurch sollten alle Schädlinge wirksam beseitigt werden können.

Wenn Du diese Punkte befolgst, kannst Du mit jedem Virus und anderen Schädlingen auf Deinem gehackten Handy fertig werden.

 Solltest Du befürchten, dass Dein Smartphone gehackt ist, musst Du etwa Dein Spotify-Passwort ändern. fullscreen
Solltest Du befürchten, dass Dein Smartphone gehackt ist, musst Du etwa Dein Spotify-Passwort ändern. (©TURN ON 2017)

Handy gehackt: So kannst Du bei Viren und Trojanern vorbeugen

Noch besser aber ist es, dafür zu sorgen, dass das Handy gar nicht erst gehackt werden kann. Auch das ist nicht besonders schwer, wenn Du einige Regeln beachtest:

  • Möglichst keinen Links aus einer unbekannten oder zweifelhaften Quelle folgen.
  • SMS mit Nachrichten über angebliche Erfolge bei Gewinnspielen nicht beachten und am besten gleich löschen.
  • Keine hektisch blinkenden Warnungen öffnen, dass Dein Smartphone angeblich infiziert ist. Das Programm, das Du zum "Schutz" herunterladen sollst, ist die eigentliche Schadsoftware.
  • Am besten Bluetooth und WLAN ausschalten, wenn das Handy nicht in Betrieb ist. Solche Dinge lassen sich per IFTTT auch automatisieren, sodass die Dienste automatisch aktiviert werden, wenn man sie benötigt.
  • Apps auf Android-Geräten nur aus vertrauenswürdigen Quellen installieren. Das gilt besonders dann, wenn es sich um APK-Dateien handelt.
  • Bei der Installation von Android-Apps auf die Zugriffsrechte achten und im Zweifel lieber auf das Programm verzichten.
  • Regelmäßig App-Updates installieren, denn damit werden meist auch Sicherheitslücken geschlossen.

Wer diese Regel beachtet, und sich ebenfalls gegen Phishing schützt, der dürfte keine Probleme bekommen, weil sein Handy gehackt wurde.

Zusammenfassung

  1. Ob das Handy gehackt ist, lässt sich an diversen Anzeichen erkennen
  2. Wenn sich Dein Gerät seltsam verhält solltest Du dennoch nicht gleich in Panik verfallen, sondern erst einmal alles genau prüfen
  3. Sollte das Gerät womöglich tatsächlich gehackt worden sein, gilt es einige wichtige Dinge zu befolgen
  4. Bankgeschäfte etwa darfst Du dann nicht mehr machen
  5. Wer sich an einige Regeln hält, der kann Sicherheitsrisiken gut vorbeugen
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