Ratgeber

IP-Kameras: Was sind die wichtigsten Unterschiede?

Mit IP-Kameras lassen sich etwa Bewegungen erkennen.
Mit IP-Kameras lassen sich etwa Bewegungen erkennen. (©Motorola 2015)

Videoüberwachung in der Öffentlichkeit gehört zum Alltag: Auf Bahn- und Flughäfen, Straßen und Plätzen gibt es ein fast lückenloses Netz an Kameras. Im heimischen Bereich haben Kameras sich bislang kaum durchgesetzt, was oft am Preis und der komplizierten Einrichtung gelegen hat.  Mit neuen und preisgünstigen IP-Kameras ändert sich das jetzt aber.

Willst Du Deine Wohnung oder Dein Haus per IP-Kamera mit einer Videoüberwachung ausrüsten, ist das ziemlich einfach: Die Kamera wird per Kabel oder WLAN mit dem Internet verbunden und braucht einen Stromanschluss. Ein ständig laufender PC, wie früher bei den normalen Webcams, ist nicht nötig.  Dennoch gibt es zwischen den verschiedenen Kamera-Modellen teilweise recht große Unterschiede.

Unterschied 1: Die Auflösung

Manche älteren Modelle verfügen lediglich über 640 x 480 Bildpunkte – das war ganz früher mal die VGA-Auflösung. Heute gibt es Kameras, die etwa 704 x 576 Bildpunkte haben, das entspricht ungefähr der Auflösung eines Röhrenfernsehers. Gute IP-Kameras haben sogar Auflösungen von 1 oder 2 Megapixeln, beispielsweise die Samsung SNH-P6410BN. Mit diesen Geräten lassen sich sehr gute Video-Aufnahmen machen.

fullscreen
Die Samsung SNH-P6410BN hat eine Auflösung von zwei Megapixeln. (©Samsung 2015)

Unterschied 2: Die Internet-Verbindung

Während alle Modelle eine Ethernet-Netzwerkbuchse haben müssen, sind nur bestimmte auch mit einem WLAN-Modul ausgestattet, etwa die D-Link 932L. Grundsätzlich ist die Videoüberwachung per Datenfunk eine feine Sache. Aber: Wenn im WLAN auch noch andere Geräte wie Smartphones und Computer senden, kann schnell die Grenze der Leistungsfähigkeit erreicht sein. Besonders dann, wenn die Kamera beispielsweise nicht über moderne Komprimierungsmethoden verfügt, wie es bei etlichen günstigen Modellen der Fall ist.

fullscreen
Die D-Link 932L kann über WLAN kommunizieren. Es gibt sogar eine eigene App für das Gerät. (©D-Link 2015)

Unterschied 3: Die Steuerung

Am ausgefeiltesten sind sogenannte PTZ-Kameras: das bedeutet "Pan, Tilt, Zoom".  "Pan" steht für die Drehbarkeit, "Tilt" für die vertikale und horizontale Schwenkbarkeit der Kamera, "Zoom" fürs Vergrößern und Verkleinern des Bildausschnitts. Während die meisten Modelle über eine – wenigstens elektronische – Zoom-Funktion verfügen, lassen sich nur manche drehen und in alle Richtungen schwenken. Die Bedienung geschieht dabei natürlich auch kabellos und per App oder vom PC aus. Günstige Modelle, die schon PTZ beherrschen, stammen etwa von der Firma Wansview, beispielsweise die Wansview NCL616W.

Unterschied 4: Die Bildqualität

Natürlich entscheidet die Auflösung über die Bildqualität – aber nicht nur. Wie gut die Aufnahmen wirklich aussehen, ist von Modell zu Modell sehr unterschiedlich. Manche IP-Kameras bilden Farben gut ab, bei anderen Modellen wirkt alles etwas blass und flau. Hier hilft nur ein Test im Laden oder aber zu Hause – um das Gerät dann gegebenenfalls wieder zurückzugeben. Eine Bildqualität wie beim Smartphone darf man keinesfalls erwarten.

Unterschied 5: Die Lichtstärke

fullscreen
Die Motorola 10N2653 verfügt über Nachtsicht-Fähigkeiten und ist für draußen geeignet. (©Motorola 2015)

Manche Modelle verfügen über eingebaute Infrarot-Dioden, um damit die Nachtsicht-Fähigkeiten sicherzustellen. Häufig ist damit aber eine fehlerhafte Farbdarstellung verbunden, was die Aufnahmen bei Tageslicht seltsam aussehen lässt. Auch hier hilft nur ein Test mit dem konkreten Modell wirklich weiter –  auch um festzustellen, ob die Kamera wirklich bei Nacht Bilder machen kann. Ein Modell mit Nachtsicht-Fähigkeiten ist zum Beispiel die Motorola 10N2653.

Unterschied 6: Die Software

Auch bei der Software gibt es teils große Unterschiede, hier hilft nur Ausprobieren. Auf den Kameras ist eine Software fest einprogrammiert, die man in der Regel per Webbrowser aufrufen kann. Manche Kameramodelle bieten zusätzlich auch eine App an, mit der sich das Gerät steuern und Bilder oder Film ansehen lassen. Teilweise sind in der Software nicht alle Kamerafunktionen freigeschaltet. Mit bestimmten "geheimen" Codes kann das nachgeholt werden. Ein wenig Internet-Recherche hilft in solchen Fällen oft schon weiter.

Unterschied 7: Die Verarbeitung

Besonders bei günstigen Kameras darfst Du in Sachen Verarbeitung keine Wunderdinge erwarten. Kunststoffgehäuse und teils schwergängige manuelle Zoomringe machen das Handling nicht immer einfach. Renommierte Hersteller und ein höherer Preis garantieren in der Regel auch eine entsprechend gute Material- und Verarbeitungsqualität.

Unterschied 8: Das Zubehör

fullscreen
Reichhaltig mit Zubehör ausgestattet: Die Wansview NCL616W. (©Wansview 2015)

Der letzte Unterschied betrifft Ausstattung und Zubehör. Manche Kamera-Hersteller packen nur das ein, was unbedingt nötig ist: Kamera und Netzteil. In anderen Paketen liegen auch Gebrauchsanweisungen, vielleicht Netzwerkkabel, Montagehilfen und Kameraträger und zusätzliche Software auf einer DVD.

Artikel-Themen

Weitere Artikel zum Thema

close
Bitte Suchbegriff eingeben