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Handyvertrag für Kinder: Das sollte beachtet werden

Ob Prepaid oder Vertrag für Kinder besser geeignet ist, erläutern wir jetzt.
Ob Prepaid oder Vertrag für Kinder besser geeignet ist, erläutern wir jetzt. (©Getty Images/Mixmike 2018)

Bekommt ein Kind ein Handy oder Smartphone geschenkt, geht es schnell auch um die Frage nach dem richtigen Handyvertrag für Kinder. Lieber Prepaid oder echter Vertrag? Was es dabei zu beachten gibt, erläutern wir jetzt.

Wann das Kind das erste Handy oder Smartphone bekommt, müssen Eltern für sich allein entscheiden. Generell wird ein eigenes Handy vor dem 9. Lebensjahr eher nicht empfohlen. Dennoch kann man sich der technischen Entwicklung heutzutage auch nicht entziehen. Wenn alle anderen Kinder aus der gleichen Schulklasse ebenfalls ein Mobiltelefon besitzen, wird es zunehmend schwerer, den Wunsch abzulehnen. Doch mit der Auswahl des passenden Handys ist es nicht getan: Viel entscheidender für die Folgekosten der Eltern ist die Frage nach dem richtigen Handyvertrag für Kinder.

Prepaid oder Vertrag?

Hier muss zunächst zwischen Prepaid- und Vertragstarifen unterschieden werden. Während bei Prepaid das Guthaben vor der Nutzung aufgeladen werden muss, rechnen Verträge die individuelle Nutzung Monat für Monat ab, womit die Kosten bei intensiver Nutzung schnell in die Höhe schießen können. Keine Sorge: Von den Anfangszeiten, als schnell Rechnungen von mehreren Hundert Euro ins Haus flatterten, sind wir mittlerweile zum Glück entfernt. In den ersten Jahren der Handynutzung ist aber dennoch ein Prepaid-Tarif empfehlenswert.

Karte aufladen, Guthaben abtelefonieren: Prepaid ist für kleinere Kinder meist die bessere Wahl. (© 2017 Thinkstock/iStock/amickman)

Vor- und Nachteile von Prepaid

Der Vorteil eines Prepaid-Handys ist vor allem der Airbag für die Kosten: Hier kann nur das Geld verbraucht werden, was zuvor explizit aufgeladen wurde. Ist der Betrag aufgebraucht, kann das Kind weder Telefonieren noch im Netz surfen (Anrufe erreichen das Kind aber weiterhin). Das hat vor allem einen pädagogischen Vorteil: So lernt der Nachwuchs, mit dem vorhandenen Budget sinnvoll umzugehen und damit auszukommen. Nachteil: In eventuellen Notsituationen kann das Kind die Eltern oder andere Vertrauenspersonen nicht erreichen. Das sollte man vorher bedenken.

Vor- und Nachteile von Verträgen

Bei Verträgen verhält sich die Lage anders: Hier wird zuvor eine Leistung zu einem monatlichen Preis vereinbart, der immer gleich bleibt – solange die Nutzung das zuvor Vereinbarte nicht übersteigt. Das kann gerade Kindern, die den dafür notwendigen Blick darauf erst noch lernen, schnell passieren. Da Jugendliche meistens ohnehin lieber schreiben anstatt zu telefonieren, sollte auf jeden Fall eine ordentliche Datenoption gebucht werden.

Reine WhatsApp-Nachrichten verbrauchen zwar nicht allzu viel, aber das Verschicken von Videos oder das Streamen bei YouTube verschlingt ordentlich Inklusivvolumen. Hier sollten Eltern lieber etwas großzügiger sein, als am falschen Ende zu sparen. Sollten Jugendliche viel YouTube und Co. nutzen, empfiehlt sich ein inkludiertes Volumen von mindestens 1 GB, besser mehr. Generell gilt: Der Datenhunger wächst eher, als dass er weniger wird. So können Eltern gleich von vornherein vermeiden, dass ständig Volumen zu einem teureren Preis nachgebucht werden muss – oder das Kind eben nicht mehr auf WhatsApp-Nachrichten antworten kann.

YouTube und Co. verbrauchen viel Datenvolumen: Das solltest Du bei der Wahl des Tarifs berücksichtigen.

Doch nicht jeder nutzt WhatsApp, Telegram oder einen anderen Messenger: Die SMS hat über die Jahre zwar rapide an Beliebtheit eingebüßt. Dennoch werden nach wie vor Jahr für Jahr viele Millionen SMS weltweit verschickt. Bei der Tarifauswahl sollten Eltern deswegen ebenfalls darauf achten, dass genügend viele SMS enthalten sind, idealerweise unbegrenzt. Beim Telefonieren werden oftmals auch Flatrates angeboten, die sogar in allen Netzen gelten. Mitunter kann aber das Telefonieren in andere Netze nicht enthalten sein. Hier müssen Eltern prüfen, wie die Telefonier-Vorlieben des Nachwuchses aussehen.

Ein Nachteil bei Handyverträgen ist meist, dass diese in der Regel eine Mindestlaufzeit von zwei Jahren haben – und sich automatisch verlängern, wenn nicht rechtzeitig gekündigt wird. Oft beträgt die Kündigungsfrist drei Monate vor dem Auslaufen des Vertrags. Dafür allerdings werden Handys bei Verträgen nach wie vor subventioniert, womit die einmaligen Kosten für ein neues Smartphone deutlich niedriger ausfallen als ohne Vertrag. Natürlich können Handyverträge aber auch ohne den Kauf eines Smartphones abgeschlossen werden.

Zusammenfassung

  1. Prepaid-Tarife für jüngere Kinder besser, da Kostenkontrolle und der Umgang mit dem vorhandenen Budget erlernt wird
  2. Handyvertrag für Kinder besser, wenn sie schon älter sind und damit richtig umgehen können
  3. Für WhatsApp, YouTube und Co. sollten Eltern auf ausreichendes Datenvolumen achten (besser 1 GB oder mehr)
  4. Auch genügend Freiminuten fürs Telefonieren sollten enthalten sein, am besten Flatrate
  5. Nachteil bei Handyverträgen: In der Regel 24 Monate Laufzeit und automatische Verlängerung, wenn keine Kündigung erfolgt
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