Ratgeber

Heimkino bauen: Auf diese Punkte solltest Du achten

Du liebst Filme, Serien und Musik und möchtest Dein eigenes Heimkino bauen? Wir verraten Dir, welche Komponenten Du für Dein Surround-System benötigst und worauf Du achten solltest.

Die Basis eines jeden Heimkinos bilden, na klar, die Lautsprecher. Ohne gute Boxen wirst Du keinen Spaß an Deinem Heimkino haben. Während sich Standards im Audio- und Videobereich permanent ändern, klingen gute Lautsprecher auch noch in 10 oder 20 Jahren gut. Für ein ausgezeichnet klingendes System sind Lautsprecher der mit Abstand wichtigste Baustein – deshalb sollte an ihnen nicht gespart werden.

Für ein einfaches Raum-Setup reichen Lautsprecher aus, die direkt mit einem Plattenspieler oder anderen Gerät verbunden werden. In den meisten Fällen wirst Du die Lautsprecher aber direkt an einen AV-Receiver anschließen – und diese Kombination muss harmonieren, um ein gutes Sounderlebnis zu ermöglichen. Welche Lautsprecher zu welchem AV-Receiver passen, ist unter Heimkino-Fans schon fast eine Glaubensfrage. Dennoch gibt es einige Daten, an denen Du Dich orientieren kannst.

Frequenzgang beim Lautsprecher

Wie gut Dein Heimkino klingt, hängt hauptsächlich von der Qualität der Lautsprecher ab. (© 2018 Adobe Stock)

Stehst Du vor dem Kauf eines neuen Lautsprechers, solltest Du besonders auf den Frequenzgang achten. Diese Angabe verrät, welcher Frequenzbereich überhaupt abgedeckt wird. Dabei gilt im Grundsatz: Je größer der Bereich, desto besser. Während Frequenzen zwischen 20 und 150 Hz für tiefe Basstöne stehen, beginnen ab 150 Hz die mittleren Tonfrequenzen, die bis etwa 2000 Hz gehen. Ab 2000 Hz spricht man von hohen Frequenzen, wobei Erwachsene Frequenzen ab 15.000 Hz ohnehin meist nicht mehr hören. Im Idealfall sollte der Graph möglichst gradlinig verlaufen, damit bestimmte Frequenzbereich weder zu stark oder zu schwach betont werden.

Empfohlener Wirkungsgrad

In der Disco herrscht ein Lärm von um die 100 Dezibel, Flugzeuge erzeugen beim Start mehr als 120 dB. Doch welchen Lärmpegel sollte ein Lautsprecher haben? In Fachkreisen wird diese Angabe als Wirkungsgrad bezeichnet. Sie gibt an, wie effizient Energie in Klang umgwandelt werden kann. Hier gilt: Je höher die Dezibel-Angabe, desto leistungsstärker der Lautsprecher. Gemeinhin gelten Werte in den 80ern als sehr gut, während Lautsprecher ab 90 dB als exzellent gelten. Ein höherer Wirkungsrad hat zugleich den Vorteil, dass derlei Lautsprecher auch an schwächeren Verstärkern gut klingen.

Impedanz

Im Regelfall ist die Frage nach der Impedanz für Dich interessant, wenn es um die Frage geht, welcher Lautstärker für welchen Verstärker empfehlenswert ist. Mit Abstand am meisten verbreitet sind hier Angaben von 4 und 8 Ohm. Ein Verstärker muss also einen Lautsprecher mit 4 Ohm auch mit ausreichend Leistung versorgen kann, was im Regelfall aber kein Problem darstellt. Gängige Lautsprecher haben meist ohnehin eine Impedanz von 8 Ohm.

Das sollte ein AV-Receiver können

Der AV-Receiver ist die Schaltzentrale Deines Heimkinos. (© 2017 Denon)

AV-Receiver sind die zentrale Schnittstelle in jedem Heimkino. Sie leiten sowohl Bild als auch Ton von Konsolen, Blu-ray-Playern und anderen Geräten an das Surround-System oder auch an den Fernseher weiter. Moderne AV-Receiver unterstützen 4K-Inhalte oder auch objektbasierte Tonformate wie Dolby Atmos. Häufig anzutreffen sind AV-Receiver mit 5.1-Kompatibilität, aber auch Heimkino-Konstellationen mit 7.1 oder mehr werden, nicht zuletzt dank Dolby Atmos und Co., immer beliebter.

