Ratgeber

Juwl macht aus jedem Smartphone einen coolen Holo-Projektor

Auf der CeBIT 2016 waren wieder viele spannende Entwicklungen zu sehen, unter anderem Juwl, ein kleiner Bausatz für einen Smartphone-Holoprojektor. Die Idee ist nicht neu, die professionelle Umsetzung schon. Wir zeigen, wie man das kleine Gadget zusammenbaut und nutzt.

Der Mini-Stand des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation auf der CeBIT 2016 war schon zum Messestart am Montagmorgen gut besucht. Die Projektleiterin Jacqueline Hen demonstrierte ihr kleines Gadget einem Besucher nach dem anderen. Mit Juwl ist es möglich, auf jedem Gerät mit Touch-Display kleine und sogar interaktive holografische Illusionen zu erzeugen. Einen besonderen Nutzen hat die coole Spielerei momentan nicht – es geht vor allem um die verblüffenden Effekte, die sich mit sehr einfachen Mitteln erzielen lassen. Aber: Die Macher stehen derzeit mit Spieleherstellern in Verbindung, um eine mögliche Umsetzung ihres Produktes für ein Smartphone-Game zu prüfen.

Viele Anleitungen zum Basteln im Internet

Von bereits seit einiger Zeit bekannten Lösungen zum Selberbasteln, von denen im Internet zahlreiche Videos kursieren, unterscheidet sich Juwl vor allem durch die Interaktivität. Denn mit einer speziellen App ist es möglich, mit der Holo-Pyramide und den Bildern auf dem Smartphone zu interagieren. Auf der Messe konnte man sehen, dass die Bilder mit dem Mini-Projektor mitwandern. Interessant auch: Auf der CeBIT 2016 war eine Art Fotomat aufgebaut, in dem man holografische Passbilder schießen konnte.

 Juwl: Mit der kleinen Pyramide lassen sich auch Gesichter holografieren. fullscreen
Juwl: Mit der kleinen Pyramide lassen sich auch Gesichter holografieren. (©Fraunhofer IAO 2016)

Kaufen kann man den kleinen Bausatz momentan noch nicht, aber es wird bestimmt bald Nachahmer oder ähnliche Konzepte geben, die auch kommerziell angeboten werden. Wie einfach der Zusammenbau des kleinen Gerätes ist, kann man in unserem Video sehen. Wer Hologramm sehen will, der benötig dazu neben der kleinen Pyramide vor allem auch Bilder und Filme, die ihre Motive auf schwarzem Hintergrund zeigen.

Hologramm-Bilder lassen sich auch selber machen

Einfache Hologramm-Bilder kann man übrigens recht einfach selber anfertigen. Dazu muss man in einem Bildbearbeitungsprogramm ein schwarzes Bild mit der Größe des Smartphone-Displays erstellen. Darauf platziert man dann das gewünschte Motiv jeweils im rechten Winkel kreuzförmig. Dabei muss man darauf achten, dass das Motiv spiegelverkehrt auf dem Bild sein muss und die Unterseite jeweils zur Bildmitte zu zeigen hat – wie auf unserem Beispielbild zu sehen ist. Mit dieser Methode lässt sich so ziemlich alles als Hologramm erstellen. Man kann das noch perfektionieren, wenn man etwa einen Gegenstand vor einem schwarzen Hintergrund von vier Seiten fotografiert. Wenn man die Holo-Pyramide dreht, hat man einen räumlichen Eindruck dieses Gegenstandes.

Wenn man eine Vorlage so anfertigt, ... fullscreen
Wenn man eine Vorlage so anfertigt, ... (©TURN ON 2016)
... dann entsteht ein solches räumlich wirkendes Bild. fullscreen
... dann entsteht ein solches räumlich wirkendes Bild. (©TURN ON 2016)

Den Bausatz zusammenzubasteln, ist nicht besonders kompliziert:

  1. Man muss die zuerst die Einzelteile von der Trägerfolie trennen. Es gibt die eigentlichen Reflektoren und den Standfuß plus Arretierung, was beides direkt auf der Folie klebt.
  2. Dann werden die Knickkanten sorgsam gefaltet. Zuerst am besten die zwischen den Hauptsegmenten der Pyramide, danach die kleinen an den Seiten.
  3. Anschließend muss die Deckfolie an der einen Kante entfernt werden, um die Pyramide zusammenzukleben.
  4. Jetzt werden noch der Ständer befestigt und die drei Laschen des Pyramidendeckels in die Schlitze an den oberen Kanten geschoben – und damit ist die Bastelei schon fertig.
  5. In den App Stores von Google und Apple gibt es schon verschiedene Apps mit kleinen Bildern oder Filmen, die mit einem solchen Bausatz als Hologramm projiziert werden. Beispielsweise DIY Hologram 3D oder vor allem auch Vyomy 3D Hologram Projector. Wichtig ist dabei immer, dass der Projektor mittig zwischen die vier Bilder gesetzt wird.
  6. Um die Hologramme zu betrachten, gehst Du am besten in einen möglichst dunklen Raum.

In der nächsten Version der kleinen Holo-Pyramide soll es möglich sein, über den Deckel auch Eingaben zu machen, auf welche die App reagieren kann. Schon jetzt ist es aber denkbar, etwa Bücher oder auch Comics mit Juwl um räumliche Inhalte zu erweitern. Diese könnten per QR-Code aufgerufen werden.

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