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IPS vs. VA bei TVs: Welche Technik bietet das bessere Bild?

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Die Blickwinkelstabilität zählt laut LG zu den großen Vorzügen der hauseigenen IPS-Fernseher.

TVs mit IPS-Bildschirmen wie LGs Nanocell-Serie und VA-Fernseher wie Samsungs QLED-TVs sind Alternativen zu OLED-Fernsehern. Die Display-Technologien haben unterschiedliche Vor- und Nachteile. IPS vs. VA: Hier erfährst Du, wie es mit der Bildqualität im Vergleich aussieht.

IPS- und VA-Bildschirme zählen zu den LCD-Fernsehern. Diese setzen auf eine Hintergrundbeleuchtung durch LED-Lampen, während in OLED-TVs selbstleuchtende Bildpunkte zum Einsatz kommen. Samsung stellt größtenteils Fernseher mit VA-Panels her, darunter die QLED-TVs. Derweil setzt LG neben OLED voll auf IPS. Sowohl VA als auch IPS sind ebenso bei anderen Herstellern zu finden, darunter Sony und Panasonic.

Kontrast: Die große VA-Stärke

Der größte Vorzug von VA-Fernsehern ist der höhere Kontrast. Während sich IPS-Panels mit einem Kontrastverhältnis im Bereich von 1.000:1 begnügen, sind es bei VA-Panels 3.000:1 bis 6.000:1. VA-Fernseher können also größere Unterschiede zwischen hellen und dunklen Bildteilen darstellen. Auch zeigen sie ein dunkleres Schwarz. Bei IPS-TVs wird Schwarz hingegen eher zu einem dunklen Grau.

Ungeschlagen sind in diesem Bereich OLED-TVs, die aufgrund ihrer selbstleuchtenden Pixel einen theoretisch perfekten Kontrast erreichen. Im Vergleich dazu haben LCD-Fernseher mit IPS- und VA-Panels allerdings den Vorteil, dass sie auf größeren Flächen deutlich heller strahlen können, was dem Kontrastverhältnis durch die bessere Darstellung heller Farben zuträglich ist. Manche Zuschauer bevorzugen das hellere Bild der Nanocell- und QLED-Fernseher, andere das tiefe Schwarz der OLEDs.

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Blickwinkelstabilität: Der entscheidende IPS-Vorzug

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TVs mit IPS-Panels (links oben und unten, rechts oben) haben auch von der Seite betrachtet eine gute Farbdarstellung. TVs mit VA-Panel (rechts unten) sehen dagegen von der Seite verwaschen aus.

Fernseher mit IPS-Displays bieten eine bessere Farb- und Blickwinkelstabilität als VA-TVs. TVs mit IPS-Bildschirmen eignen sich daher besser für Fernsehabende mit Familie und Freunden. Das Bild von VA-Fernsehern wirkt von der Seite betrachtet hingegen verwaschen. OLED-Fernseher sind beiden Konkurrenten einen Schritt voraus.

Farbdarstellung: Ähnlich gut

VA-Panels können einen ähnlich breiten Farbraum abbilden wie IPS-Panels. Das ist aktuell vor allem für HDR-Inhalte relevant, da entsprechende Filme den sogenannten DCI-P3-Farbraum abdecken und Videospiele sogar den größeren Rec.-2020-Farbraum (auch BT. 2020 genannt). Samsung nutzt dafür den als "Quantum Dots" oder "QLED" genannten Farbfilter, und LG den "Nanocell"-Farbfilter. Sony setzt auf die "Triluminos"-Displaytechnologie. Technisch ähneln sich die Lösungen, es handelt sich jeweils um Schichten aus Nanopartikeln. Sie vergrößern die Zahl darstellbarer Farben.

Bei den Computermonitoren werden praktisch immer IPS-Bildschirme für farbkritische Arbeiten verwendet. Das liegt vor allem an der Blickwinkelstabilität, Farben werden auf dem gesamten Bildschirm und auch leicht von der Seite betrachtet stabil und akkurat dargestellt. Für TVs ist das nicht gleichermaßen relevant.

