menu

IPv6 vs IPv4: Was ist der Unterschied?

IPv6 wird in Deutschland von rund 52 Prozent der Google-Nutzer verwendet.
IPv6 wird in Deutschland von rund 52 Prozent der Google-Nutzer verwendet. Bild: © Proxima Studio - stock.adobe.com 2021

IPv6 ist der Nachfolger von IPv4. Hier erfährst Du die grundlegenden Unterschiede zwischen den beiden Internetprotokollen. Und ob neuer gleich besser ist.

Was sind IPv6 und IPv4?

"IP" steht für "Internet Protocol", also "Internetprotokoll" im Deutschen. Die nachgestellten Bezeichnungen "v6" und "v4" stehen für "Version 6" und "Version 4". Beide Standards sorgen dafür, dass jedem mit dem Internet verbundenen Gerät und jeder Webseite eine eindeutige Adresse zugeordnet werden kann – die IP-Adresse. Kompatibel sind die Standards nicht.

Warum gibt es zwei Versionen?

Eine Adresse unter dem IPv4-Standard besteht maximal aus 32-Bit bzw. vier Stellen, die mit Punkten abgetrennt sind und Zahlen zwischen 0 und 255 umfassen. Diese Limitierung ergibt eine maximal verfügbare Anzahl an eindeutigen IP-Adressen – nämlich 4,3 Milliarden.

In den 1990er-Jahren wurde klar, dass dieses Limit bei der Geschwindigkeit, mit der neue Geräte und Websites ans Netz gingen, irgendwann erreicht sein würde. Entsprechend erdachte die Internet Engineering Task Force (IETF), die sich mit der technischen Weiterentwicklung des Internets befasst, den neuen Standard IPv6. Seit 1998 ist dieser offiziell.

IPv6 bietet 128-Bit-IP-Adressen, die aus acht Stellen und Hexadezimalzahlen bestehen, die mit Doppelpunkten anstatt wie bei IPv4 mit einfachen Punkten abgegrenzt sind.  Theoretisch sind dadurch 340 Sextillionen eindeutige IP-Adressen generierbar. Genug Kombinationsmöglichkeiten, um noch den letzten Internet-fähigen Kühlschrank ans Netz zu bringen.

Was kann IPv6, was IPv4 nicht kann?

Ein zentraler Vorteil von IPv6 ist die automatische Konfiguration von IP-Adressen, die ein IPv6-fähiges Gerät eigenständig vornimmt. Dadurch entfällt die Network Address Translation (NAT), die Übersetzung von privaten und öffentlichen IP-Adressen, die zum Beispiel in einem IPv4-Heimnetzwerk von einem Router übernommen wird.

IPv6-fähige Geräte können zudem mehrere IP-Adressen gleichzeitig besitzen und so parallel mit mehreren Netzwerken verbunden sein. IPv6 unterstützt außerdem die Multicast-Adressierung, mit der zum Beispiel Multimedia-Streams gleichzeitig an mehrere Ziele verschickt werden können.

Ist IPv6 schneller als IPv4?

Theoretisch müsste IPv6 schneller sein als IPv4, da die oben erwähnten NAT-Zyklen wegfallen. Wie der IT-Sicherheitsblog Sucuri jedoch in einer Testreihe von 2016 herausfand, hält IPv4 in der Praxis problemlos mit IPv6 mit. Dies liegt offenbar an den größeren Datenpaketen, die sich mit IPv6 übertragen lassen und daran, dass IPv4 seit Jahrzehnten immer weiter optimiert wurde, während die Implementierung von IPv6 relativ schleppend vorangeht, wie auf dem IT-Sicherheitsblog von Avast zu lesen ist.

Im Juni 2021 liegt die Verbreitung von IPv6 bei rund 35 Prozent unter Google-Nutzern weltweit. Der Suchmaschinenriese veröffentlicht seit September 2008 entsprechende Daten. In Deutschland liegt die Verbreitung immerhin schon bei rund 52 Prozent.

Google IPv6 Verbreitung fullscreen
Seit 13 Jahren veröffentlicht Google Daten zur Verbreitung des IPv6-Standards. Bild: © Google 2021

Ist IPv6 sicherer als IPv4?

Ende-zu-Ende-Verschlüsselung ist in IPv6 integriert. Außerdem sind zusätzliche Sicherungsmechanismen enthalten, die vor Hacker-Angriffe und Datenklau schützen sollen. IPv4-Netzwerke lassen sich Avast zufolge jedoch mit den gleichen Erweiterungen schützen. Standardmäßig ist IPv6 also sicherer. IPv4-Netzwerke können richtig gewartet und konfiguriert allerdings auf dem gleichen Sicherheitsniveau arbeiten.

Nutzt mein Gerät IPv6?

Ob dein Gerät das neue Internetprotokoll nutzt, kannst du auf der Webseite wieistmeineip.de überprüfen.

Zusammenfassung

  • IPv6 und IPv4 sind beides Internetprotokoll-Standards, die IP-Adressen festlegen.
  • IPv6 ist der Nachfolger von IPv4. Beide Protokolle existieren parallel, sind aber nicht miteinander kompatibel.
  • Die Anzahl an möglicher IP-Adressen unter IPv4 ist begrenzt. IPv6 kreiert längere IPs und schafft so Raum für neue Adressen.
  • In der Theorie ist IPv6 schneller und sicherer als IPv4. In der Praxis kann jedoch auch ein IPv4-Netzwerk – entsprechend erweitert – mit dem neuen Standard mithalten.
Kommentar schreiben
Relevante Themen:

Neueste Artikel zum Thema Internet

close
Bitte Suchbegriff eingeben