Ratgeber

Hart im Nehmen: Das ist bei Outdoor-Smartphones wichtig

Ein Outdoor-Smartphone steckt sowas locker weg – wenn man das richtige kauft.
Ein Outdoor-Smartphone steckt sowas locker weg – wenn man das richtige kauft. (©picture alliance / dpa Themendienst 2015)

Bei strömendem Regen Mails checken oder ein Selfie aus dem tropischen Dschungel verschicken? Mit Outdoor-Smartphones ist das kein Problem. Aber worauf muss man beim Kauf achten? Wir geben ein paar hilfreiche Tipps.

Outdoor-Smartphones sind besonders hart im Nehmen. Die robusten Überlebenskünstler bieten gewohnte Telefontechnik, erweisen sich darüber hinaus aber als widerstandsfähig gegenüber Wind, Regen, Hitze, Verschmutzungen und Stürzen. Klar: Wirklich interessant sind sie daher nur für aktive Frischluftfanatiker, die auch im Survival-Urlaub nicht auf Twitter und Facebook verzichten können. Vor der Anschaffung sind aber ein paar Dinge zu beachten.

Entscheidend: Der IP-Code

Wichtiger als Modell oder Display-Größe ist bei Outdoor-Smartphones der IP-Code. IP steht für "International Protection" und gibt an, wie stark ein Smartphone gegen Staub, Wasser oder sonstige Außeneinflüsse geschützt ist. Der IP-Code bei Smartphones besteht aus den Buchstaben "IP" und zwei Ziffern, also zum Beispiel "IP56". Je höher die Ziffern, desto besser ist das Outdoor-Handy geschützt.

Die erste Ziffer beschreibt die Schutzstärke gegenüber Fremdkörpern. Bei 0 darf man also keinerlei Schutz erwarten, bei 3 ist das Gerät gegen feste Fremdkörper ab 25 Millimetern Durchmesser geschützt und die höchste Ziffer 6 gibt an, dass das Smartphone komplett staubdicht ist.

Mindestens IP57 für Outdoor-Smartphones

Die zweite Ziffer im IP-Code zeigt an, ob und in welchem Ausmaß das Gerät gegen eindringendes Wasser geschützt ist. Sie kann höchstens den Wert 8 annehmen, funktioniert ansonsten aber genauso wie die vorherige Ziffer: Bei 0 ist das Smartphone überhaupt nicht wassergeschützt, 4 bedeutet immerhin Absicherung gegenüber Spritzwasser und wenn die 8 am Code-Ende prangt, kann man das Gerät dauerhaft unter Wasser tauchen.

Den absoluten Höchstwert braucht ein Outdoor-Smartphone zwar nicht, um gerüstet für den Einsatz im Freien zu sein. Es sollte aber mindestens nach IP57 zertifiziert sein. Ein paar Modelle haben wir in einer Bildergalerie zusammengestellt.

Caterpillar B15Q fullscreen
Caterpillar B25 fullscreen
Samsung Galaxy S4 Active fullscreen
Samsung Galaxy S5 fullscreen
Sony Xperia Z3 fullscreen

Vage geregelt: Die Stoßfestigkeit

Fast genauso wichtig ist die Stoßfestigkeit eines Outdoor-Smartphones. Logisch: Es sollte nicht beim kleinsten Sturz aus der Hosentasche irreparabel beschädigt werden, sondern auch ruppige Behandlungen ertragen können. Anders als in Sachen Staub- und Wasserdichte ist die Stoßfestigkeit aber nicht eindeutig definiert. Im Klartext: Hier können Hersteller beliebige Angaben machen. Daher ist in diesem Punkt besondere Vorsicht geboten, um sich vor einem Fehlkauf zu schützen.

Du solltest daher genau prüfen, nach welchen Testkriterien die Angaben des Herstellers zustande kamen und welche Aussagekraft sie überhaupt haben. Verlässlicher ist da schon der Blick auf das verwendete Gehäusematerial: Am robustesten sind Schalen aus Hartgummi, die zweite Wahl ist weiches Polycarbonat. Von Gehäusen aus Metall oder Glas solltest Du bei Outdoor-Smartphones lieber Abstand nehmen.

Ein gutes Display ist Pflicht

Auch für das Display gilt: Wichtig ist nicht unbedingt die Größe, sondern was es aushält. In Extremsituationen darf es nicht splittern oder gar brechen. Hart im Nehmen ist das sogenannte Gorilla Glass, das durch einen speziellen Ionenaustauschprozess gefertigt wird. Dadurch erhält es seine besondere Widerstandsfähigkeit und Resistenz gegenüber Kratzern. Mittlerweile ist vom Gorilla Glass die vierte Produkt-Generation verfügbar, die das Material noch flexibler und robuster macht.

Akkuleistung und GPS

Logisch: Im Wald oder beim Bergwandern findet man nicht mal eben eine Steckdose, um das Smartphone aufzuladen.  Wichtig ist also die Akkuleistung eines Gerätes. Viele Geräte halten bei normaler Nutzung – also beim gelegentlichen Telefonieren, Versenden einer SMS und Ortung via GPS – zwei bis drei Tage durch. Für wirklich lange Unternehmungen ist das zu wenig. Profis müssen sich darauf verlassen können, dass ihr Gerät fünf, wenn nicht gar sieben Tage lang funktioniert, ohne den Geist aufzugeben.

Apropos GPS: Hier sollte man sichergehen, dass sich der Empfänger schnell mit den Satelliten verbindet, möglichst genaue Angaben zum Standort macht und dass das Kartenmaterial auch offline genutzt werden kann. Wer jedes Risiko vermeiden will, achtet darauf, dass das Smartphone zudem noch das russische Satellitensystem GLONASS verwendet. Wirklich wichtig ist das aber nur, wenn man ganz besonders exakte Positionsbestimmungen braucht, etwa beim Geocaching.

Was man im Freien sonst so braucht

Ein Smartphone ohne Zusatzfunktionen ist mittlerweile schlicht unvorstellbar. Und natürlich ist es auch im Freien von großer Bedeutung, welche Features ein Gerät mitbringt. Unerlässlich ist etwa eine eingebaute Taschenlampe. Entsprechende Apps fressen bei längerer Nutzung einfach zu viel Energie.

Neben der GPS-Funktion sollte ein Outdoor-Smartphone zudem einen Kompass mitbringen. Dafür muss das Gerät ein Magnetometer besitzen, das die magnetische Flussdichte des Erdmagnetfeldes misst. Besonders extravagante Spielereien wie ein Barometer zur Messung des Luftdrucks oder ein Hygrometer zum Ermitteln der Luftfeuchtigkeit sind aber wirklich nur für beinharte Outdoor-Enthusiasten gedacht.

Zusammenfassung

Wie so oft gilt auch auf dem Gebiet der Outdoor-Smartphones: Eine allgemeingültige Empfehlung gibt es nicht. Ein abgebrühter Survival-Profi hat völlig andere Ansprüche an ein Gerät als ein Hobby-Wanderer, der unterwegs nur ab und zu mal ein Foto machen will. Von daher sollte man sich vor dem Kauf genau überlegen, was man eigentlich will und braucht – und sich zudem ausführlich beraten lassen.

Artikel-Themen

Weitere Artikel zum Thema

close
Bitte Suchbegriff eingeben