Die Wahl der Konfiguration hängt nicht zuletzt auch vom verfügbaren Platz und von den eigenen Ansprüchen ab. Der AV-Receiver sollte mindestens Dolby Digital und dts unterstützen. Wer für die Zukunft gerüstet sein will, achtet auch auf den Support von Dolby Atmos, dts:x oder auch Auro 3D. Das volle Potenzial dieser neuen Tonformate kannst Du aber nur ausschöpfen, wenn Du ein höheres Setup als 5.1 verwendest.

HDMI-Anschlüsse und WLAN

Sparen solltest Du keinesfalls an den vorhandenen HDMI-Anschlüssen. Spielekonsole, Sat-Receiver, Blu-ray-Player, Fire TV und Co. wollen allesamt versorgt werden – da kann es bei drei, vier HDMI-Eingängen schnell eng werden. Deshalb gilt: Je mehr HDMI-Eingänge, desto besser. Moderne AV-Receiver bieten teilweise bis zu neun HDMI-Ports und zwei Ausgänge, womit Du bestens gerüstet sein solltest. Solltest Du nicht allzu viele Zuspielgeräte besitzen, kannst Du Dich natürlich auch für ein Modell mit weniger Anschlüssen entscheiden.

Anschlüsse wie WLAN und Bluetooth gehören ebenso fast schon zum Standard, was besonders für das Streamen von Musik über Spotify und Co. sehr wichtig ist. Achte daher darauf, dass Dein AV-Receiver diese Funktionalität bietet. Hast Du wenig Erfahrung im Heimkinobereich, solltest Du ein Modell wählen, das Lautsprecher mittels Mikrofon automatisch einmisst. So brauchst Du während der Einrichtung Deine Lautsprecher nur korrekt positionieren und die Software im AV-Receiver wählt automatisch die passenden EInstellungen für einen optimalen Klang.

Anordnung der Lautsprecher bei einem 5.1-System

Für besten Klang solltest Du die Lautsprecher in einer bestimmten Konstellation aufstellen. (© 2018 Samsung)

Bei einem klassischen 5.1-System wird die Center-Box – zuständig für die Dialoge – in unmittelbarer Nähe zum TV platziert, meist direkt davor. Die beide Front-Speaker werden in gleichem Abstand links und rechts davon platziert. Diese können direkt auf dem TV-Schrank platziert oder an der Wand angebracht werden. Alternativ bietet sich für die optimale Höhe der Einsatz von Standfüßen an. Achte dabei auf eine Höhe zwischen 0,4 und 1,2 Metern. Center- und Front-Lautsprecher sollten sich im Idealfall auf einer Geraden befinden.

Klassischer Rücklautsprecher mit Direktstrahlung werden seitlich links und rechts hinter dem Hörbereich platziert, idealerweise so, dass sie exakt die Höhe des Ohres treffen. Da Dipol-Boxen den Schall nach vorn und hinten in den Raum strahlen, sollten diese parallel zur Couch an der Wand und zwischen 50 und 70 Zentimeter über Ohrhöhe montiert werden. Die Platzierung des Subwoofers erfolgt häufig zwischen den beiden Frontlautsprechern, meist auf einer Geraden.

Das Herzstück: Fernseher oder Beamer

Natürlich brauchst Du noch einen entsprechenden Fernseher oder Beamer. Da aber wohl jeder einen TV bereits in den eigenen vier Wänden stehen haben dürfte, gehen wir auf diesen Abschnitt nicht näher ein. Nur so viel: Für ordentliches Heimkino-Feeling brauchst Du einen entsprechend großen Fernseher. Gute TVs mit 65 Zoll Bildschirmdiagonale haben wir an anderer Stelle zusammengefasst. Solltest Du Dich hingegen für einen 4K-Beamer interessieren, haben wir für Dich ebenfalls einige Tipps parat.

Zusammenfassung

  1. Basis für ein gutes Heimkino bilden hochwertige Lautsprecher, an denen nicht gespart werden sollte
  2. Wichtige Daten sind hier Frequenzgang, Impedanz und Wirkungsrad
  3. Die meisten AV-Receiver unterstützen ein 5.1-Surroundsystem
  4. Sollen weitere Lautsprecher zum Einsatz kommen, musst Du auf die Kompatibilität achten
  5. Achte auch auf ausreichend viele HDMI-Anschlüsse und 4K-Unterstützung, wenn Du 4K-Inhalte wiedergeben möchtest
  6. In puncto Sound sollten mindestens Dolby Digital und dts an Bord sein, besser noch dts:x, Auro 3D und Dolby Atmos
  7. Anfänger sollten darauf achten, dass der AV-Receiver die Lautsprecher automatisch einmessen kann
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