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iCloud-Daten schützen: So sicherst Du Deine Fotos

Daten und Fotos in der iCloud sollten besonders geschützt werden.
Daten und Fotos in der iCloud sollten besonders geschützt werden. (©thinkstock.com/Greyfebruary 2015)

Apples Online-Speicherdienst iCloud ist sehr praktisch und bequem: Du kannst Fotos und Videos auf allen Geräten synchronisieren und zudem ganz einfach Backups anlegen. Allerdings wird iCloud auch immer wieder von Schlagzeilen über Hackerangriffe erschüttert. Wir erklären, wie Du Deine Daten schützen kannst.

Im August 2014 erschütterte ein Hacker-Skandal die US-Promiwelt. Unzählige private Fotos von überwiegend weiblichen Hollywoodstars waren gestohlen worden und tauchten anschließend im Internet auf. Das Pikante an dem Vorfall: Die Nacktfotos sollen hauptsächlich aus Apples Online-Speicherdienst iCloud stammen. Der Konzern dementierte einen Hackerangriff, verbesserte später dennoch die Sicherheitsvorkehrungen mit zusätzlichen Zwei-Faktor-Authentifizierungen. Auch viele nichtprominente iCloud-Nutzer fragten sich nach dem Hacker-Skandal, wie sicher ihre Fotos und Videos eigentlich seien. Wir beantworten die wichtigsten Fragen zum Datenschutz in dem Online-Speicherdienst.

Das sagt Apple über den Datenschutz in der iCloud

Apple versichert natürlich, dass Deine Daten in der Cloud sicher sind. So würden Fotos, Videos und Co. nur verschlüsselt über das Internet übertragen und auch nur in einem verschlüsselten Format auf dem Server abgelegt werden. Für die Authentifizierung sollen zudem nur sichere Tokens verwendet werden. Laut Apple arbeitet iCloud mindestens mit einer 128-Bit-Verschlüsselung.
Wie die Hacker dennoch im vergangenen Jahr Zugriff auf die Nacktfotos der Promis bekamen? Apple hatte anscheinend ganz einfach eine Sicherheitslücke bei der Funktion "Mein iPhone suchen" nicht gestopft. Somit konnten die Hacker mittels Brute-Force-Attacke Tausende verschiedene Passwörter bei den iCloud-Accounts der Hollywoodstars testen.

Was hat sich seit dem Hackerangriff in Sachen iCloud-Sicherheit getan?

Nach dem großen Hackerangriff auf die iCloud besserte Apple beim Online-Speicherdienst umfassend nach. So erhalten angemeldete Nutzer nun eine Benachrichtigung per E-Mail, wenn das Passwort geändert wird, Daten aus der iCloud auf ein neues Gerät heruntergeladen werden oder sich ein neues Gerät erstmals in den Account einloggt. Zudem weist Apple nun noch deutlicher auf die Zwei-Faktor-Authentifizierung hin, bei der das Passwort für die Apple-ID um eine dynamisch generierte und per SMS verschickte PIN erweitert wird. Will der Nutzer von einem neuen Gerät auf seinen iCloud-Account zugreifen, ist die zweistufige Bestätigung sogar Pflicht. Außerdem muss nun für jede App, die Zugriff auf die iCloud haben will und nicht von Apple stammt, ein anderes Passwort vergeben werden.

Wie lassen sich iCloud-Daten schützen?

Damit Deine Fotos und Daten in der iCloud tatsächlich sicher sind, solltest Du alle angebotenen Datenschutzvorkehrungen von Apple auch nutzen. Für die Apple-ID muss standardmäßig ein Passwort vergeben werden, das mindestens acht Zeichen umfasst und eine Ziffer, einen Großbuchstaben und einen Kleinbuchstaben enthält. Besonders sicher sind Passwörter, die aus Sonderzeichen, Buchstaben und Ziffern bestehen.

Nutze zudem die von Apple empfohlene Zwei-Faktor-Authentifizierung. Eine dynamische PIN wird dabei per SMS an vertrauenswürdige Nummern verschickt, die zuvor bei Apple registriert wurden. Anschließend musst Du jedes Mal, wenn Du Dich unter "Meine Apple-ID" zur Verwaltung anmeldest, bei iCloud einloggst oder von einem neuen Gerät aus einen Einkauf im iTunes Store, iBooks Store oder App Store tätigst, zur Identitätsbestätigung sowohl das Passwort als auch einen vierstelligen Bestätigungscode eingeben.

So sicherst Du private Fotos in der iCloud

Besonders wichtig für den Datenschutz ist auch, dass nicht alle privaten Fotos und Daten automatisch in der iCloud landen. Die selbstständige Synchronisierung des Fotoalbums auf dem iPhone oder iPad mit dem Online-Speicherdienst sollte daher im Zweifel abgeschaltet werden. Die entsprechende Option findet sich im Menü "Einstellungen > Fotos und Kamera". Deaktiviere dort "Mein Fotostream", und neue Bilder werden nicht mehr automatisch bei einer bestehenden WLAN-Verbindung in die iCloud übertragen. Die Option "iCloud-Fotomediathek", die sich derzeit noch in der Betaphase befindet, kann dort ebenfalls abgeschaltet werden.

Sind private Bilder doch einmal unfreiwillig im Online-Speicherdienst gelandet, kannst Du ohne große Probleme die Fotos aus der iCloud löschen. Gehe dafür in die App "Fotos" und dort auf den Tab "Alben". Tippe dann "Mein Fotostream" und "Auswählen" an und markiere alle Schnappschüsse, die aus der iCloud verschwinden sollen. Ein Tipp auf das Papierkorb-Symbol bestätigt den Löschvorgang.

Zusammenfassung

  1. Im August 2014 machte ein Hackerangriff auf US-Promis mit iCloud-Account weltweit Schlagzeilen
  2. Apple selbst betont die Sicherheit des Dienstes, der Daten mit mindestens 128-Bit verschlüssele
  3. Um Daten und Fotos in der iCloud zu schützen, sollte ein möglichst sicheres Passwort für die Apple-ID verwendet werden
  4. Auch die Zwei-Faktor-Authentifizierung mit dynamisch generierter SMS-PIN hilft beim Datenschutz
  5. Besonders private Fotos sollten aus dem iCloud-Fotostream gelöscht werden
  6. Die automatische Foto-Synchronisierung kann in den iOS-Einstellungen deaktiviert werden
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