Gaming-Eignung: Bei den TV-Panels vergleichbar

VA-Panels haben nicht den besten Ruf als Gaming-Monitore. Sie verfügen über eine geringere Reaktionszeit als IPS-Panels und neigen daher zur Schlierenbildung. Die Reaktionszeit beschreibt, wie schnell ein Pixel von einem Zustand (etwa grau) zu einem anderen (beispielsweise schwarz) umschaltet. TV-Panels bieten in den meisten Bereichen allerdings die überlegene Technologie im Vergleich zu Monitoren – eine Ausnahme ist nur die Bildwiederholrate.

In Hinblick auf die Reaktionszeit haben die Tester von Rtings keinen Unterschied zwischen IPS- und VA-Panels bei TVs festgestellt. OLED-Displays mit ihrer extrem schnellen Reaktionszeit von ein bis zwei Millisekunden schlagen beide. Bei VA und IPS beträgt sie bestenfalls um die acht Millisekunden. Für die meisten Zocker dürfte beides völlig in Ordnung sein. Kritisch wird es für den Durchschnittszocker spätestens bei 40 bis 50 Millisekunden, die Umsetzung der Eingabe wirkt dann merklich träge.

Auch beim Input-Lag gibt es laut Rtings keinen Unterschied. Mit Input-Lag ist die Zeit gemeint, die verstreicht, bis die Spielfigur auf dem Display auf die Eingaben auf Tastatur oder Controller reagiert. Der Input-Lag ist ein Bereich, bei dem OLED-TVs nicht unbedingt besser sind. Er fällt kürzer aus, wenn die TVs auf eine aufwendige Bildverarbeitung verzichten. Aus diesem Grund deaktiviert der "Gaming-Modus" bei Fernsehern die meisten Bildverarbeitungs-Features wie eine Verbesserung der Bewegungsdarstellung.

Die verschiedenen Displaytypen lassen sich grundsätzlich alle mit speziellen Gaming-Features wie VRR, G-Sync, FreeSync, und ALLM kombinieren. Die ersten drei Features sind für die Synchronisierung der Bildwiederholrate von Grafikkarte oder Konsole und TV zuständig. Das sorgt für eine flüssigere Darstellung ohne Bildrisse. ALLM meint das automatische Umschalten in den schnellen Spielemodus, sobald Du ein Game anwirfst.

Die meisten TV-Hersteller haben VRR, G-Sync und FreeSync bislang ignoriert – grundsätzlich verständlich, da Fernseher in erster Linie zum Fernsehen dienen. Das Zocken wird allerdings immer wichtiger. Besonders vorbildlich tun sich Samsung und LG mit der Unterstützung von Gaming-Features hervor.

Sonderfall: VA-TVs mit breitem Blickwinkel

Inzwischen sind einige Oberklasse-Fernseher mit VA-Panel und dennoch breitem Blickwinkel verfügbar. Sony nennt das Feature "X-Wide Angle", und Samsung "Ultra Viewing Angle". Samsung erklärt die Funktionsweise genauer: Es gibt in entsprechenden Fernsehern zusätzlich eine Schicht für die einheitliche Lichtverteilung und eine Schicht für die Lichtkonzentration. In Kombination verbessern sie die Blickwinkelstabilität. Die Technik reduziert allerdings den Kontrast ein wenig, trotzdem liegt er noch über dem von IPS-Fernsehern.

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Zusammenfassung

  • Fernseher mit VA-Panels bieten einen höheren Kontrast als IPS-TVs.
  • IPS-TVs haben eine bessere Blickwinkelstabilität.
  • Es gibt besondere VA-TVs mit verbesserter Blickwinkelstabilität und schwächerem Kontrast.
  • In anderen Kategorien nähern sich VA und IPS immer mehr an.
IPS, VA und OLED: Die Technik erklärt

Falls Du Dich dafür interessierst, wie VA-, IPS- und OLED-Bildschirme funktionieren und in welchen Bereichen sie jeweils punkten, empfehlen wir einen Blick in diese Ratgeber:

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