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iPhone X: Das musst Du über die Kerbe im Display wissen

Die Display-Kerbe im iPhone X ist umstritten.
Die Display-Kerbe im iPhone X ist umstritten. (©YouTube/UrAvgConsumer )

Im iPhone-X-Display ist oben ein schwarzer Balken mit den Sensoren angebracht. Apple-Nutzer streiten sich über diese Kerbe oder "Notch". Verschiedene Entwickler- und Hands-on-Berichte verraten praktische Probleme und Design-Herausforderungen. So wirkt sich der Balken aus.

Das Gute am Balken: Einzigartiger Einsatz

Bevor das Klagegeschrei ertönt, soll auch das Gute an der iPhone-X-Kerbe erwähnt werden. Zunächst einmal lässt sich die Benachrichtigungszentrale seit iOS 7 durch eine Wischbewegung von unten öffnen. Ist die Tastatur aktiv, führt dies jedoch manchmal zu Komplikationen wie einer unfreiwilligen Tasteneingabe. Auf dem iPhone X hingegen wird das Benachrichtigungszentrum durch eine Wischbewegung vom rechten Ohr (dem Display rechts neben der Kerbe) geöffnet. Das führt zu weniger Fehleingaben.

Davon abgesehen verleiht die Kerbe dem iPhone X ein einzigartiges Design. Du kannst gleich erkennen, dass jemand ein iPhone X nutzt, da es anders aussieht als andere Smartphones. Auf dem fast rahmenlosen Display sind zudem mehr Inhalte zu sehen, als auf bisherigen iPhones, inklusive dem iPhone 8. Schließlich lassen sich die aktuellen Herausforderungen mit der Kerbe möglicherweise von den Entwicklern lösen – und sie können sie vielleicht sogar kreativ und funktionell nutzen. Ohne den Balken wäre das iPhone X einfach nicht dasselbe.

Das Schlechte an der Kerbe: Einiges auf dem Kerbholz

Auf der anderen Seite löste die Kerbe vor allem negative Reaktionen aus. Es geht dabei nicht nur um die spontane Abneigung gegen alles, was neu ist, sondern es war fundierte Kritik an dem iPhone-X-Balken zu hören. Hält man das iPhone X im Querformat, werden Websites zum Beispiel mit virtuellen weißen Balken an beiden Seiten dargestellt und so schrumpft die zum Surfen nutzbare Fläche. Mit diesem Kniff wird künstlich eine Symmetrie hergestellt.

Vom bloßen Design-Aspekt abgesehen ergibt sich auch ein praktischer Nachteil beim Surfen durch die Kerbe: Der Scrollbalken verschwindet rechts hinter dem Notch. Das heißt, Du kannst ihn gar nicht verwenden, um auf einer Website nach unten zu scrollen.

Dann ist da die Sache mit den Videos – sie werden standardmäßig mit schwarzen Balken auf beiden Seiten dargestellt. Tippt man zweimal auf das Display, ist das Video auf dem ganzen Bildschirm zu sehen. Allerdings verschwindet dann ein Teil des Videos hinter der Kerbe. Und das sieht nicht gerade gut aus.

Platzraubender Balken

Dann wäre da noch das Problem mit dem Wischgesten-Indikator, der im Querformat unten eingeblendet wird. Er weist Dich darauf hin, dass Du mittels Wischen nach oben die Home-Button-Funktion auslösen kannst. Ist obendrein die Tastatur eingeblendet, bedeutet dies allerdings noch weniger nutzbaren Platz auf dem Display.

Im Hochkant-Modus gibt es auch Probleme. Die Statusanzeigen für Nicht stören, Display drehen und Wecker werden wohl nicht oben auf dem Display angezeigt, weil der Platz fehlt. Auch dürfte für den Akkustand in Prozent der Platz fehlen. Für all diese Dinge musst Du offenbar erst einmal das Kontrollzentrum öffnen. Außerdem wurde der "Zurück zur App"-Button auf dem linken Ohr unter der Zeit angebracht. Das ist weder elegant noch angenehm zu nutzen.

Weniger intuitiv und reduzierte Features

Das Kontrollzentrum öffnest Du mit einer Wischbewegung nach unten beim rechten Ohr. Wischt Du anderswo nach unten, wird hingegen das Benachrichtigungszentrum aufgerufen. In Android-Smartphones enthüllt das Wischen mit einem Finger von oben die Benachrichtigungen und mit zwei Fingern die Schnelleinstellungen für Wi-Fi, Bluetooth und Co. Das iPhone X wirkt hier weniger intuitiv.

Schließlich blenden andere iPhones oben eine blaue Leiste ein, um die Hintergrundaktivität einer App wie Telefonanrufe und ab iOS 11 die Standortnutzung durch eine Anwendung anzuzeigen. Tippst Du auf die Leiste, öffnet sich die zugehörige App. Auf dem iPhone X wird stattdessen lediglich eine Hintergrundfarbe hinter der Uhrzeit eingeblendet und so erfährst Du keine Details mehr über die Hintergrundaktivitäten.

Fazit: Nieder mit dem Notch?

"Steve Jobs hätte das nie zugelassen",  schreibt der Smartphone-Fan Nikhil Pai auf Twitter und spricht damit vielen Apple-Jüngern womöglich aus der Seele. Gewiss: Der Balken sorgt für ein innovatives und einzigartiges Design. In der Praxis tun sich aber auch einige Probleme auf. Es ist kaum zu sehen, wie Apple und die Entwickler diese Herausforderungen beim iPhone X in den Griff bekommen wollen. Für das nächste iPhone sollte daher vielleicht gelten: Verbannt den Balken. Oder?

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